Bengel erstreckt sich beiderseits des Alfbachs zwischen den Moselhöhen und der Eifel. Kulturgeschichte, Radfahren und Wandern setzen unterschiedliche Akzente für einen Aufenthalt. Am Ortsrand gibt es einen eigenen Bahnhaltepunkt; für Ihre Anreise sollten Sie den Fahrplan prüfen.
Springiersbach und die Bengeler Kirchen
In Springiersbach, einer Ortschaft von Bengel, steht eine barocke Klosterkirche mit Deckenfresken. Altäre und Chorgestühl sind dagegen im Rokoko gestaltet. Die Verbindung beider Stile macht die Kirche zu einem markanten Thema für alle, die sich für sakrale Architektur interessieren. Auch ihre Geschichte ist mit Bengel verbunden: Nach der Säkularisation im Jahr 1802 bestimmte der Trierer Bischof die Kirche zur Pfarrkirche von Bengel.
Die Geschichte des Klosters reicht weiter zurück. Um 1100 begründete Benigna von Daun dort eine klösterliche Niederlassung. Ein anderer Blick auf die regionale Vergangenheit ergibt sich an der Springiersbacher Ölmühle: Sie wurde 1856 erbaut und zählt zu den wenigen erhaltenen Ölmühlen in Rheinland-Pfalz. Architektur, Klostergeschichte und frühe Industriegeschichte stehen damit für unterschiedliche Facetten der örtlichen Kultur.
Zum Kloster gehört auch ein Laden. Er führt regionalen Alftal-Honig und Klosterprodukte wie Wein, Bier, Liköre, Gewürze, Essig, Öl, Sirupe und Konfitüren. Das Sortiment kann sich saisonal verändern. Das Carmel Springiersbach Retreat House bietet ein vielfältiges Programm und kann für Veranstaltungen gebucht werden. Wenn Sie ein bestimmtes Programm einplanen, bestätigen Sie dessen Verfügbarkeit direkt.
Kirchen, Kreuze und lokale Geschichte
Auch in Bengel selbst erzählen Bauwerke und Wegkreuze von verschiedenen Zeiten. Die Pfarrkirche St. Quirinus ist eine neugotische Hallenkirche aus den Jahren 1901 bis 1902. Fünf Kreuze an den Zufahrtsstraßen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sie sollten wahrscheinlich vor Unheil, Katastrophen und Seuchen schützen. Ihre Zahl, Lage und vermutete Schutzfunktion geben ihnen einen anderen historischen Hintergrund als der deutlich jüngeren Pfarrkirche.
Das Pestkreuz steht am Abzweig Richtung Springiersbach. Seine Form lässt eine Datierung um 1660 vermuten. Am Rand des Kondelwalds erinnert das Jacobs-Kreuz an Philipp Jacobs, der 1890 als Soldat in Sansibar starb. Die beiden Kreuze unterscheiden sich also sowohl durch ihre überlieferten Bezüge als auch durch die Art, wie ihre Geschichte lesbar wird: Beim Pestkreuz weist die Form auf eine ungefähre Entstehungszeit, beim Jacobs-Kreuz steht das Gedenken an eine namentlich genannte Person im Mittelpunkt.
Radroute und Wandern im Kondelwald
Für eine Radtour gibt es eine Strecke von Bengel durch das Alftal nach Wittlich. Sie ist 32,3 Kilometer lang, gilt als leicht und umfasst 186 Höhenmeter bergauf sowie 221 Höhenmeter bergab. Die Route ist ganzjährig nutzbar. Länge, Höhenmeter und Einstufung liefern konkrete Anhaltspunkte, wenn Sie diese Tour für Ihren Aufenthalt erwägen.
Eine andere Art der Bewegung bietet der Kondelwald. Das 2.500 Hektar große Waldgebiet liegt zwischen Bengel und Bad Bertrich und bietet Möglichkeiten zum Wandern und zur Naturbeobachtung. Während die Radroute mit einer festgelegten Länge und einem ausgewiesenen Höhenprofil beschrieben ist, steht beim Kondelwald die Verbindung von Wald, Pflanzen- und Tierwelt mit dem Wandern im Vordergrund. So können Sie zwischen einer vermessenen Radtour und einem Landschaftsschwerpunkt für Spaziergänge und Naturbeobachtung abwägen.
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