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In Unzenberg erzählen eine Dorfglocke, die frühere Bahnverbindung und ein verschwundener Viadukt von unterschiedlichen Kapiteln der Ortsgeschichte. Zugleich führen Radwege durch den Ort oder verbinden ihn mit weiter gefassten Touren. Diese Mischung hilft Ihnen, Unzenberg als Reiseziel einzuordnen: mit konkreten historischen Stationen und Wegen, deren Verlauf und Umfang sich gut vergleichen lassen.

Dorfglocke und Mühlengeschichte

Der zentrale Glockenturm gilt als Wahrzeichen des Dorfes. Die Unzenberger Dorfglocke wurde im April 1980 installiert, wiegt 95 Kilogramm und ist auf Fis gestimmt. Ihre Inschrift endet mit den Worten „Unzenberg 1980“. So treffen am selben Bauwerk ein Klang, eine konkrete Jahreszahl und ein Ortsname zusammen. Zur Ortsgeschichte gehören außerdem sechs Mühlen, die früher mit Unzenberg verbunden waren.

Bahnhof und Mördersbrücke

Die Bahnstrecke Simmern–Kirchberg erhielt 1901 einen Bahnhof in Unzenberg. Das spätere Bahnhofsgebäude entstand in den 1930er Jahren und hatte eine Rampe für den Güterumschlag. Der letzte planmäßige Verkehr auf der Strecke fand im Mai 1976 statt. Die Daten unterscheiden die frühe Bahnanbindung von dem Gebäude, das erst Jahrzehnte später errichtet wurde.

Auch die Mördersbrücke gehört zur vergangenen Infrastruktur: Der 12 Meter hohe Steinviadukt wurde von 1900 bis 1903 gebaut und verband Engelsberg mit der früheren Provinzialstraße in Richtung Kirchberg. Am 21. Oktober 2008 wurde das Bauwerk wegen akuter Einsturzgefahr gesprengt; es ist nicht mehr erhalten. Wer sich für die Geschichte von Verkehrswegen interessiert, kann hier sowohl eine ehemalige Bahnverbindung als auch eine frühere Straßenverbindung zeitlich einordnen.

Radfahren und Wandern in der Region

Die 7 Kilometer lange Heimbach-Runde führt von Kirchberg über Unzenberg-Bahnhof nach Unzenberg. Sie gilt als familienfreundliche Tour ohne größere Steigungen. Auch weitere Radwege, die in Kirchberg beginnen, verlaufen teilweise direkt durch Unzenberg; andere sind von der Gemeinde aus über verbindende Radwege schnell erreichbar. Damit unterscheidet sich die kurze Heimbach-Runde von den längeren Strecken, die durch mehrere Orte und Landschaftsräume führen.

Zu diesen regionalen Routen zählt die 28 Kilometer lange Lützelsoon-Radroute von Kirchberg nach Kirn, die Nahe-Tal und Hunsrück verbindet. Der 155 Kilometer lange Hunsrück-Radweg führt von Saarburg nach Bacharach über Kirchberg und Simmern. Eine andere Streckencharakteristik hat der 38 Kilometer lange Schinderhannes-Radweg zwischen Emmelshausen und Simmern: Er verläuft ohne Steigungen vollständig auf der früheren Trasse der Hunsrückbahn und gilt als geeignet für Freizeitradler, Familien und Skater. In der Ferienregion Kirchberg werden außerdem Trekkingrad, E-Bike, Rennrad und Gravelbike als Radtypen berücksichtigt.

Auch fürs Wandern gibt es regionale Anhaltspunkte: Die Ferienregion Kirchberg verfügt über mehr als 100 Kilometer Wanderwege und gehört zur Premiumwanderregion Saar-Hunsrück. Ihre Lehrpfade sind kurze, lehrreiche Rundwege mit Informationstafeln. Im übergeordneten Reiseziel Rhein-Hunsrück umfasst der Kreis weite Bereiche des Hunsrücks als Teil des Rheinischen Schiefergebirges sowie den linksrheinischen Teil des Oberen Mittelrheintals. Zu den Landschaftsformen dort zählen Teile der Hunsrückhochfläche und südliche Quarzitrücken wie der Soonwald; im Bereich des Mittelrheintals bildet der Rhein zugleich die östliche Kreisgrenze.

Weitere Reiseziele entdecken: Woppenroth, Bubach, Kastellaun, Maisborn, Mannebach, Halsenbach, Niedert, Niederweiler.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rhein-Hunsrück.

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