Nattenheim liegt auf einem Höhenrücken zwischen Nims und Kyll; die Bitburger Ausfahrt der A60 ist 1 km entfernt. Zugleich liegt der Ort direkt an einer alten römischen Militärstraße. Diese zwei Orientierungspunkte verbinden Landschaftslage und Geschichte. Für einen Aufenthalt stehen damit unterschiedliche Blickwinkel zur Wahl: Nattenheims römische Spuren und historische Bauten oder ein Spaziergang in die Landschaft. Beides sind eigenständige Themen, um den Ort kennenzulernen.
Römische Spuren in Nattenheim
Zwei römische Meilensteine, datiert auf 121 und 139 n. Chr., wurden im Bereich der Römerstraße gefunden; am Nattenheimer Kopf lag ein römischer Tempelbezirk. So reichen die römischen Bezüge von der Militärstraße und ihren Meilensteinen bis zu einem eigenen religiösen Ort. Die verschiedenen Zeugnisse geben der Ortsgeschichte mehrere Anknüpfungspunkte, statt sie auf ein einzelnes Bauwerk oder einen Fund zu reduzieren.
St. Hubertus und das historische Ortsbild
Die katholische Filialkirche St. Hubertus stammt aus dem Jahr 1875. Der Bau ist neoromanisch und aus Kalksteinquadern errichtet; Sandsteinarbeiten prägen seine Gestaltung. Vor der Kirche steht ein Taufstein aus dem 18. Jahrhundert, der aus der Vorgängerkirche stammt. Damit begegnen sich am Kirchenstandort der datierte Bau und ein älterer Taufstein mit eigener Geschichte.
St. Hubertus ist von gut erhaltenen Bauernhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert umgeben. Auch elf alte, gut erhaltene Wegkreuze finden sich in Nattenheim und der unmittelbaren Umgebung. Der Blick auf das Ortsbild endet daher nicht bei der Kirche: Bauernhäuser und Wegkreuze ergänzen die sakralen und römischen Spuren um weitere historische Formen. Wer bei einem Besuch unterschiedliche Zeitschichten wahrnehmen möchte, kann sie so im Ortsbild nebeneinander betrachten.
Spaziergang und Landschaft
Der Nattenheimer Spaziergang beginnt am Mehrgenerationenplatz und führt auf den Trimberg, Nattenheims höchsten Hügel. Er liegt 435 m über dem Meeresspiegel. Der Weg bietet einen weiten Blick über das Nimstal und die Höhen des Bitburger Lands. Der benannte Höhenpunkt und die Aussicht geben dem Spaziergang einen klaren landschaftlichen Schwerpunkt.
Der Hexenweg ist von Wiesen, Feldern und einer kleinen Fichtenschonung gesäumt. Zum Landschaftsbild des Spaziergangs gehört außerdem ein Steinbruch: Ein Teil davon wurde der Natur überlassen und hat sich zu einem bemerkenswerten Biotop entwickelt. Damit stehen offene Flächen, die kleine Fichtenschonung und ein Biotop als unterschiedliche Landschaftsdetails nebeneinander. Zusammen mit dem Blick über Nimstal und Höhen des Bitburger Lands entsteht ein anderer Zugang zu Nattenheim als über Kirche und Römerfunde.
Zwei Schwerpunkte für den Aufenthalt
Für die Planung lässt sich zwischen Kulturgeschichte im Ortsbild und dem Landschaftsthema des Spaziergangs unterscheiden. Wer römische Zeugnisse und historische Bauformen besonders interessant findet, kann Straße, Meilensteine, Tempelbezirk und St. Hubertus in den Mittelpunkt stellen. Wer lieber Höhenlage, Aussicht und Landschaftsdetails gewichtet, orientiert sich am Spaziergang zum Trimberg und an den beschriebenen Flächen des Hexenwegs. Diese Gegenüberstellung hilft, den eigenen Schwerpunkt zu wählen, ohne aus den einzelnen Motiven ein festes Programm zu machen.
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