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Ein Kruzifix aus der Zeit um 1300 und eine Quellnische mit bis zu 14 Quellen markieren zwei sehr unterschiedliche Seiten von Leer. Der eine Schwerpunkt führt zur Kirche Ss. Cosmas und Damian und zu örtlicher Bau- und Kunstgeschichte; der andere zum Naturschutzgebiet Herrenholz, zum Leerbach und zu historischen Mühlen. Hinzu kommen die erhaltene Reeperbahn und die Wasserburg Haus Alst. So lässt sich die Auswahl nach Kulturgeschichte oder Landschaft ausrichten, ohne die Themen auf eine einzige Sehenswürdigkeit zu reduzieren.

Kirche, Kunst und Handwerk

Die Kirche Ss. Cosmas und Damian in Leer wurde um 1200 auf dem Grund des Fronhofs „Leheri“ errichtet, der zur Abtei Werden an der Ruhr gehörte. In der Kirche wird ein Kruzifix aus der Zeit um 1300 bewahrt; es gilt als ältestes erhaltenes Kunstwerk des Gotteshauses. Eine seltene mittelalterliche Gewölbemalerei aus der Zeit um 1400 gehört ebenfalls zur Kirche. Bau, Kruzifix und Malerei eröffnen so einen Blick auf die Kunst- und Baugeschichte von etwa 1200 bis um 1400.

Das Handwerk setzt einen anderen Akzent. In Leer ist die historische Reeperbahn erhalten; dort wurden über viele Jahre kräftige Taue geschlagen, unter anderem für den Schiffsbedarf. In der Leerer Bauerschaft Alst steht Haus Alst, eine 1624 erbaute Wasserburg. Die Reeperbahn ergänzt die sakrale Kunst um das Thema örtlicher Taumacherarbeit, während Haus Alst mit seinem Baujahr einen weiteren historischen Bezugspunkt setzt.

Quelle, Bach und Mühlen

Im Ortsteil Leer liegt im Naturschutzgebiet Herrenholz das bedeutende Naturdenkmal Jannings-Quelle, die den Leerbach speist. Südlich des Dorfes Leer befinden sich außerdem die Jannings-Quelle und die nahe gelegene Schwarthoffs Quelle. Die Jannings-Quelle ist eine 8 bis 10 Meter große Quellnische mit bis zu 14 Quellen im Randbereich. Ihre Größe und die Quellen am Rand geben dem Landschaftsthema eine konkrete Form.

Am Leerbach liegen auch Schmeddings Mühle, eine Wind- und Wassermühle, und Wennings Mühle, eine Wassermühle. Der Bach steht damit in zwei unterschiedlichen Zusammenhängen: Die Jannings-Quelle speist ihn, und an ihm liegen die historischen Mühlen. Das ermöglicht einen klaren Vergleich zwischen dem Quellgebiet und der Mühlengeschichte am Gewässer.

Die NaTourismus-Route führt an der klaren Leerbachquelle vorbei bis zum Altenberger Höhenrücken. Sie ergänzt die einzelnen Landschaftsmerkmale um einen benannten Routenverlauf. Da sich der genaue Verlauf ändern kann, prüfen Sie vor Ihrer Tour die aktuelle Routenbeschreibung.

Kulturerbe im übergeordneten Reiseziel Horstmar

Im übergeordneten Reiseziel Horstmar setzt die Altstadt einen eigenständigen baulichen Schwerpunkt. Ihr mittelalterlicher Grundriss ist klar gegliedert; Kirche und Rathaus stehen in der Mitte, während ehemalige wehrhafte Burgmannshöfe die Außenseiten der quadratischen Anlage prägen. Der Merveldter Hof wurde 1561 als prächtige Dreiflügelanlage im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. Seine „Specklagentechnik“ ist ein besonderes Architekturmerkmal. Das Schlosstor, auch Burgtor genannt, ist das letzte erhaltene von vier Horstmarer Stadttoren und gilt als einzigartig in Westfalen.

Die St.-Gertrudis-Kirche in Horstmar ist eine gotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ihr über 66 Meter hoher Turm zeigt bis heute erkennbare Schießscharten, die auf seinen Charakter als Wehrturm hinweisen. Weitere historische Bezugspunkte sind die erste urkundliche Erwähnung des Borchorster Hofs im Jahr 1277 und das Gelände der ehemaligen Burg Horstmar. Dieses ist ein Bodendenkmal; Sandsteinblöcke kennzeichnen den früheren Verlauf der Mauer.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Horstmar.

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