Laudert verbindet die Naturschleife Oberes Simmerbachtal mit einer vielgestaltigen Ortsgeschichte. Für die Reiseplanung stehen unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: eine Runde mit Naturtafeln und Ausblicken, historische Kirchen und Kapellen, eine archäologische Anlage sowie ein Museum mit handwerklichen Themen. Wer den Ort auswählt, kann Naturbeobachtung und Kultur nach den eigenen Interessen gewichten; die einzelnen Themen setzen jeweils andere Akzente.
Die Naturschleife Oberes Simmerbachtal
Die interkommunale, LEADER-geförderte Naturschleife Oberes Simmerbachtal wurde im Mai 2021 offiziell eröffnet. Sie ist eine etwa 14 Kilometer lange Runde um Laudert und Kisselbach und startet am Sportplatz in Laudert. Weite Ausblicke über beide Orte, abwechslungsreiche Waldlandschaften und die Auenwiesen des Simmerbachs gehören zu den Merkmalen der Route. Die ungefähre Länge gibt eine Größenordnung für die Wanderplanung; prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen und die Beschilderung.
Entlang der Schleife sind zehn Informationstafeln verteilt, die Merkmale der umgebenden Natur erläutern. Sie behandeln Flora und Fauna, Waldlandschaften und Vogelarten. Damit ergänzt Naturkunde die Streckenbeschreibung um Themen, auf die Sie unterwegs achten können.
Chronik und Museum
Lauderts Ortschronik hält Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes auf rund 800 Seiten fest. Sie wurde 2014 vorgestellt und umfasst 42 Karten, 94 Abbildungen und 732 Fotografien. Karten, Bildmaterial und Text stellen unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte nebeneinander; anders als ein einzelnes Bauwerk nimmt die Chronik das Dorf als Ganzes in den Blick.
Das örtliche Museum setzt einen anderen kulturellen Schwerpunkt. Zur Sammlung gehören mehr als 600 antike Nachttöpfe, alte Haushaltsgegenstände und Spielzeug. Hinzu kommt ein Raum im Stil einer historischen Spinn- und Webstube; außerdem gibt es Kurse im Teddybärenmachen oder Spinnen. So verbinden sich Sammlungsstücke und handwerkliche Themen.
Die beiden kulturellen Zugänge unterscheiden sich in ihrer Form: Die Chronik bündelt Lauderts Vergangenheit und Gegenwart, während das Museum Alltagsgegenstände und Handwerksthemen zusammenführt. Wer sich für dokumentierte Ortsgeschichte interessiert, findet einen anderen Akzent als bei Gegenständen und praktischen Tätigkeiten.
Kirchen, Kapelle und Alte Burg
Die Remigiuskapelle wurde 1681 wiederaufgebaut und eingeweiht; ihr Glockengiebel gilt als sehr selten in Westdeutschland. Später, 1926, entstand die St.-Remigius-Kirche nach Plänen der Mainzer Architekten Becker und Falkowski. Von Anfang an besuchten Katholiken aus beiden früheren Teilen Lauderts die Kirche. Die Baudaten setzen damit unterschiedliche historische Zeitpunkte: Die Kapelle wurde im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut, die Kirche stammt aus dem 20. Jahrhundert.
Nördlich von Laudert liegt die Alte Burg, eine mottenartige befestigte Erdanlage und geschützte archäologische Denkmalzone. Zu ihr gehören zwei künstliche Wälle, ein Wassergraben, ein Hügel und rechteckige Gräben. Diese Form ergänzt die Kirchen und die Kapelle um eine andere historische Perspektive: Hier steht eine befestigte Erdform im Mittelpunkt.
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