Waldalgesheim erschließt seine Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Spuren: Ein keltisches Fürstengrab steht neben sichtbaren Erinnerungsorten an ein verschwundenes Dorf und den Bergbau. Wer Kulturgeschichte und Landschaft verbinden möchte, findet hier archäologische Bezüge und öffentlich zugängliche Orte der Ortsgeschichte.
Keltisches Erbe in Waldalgesheim
Das keltische Fürstengrab von Waldalgesheim ist mit dem „Waldalgesheim-Stil“ verbunden. Im Rathaus werden Repliken einiger Schmuckstücke aus dem Grab gezeigt; die Originalobjekte befinden sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. So unterscheiden sich die lokale Präsentation der Nachbildungen und der Aufbewahrungsort der Originale. Der Fund gibt dem Ort einen eigenen archäologischen Bezug.
Naturschutzgebiet und Ortsgeschichte
Auf dem ehemaligen Grubengelände unterhalb der Grube Doktor Geier liegt heute ein Naturschutzgebiet mit ausgedehnten naturnahen Flächen, Obstwiesen und Wasserlebensräumen. Öffentlich zugänglich sind dort die Reste des alten Friedhofs und der Grundriss der früheren evangelischen Kirche. Die erneut freigelegten Kirchenfundamente neben dem früheren Friedhof dienen als öffentliches Gedenken an das verschwundene historische Dorf; von dort fällt der Blick zu den durch den Bergbau entstandenen Senkungsweihern. Bleiben Sie im Schutzgebiet auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine.
Weitere Landschafts- und Kulturziele im übergeordneten Reiseziel Mainz-Bingen
Der Süden des Landkreises Mainz-Bingen ist durch die rheinhessische Hügellandschaft, Obst- und Gemüsesonderkulturen einschließlich Spargel sowie ausgedehnte Rebflächen des Rheinhessenweins geprägt. Rheinhessen gehört zum Landkreis Mainz-Bingen, erstreckt sich über 26.300 Hektar Rebfläche und ist das größte deutsche Weinbaugebiet. Diese regionale Landschaft bildet einen weiteren Rahmen für die Reiseplanung, getrennt von den örtlichen Besonderheiten Waldalgesheims.
Auch die Wege im übergeordneten Reiseziel Mainz-Bingen unterscheiden sich nach Länge und Verlauf. Der rund 75 Kilometer lange Rheinterrassenweg verläuft von Worms nach Mainz. Oppenheim und Bodenheim sind Etappenziele im Tal, die den Zugang zur Rheinterrasse erleichtern. Der Rhein-Radweg in der Region Rheinhessen verläuft von Bingen am Rhein bis zur Nibelungenstadt Worms und umfasst rund 90 Kilometer. Kürzer ist der 4,5 Kilometer lange Erlebnispfad Binger Wald, ein Rundweg durch den Binger Wald.
Für Kulturgeschichte bieten sich im übergeordneten Reiseziel Mainz-Bingen unter anderem Ingelheim und Bingen an. Das Museum bei der Kaiserpfalz in Ingelheim verfügt über eine Dauerausstellung von der Steinzeit bis zum hohen Mittelalter. Die Kaiserpfalz selbst besitzt einen für das Frühmittelalter einzigartigen Grundriss, der Elemente der römisch-antiken Villen- und Palastarchitektur aufgreift. Ein ausgeschilderter Rundgang auf eigene Faust führt mit Begleitheft zu historisch interessanten Punkten. Im Museum am Strom in Bingen widmet sich eine Dauerausstellung dem Leben und Werk Hildegards von Bingen. Dort ist außerdem das 66-teilige Binger Ärztebesteck zu sehen: die Arbeitsgeräte eines römischen Arztes aus dem 2. Jahrhundert.
Weitere Reiseziele entdecken: Stadecken-Elsheim, Uelversheim, Badenheim, Oberheimbach, Manubach, Sankt Johann, Oberdiebach, Sprendlingen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mainz-Bingen.