Görgeshausen verbindet einen Pilgerweg mit gut greifbaren Spuren der Ortsgeschichte: Basalt, gebrannte Ziegel und der Löwenstein erzählen jeweils auf eigene Weise von der Gemeinde. Wer einen Aufenthalt plant, findet damit sowohl einen konkreten Anlass für einen Spaziergang als auch mehrere Themen, die sich in Ruhe erkunden lassen.
Dem Pilgerweg durch Görgeshausen folgen
Der Pilgerweg erreicht Görgeshausen von Nomborn aus über den Schwedensteg sowie Wald- und Feldwege. Vom Ortsrand führt er am Sportplatz und an der Grillhütte vorbei weiter durch den Wald in Richtung Aull und Lahn-Tal. In diesem weiteren Streckenverlauf führt der Lahn-Radweg bis Limburg. So stehen neben dem Weg durch die Umgebung auch Ortsgeschichte und die Fortsetzung in Richtung Lahn als unterschiedliche Schwerpunkte im Raum.
Die Grillhütte ist eine öffentliche Einrichtung der Gemeinde Görgeshausen. Ihre Lage am Ortsrand wird auch in der Wegbeschreibung genannt. Für die Busanreise führte die Linie 575 am 16. August 2026 auf der Strecke Nentershausen–Hambach–Diez über die Haltestelle Görgeshausen, Löwensteinhalle. Linien und Fahrpläne können sich ändern; prüfen Sie die Verbindung daher vor der Fahrt.
Basalt, Ziegel und der Löwenstein
Vier Basaltsäulen mit dem Wappen von Görgeshausen wurden 1986 an den Ortseingängen aufgestellt. Sie geben dem Ortsbild einen Bezug zur Gemeindegeschichte. Auch gebrannte Tonziegel gehören zu den örtlichen Spuren: Zahlreiche Gebäude in Görgeshausen, darunter die alte Schule, wurden mit Ziegeln aus der lokalen Quelle errichtet. Die Materialien bieten einen konkreten Blick auf die Baugeschichte, ohne dass dafür ein einzelnes Gebäude stellvertretend stehen muss.
Ein weiterer Teil der Ortsgeschichte ist der Löwenstein. Er stammt aus dem Jahr 1492 und wurde 1981 aus dem Wald zum neuen Gemeindehaus gebracht. Heute steht er in dessen Eingangshalle; an seinem früheren Standort wurde eine Nachbildung aufgestellt. Damit sind der Stein im Gemeindehaus und die Replik am ehemaligen Standort zwei eigene Stationen seiner Geschichte.
Für eine neue Kapelle wurde am 1. Mai 1949 der Grundstein gelegt. Ein anderes Detail sakraler Kunst zeigt das zentrale Feld des Altarbildes: Es stellt den Ostermorgen dar, an dem Christus aus dem Grab tritt. Diese Motive geben der Ortsgeschichte unterschiedliche zeitliche und bildliche Bezugspunkte.
Tradition und Termine
Die Kirmes in Görgeshausen wird traditionell am zweiten Wochenende nach Ostern gefeiert. Sie findet weiterhin weitgehend nach alten Bräuchen statt, wenn sich genügend Kirmesburschen finden. Weil der Termin an Ostern anknüpft und die Durchführung an diese Bedingung gebunden ist, empfiehlt es sich, die konkreten Veranstaltungsdaten vor der Reise zu prüfen.
Westerwald als größerer Rahmen
Im übergeordneten Reiseziel Westerwald ergänzen weitere Themen die lokale Ortsgeschichte. Der WesterwaldSteig ist ein 235 Kilometer langer Fernwanderweg durch den Westerwald mit 16 Etappen. Für die konkrete Etappenplanung sollten Sie den aktuellen Routenplaner vor dem Aufbruch prüfen.
Eine andere regionale Perspektive bietet der Stöffel-Park: Das rund 140 Hektar große Gelände eines ehemaligen Basaltsteinbruchs verbindet Industriekultur, Erdgeschichte und Natur. Im TERTIÄRUM sind Fossilien zu sehen, darunter die berühmte „Stöffelmaus“, die rund 25 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentieren. Damit stehen im Westerwald neben Wanderwegen auch Geologie und Industriegeschichte als eigenständige Interessenfelder zur Wahl.
Weitere Reiseziele entdecken
Atzelgift, Ellenhausen, Rehe, Hellenhahn-Schellenberg, Kadenbach, Liebenscheid, Brandscheid, Bad Marienberg
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Westerwald.