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Die Lindenbrauerei in Unna ist ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur. Hinter ihrer historischen Industriefassade beherbergt sie heute ein modernes Kultur- und Kommunikationszentrum mit Theater, Szenekneipen und dem Zentrum für Internationale Lichtkunst. Hier treffen industrielle Geschichte und kulturelle Gegenwart an einem Ort aufeinander; die Lichtkunst setzt einen eigenen Akzent. Damit beginnt die Entdeckung Unnas nicht mit einer bloßen Kulisse, sondern mit einem Bau, der heute vielfältig genutzt wird.

Baugeschichte und Kulturorte

Im Kreis Unna reicht das Spektrum von mittelalterlichen Bauwerken bis zu neu genutzten Industrieorten. Die Stiftskirche Cappenberg ist eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, die 1148 vollendet wurde. Schloss Cappenberg in Selm wiederum zählt zu den bedeutendsten Beispielen westfälischer Klosterbaukunst des Barock. Beide Bauwerke stehen für unterschiedliche Epochen und architektonische Formen. Auch Haus Opherdicke verweist weit zurück: Seine Grundfesten stammen aus dem 12. Jahrhundert. Zugleich gilt es als Beispiel dafür, wie Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung zusammenwirken können.

Das Museum Haus Opherdicke verbindet diesen historischen Ort mit Ausstellungen und Vermittlungsangeboten. Es gibt Führungen etwa für Seniorinnen und Senioren oder Schulklassen sowie Workshops, bei denen Besucherinnen und Besucher selbst mit dem Pinsel arbeiten können. Der Kreis Unna verfügt zudem über eine dichte und vielfältige Museumslandschaft; die Kulturorte beschränken sich also nicht auf eine einzige Form des Entdeckens.

Auch Industriebauten haben hier neue kulturelle Aufgaben. Der Förderturm Königsborn III/IV in Bönen ist heute ein Veranstaltungsort für Musik und Kleinkunst. Dort fanden unter anderem die Extraschicht, Filmveranstaltungen und Musikfeste statt; einzelne Programme können wechseln. Wer den Innenraum erleben möchte, kann ihn über Treppen zu Fuß bis zu einer Höhe von 55 Metern begehen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangsbedingungen. In Schwerte verbindet die Rohrmeisterei als Industriedenkmal ein abwechslungsreiches Kulturangebot mit ihrer industriellen Geschichte; auch dort können sich konkrete Programme ändern.

Wälder, Wanderwege und Radrouten

Die „Wälder bei Cappenberg“ sind von der Europäischen Union als „besonderes Erhaltungsgebiet“ ausgewiesen und vom Kreis Unna als Naturschutzgebiet festgesetzt. Zahlreiche Wanderrouten führen durch das Waldgebiet. Die Waldschule Cappenberg wird als Ausflugsziel dort empfohlen, das sich auch für Kinder eignet. Damit stehen Naturerhalt, Bewegung und ein ausdrücklich kinderbezogener Ausflugstipp nebeneinander, ohne dass jede Route denselben Charakter haben muss.

Für längere Wanderungen verläuft der WestfalenWanderWeg von Hattingen bis Altenbeken. Im Kreis Unna führt er über die Ausläufer des Ardey und in den Haarstrang. Die Wandertouren im Kreis Unna führen über ausgeschilderte Wege; da einzelne Routenmaterialien überarbeitet werden können, lohnt sich vor dem Start ein Blick auf die aktuellen Angaben.

Beim Radfahren bietet die Route RadKreisUnna mit fast 100 Kilometern eine Verbindung von Sehenswürdigkeiten, historischen Städten, Industriekultur und Landschaften. Das A-Wege-Radfahrprogramm ergänzt sie um elf Rundtouren verschiedener Länge und Schwierigkeit. Für jede Kommune im Kreis Unna gibt es einen eigenen Rundkurs. Die Kartenblätter zu den A-Wegen nennen Streckenlänge, ungefähre Fahrzeit und zu bewältigende Höhenmeter. Ein QR-Code führt zu einer hinterlegten GPX-Datei; dazu kommen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und Informationen zum Routenverlauf. So können Sie vorab sowohl die Streckenführung als auch den ungefähren Zeitaufwand vergleichen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Entdecker-Pass: Seine zehn Rad- und Wandertouren führen durch alle Städte und Gemeinden im Kreis Unna und insbesondere zu Sehenswürdigkeiten, die für Kinder interessant sind und zum Mitmachen einladen. Die Wandertouren sind in der Regel 10 Kilometer lang, die Radtouren 20 Kilometer. Der Vergleich hilft bei der Wahl der Fortbewegungsart und einer passenden Streckenlänge. Auch Pilgerwege durchqueren den Kreis: Die Westfälischen Jakobswege führen als Teilstück der Nord-Süd-Verbindung von Münster und Werne über Lünen nach Dortmund; die Ost-West-Verbindung verläuft über den alten Hellweg durch Unna.

Wasserlandschaften im Kreis Unna

Der Kreis Unna liegt am östlichen Rand des Ruhrgebiets, mit Ausläufern in das nördliche Münsterland und das südliche Sauerland. Zwischen Lippe und Ruhr gibt es viel Grün; zugleich prägen die Flüsse und Kanäle unterschiedliche Möglichkeiten am Wasser. Auf der Lippe und besonders auf der Ruhr gibt es ein Angebot für Kanufahrer. Der Datteln-Hamm-Kanal eignet sich für Sportbootfahrer mit Motorbooten.

Das Westfälische Sportbootzentrum „Marina Rünthe“ in Bergkamen ist ein Zentrum des Wassersports. Auch wer nicht selbst Boot fährt, kann dort die Freizeit verbringen und die Boote im Hafen betrachten. Am Datteln-Hamm-Kanal liegt außerdem der Wasserwanderrastplatz Preußenhafen in Lünen, ein Etappen- und Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Am Ostufer befinden sich im Hafenhaus eine Touristen-Information und ein Kiosk mit Imbissbereich.

Auch die Seen erzählen unterschiedliche Geschichten. Der Ternscher See in Selm wird ausschließlich durch Quellen und Grundwasser gespeist. Er entstand beim Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals Anfang der 1930er Jahre, ist rund 15 Hektar groß und bis zu 9 Meter tief. Der Seepark Lünen umfasst rund 60 Hektar und entstand auf einem früheren Bergsenkungsgebiet, das für die Landesgartenschau 1996 renaturiert wurde. Sein Herzstück ist der rund 9 Hektar große Horstmarer See mit Sandstrand und seichtem Ufer. Entstehung, Maßstab und Gestaltung unterscheiden die beiden Wasserlandschaften.

Weitere Reiseziele entdecken: Selm, Unna, Lünen, Kamen, Bergkamen, Fröndenberg/Ruhr, Schwerte, Holzwickede, Werne, Bönen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordrhein Westfalen.

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