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Horstmar verbindet einen mittelalterlichen Stadtkern mit einem konkreten Radthema: Die 39,4 Kilometer lange RadBahn Münsterland verläuft auf der ehemaligen Bahnstrecke von Rheine nach Coesfeld und ist direkt an Horstmar angebunden. Damit lässt sich die Reiseplanung an zwei unterschiedlichen Interessen ausrichten: an der Architektur der Altstadt oder am Radfahren auf einer Bahntrasse. Wer ein Hotel sucht, kann zunächst entscheiden, welcher dieser Schwerpunkte den Aufenthalt bestimmen soll.

Da sich Routeninfrastruktur verändern kann, empfiehlt es sich, vor der Fahrt den aktuellen Verlauf zu prüfen.

Die mittelalterliche Struktur der Altstadt

Die historische Altstadt besitzt einen klar gegliederten mittelalterlichen Grundriss. Kirche und Rathaus stehen in ihrer Mitte; an den Außenseiten prägen ehemalige wehrhafte Burgmannshöfe die quadratische Anlage. So unterscheiden sich im Stadtbild Zentrum und Randbereiche: In der Mitte stehen die beiden zentralen Bauten, außen liegen die früher wehrhaft geprägten Höfe. Diese räumliche Ordnung bietet einen Einstieg in die Ortsgeschichte, bevor einzelne Bauwerke in den Blick kommen.

Stadttor, Höfe und Baugeschichte

Das Schlosstor, auch Burgtor genannt, ist das letzte erhaltene von vier Horstmarer Stadttoren und gilt als einzigartig in Westfalen. Der Merveldter Hof wiederum wurde 1561 als prächtige Dreiflügelanlage im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. Als besonderes architektonisches Merkmal weist er die „Specklagentechnik“ auf. Beide Bauwerke setzen unterschiedliche Akzente: Beim Stadttor steht seine Stellung unter den früheren Toren im Mittelpunkt, beim Merveldter Hof die Bauform und der Renaissance-Stil.

Auch der Borchorster Hof gehört zu den historischen Bauwerken Horstmars. Er wurde erstmals 1277 urkundlich erwähnt. Zusammen mit dem Baujahr des Merveldter Hofs zeigt sich ein nützlicher zeitlicher Unterschied: 1277 bezeichnet die erste urkundliche Erwähnung des Borchorster Hofs, während 1561 das Baujahr des Merveldter Hofs ist.

Kirche und Zeugnisse der früheren Burg

Die St.-Gertrudis-Kirche ist eine gotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ihr Turm ist über 66 Meter hoch. Bis heute erkennbare Schießscharten weisen auf seinen Charakter als Wehrturm hin. Kirchenform, Turmhöhe und Wehrturm-Deutung geben unterschiedliche Anhaltspunkte, um das Bauwerk zu betrachten.

Auf dem Gelände der ehemaligen Burg Horstmar befindet sich ein Bodendenkmal. Sandsteinblöcke kennzeichnen den früheren Verlauf der Mauer. So stehen in Horstmar verschiedene Formen historischer Zeugnisse nebeneinander: Das Schlosstor ist als Stadttor erhalten, während auf dem ehemaligen Burggelände die frühere Mauerlinie durch die Sandsteinblöcke markiert wird.

Im Ortsteil Leer ergänzt die Kirche Ss. Cosmas und Damian den Blick auf die Baukunst um sakrale Kunst. Sie enthält eine seltene mittelalterliche Gewölbemalerei aus der Zeit um 1400. Damit kommt neben der Altstadt auch ein Ortsteil Horstmars mit einem eigenen Kunstmerkmal in den Fokus.

Regionaler Rahmen: das übergeordnete Reiseziel Steinfurt

Im übergeordneten Reiseziel Steinfurt bietet der Kreis einen größeren Natur- und Kulturrahmen. Im Kreis Steinfurt gibt es 116 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 13.231 Hektar sowie 78 Landschaftsschutzgebiete mit rund 27.774 Hektar. Die Flächenangaben können sich mit neuen Ausweisungen ändern. Für Rad- und Kulturinteressierte gehören auf Kreisebene außerdem der EmsRadweg, der auf rund 60 Kilometern durch den Kreis verläuft, und die 100-Schlösser-Route zu den regionalen Themen. Letztere verbindet bedeutende Baudenkmäler im Kreis Steinfurt.

Weitere Reiseziele entdecken: Leer, Laer, Lotte, Mettingen, Saerbeck, Greven, Hörstel, Ibbenbüren.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Steinfurt.

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