Barocke Kirchenkunst, sorbische Bräuche und Skulpturen am Krabatstein geben Nebelschütz ein vielseitiges Profil. Bei der Planung lassen sich ganzjährige Möglichkeiten, saisonale Traditionen und vorab zu buchende Angebote gut unterscheiden: Sie können Kunst im Freien betrachten, eine Radtour wählen oder sich an besonderen Terminen orientieren.
Barocke Zeugnisse und sorbische Kultur
Die St.-Martin-Kirche wurde zwischen 1741 und 1743 auf Granitfels errichtet, nach Plänen, die dem Architekten Gaetano Chiaveri zugeordnet werden. Im Inneren befindet sich ein 16 Meter hoher und 5,5 Meter breiter barocker Holzhochaltar. Auch die Kanzel ist barock gestaltet und zeigt die vier Evangelisten. Die Kirche gilt als Ort für Gottesdienste und Besichtigungen. Richten Sie einen möglichen Besuch nach dem Gottesdienstplan aus, denn der Zugang kann sich nach diesem richten.
Das Wendentor bewahrt traditionelle sorbische Torhaus-Handwerkskunst. Ursprünglich diente es als Eingang zum Wendischen Dorf auf der Dresdner Ausstellung für sächsisches Handwerk und angewandte Kunst von 1896; offiziell übergeben wurde es 2006. So stehen an diesem Bauwerk seine handwerkliche Gestaltung und eine klar benennbare historische Rolle nebeneinander.
Nebelschütz bietet Möglichkeiten, sorbische Dorfkultur, Trachten und Handwerk kennenzulernen. Zur Ostertradition gehört der Ritt am Ostersonntag: Männer reiten auf geschmückten Pferden von Kirche zu Kirche und verkünden die Osterbotschaft. Dieser Brauch ist an einen konkreten Feiertag gebunden und daher ein saisonaler Teil des kulturellen Lebens.
Bildhauerei und Landschaft am Krabatstein
Am ehemaligen Miltitzer Steinbruch, dem Krabatstein, findet seit 2006 jedes Jahr der Internationale Bildhauerworkshop statt. Künstler aus Sachsen, Polen und Tschechien arbeiten dort zwei Wochen lang. Besucher können ihnen bei der Arbeit zusehen und Fragen dazu stellen. Die konkreten Termine können variieren; prüfen Sie deshalb vorab die Daten der jeweiligen Ausgabe.
Skulpturen rund um den Steinbruch lassen sich das ganze Jahr über zu Fuß betrachten. Im gefluteten Steinbruch befinden sich außerdem kleine Unterwasserskulpturen, die Tauchende ansehen können. Es sind unterschiedliche Formen des Kunstbetrachtens: Werke rund um den Steinbruch und kleinere Arbeiten unter Wasser.
Der Miltitzer Frosch in Miltitz ist ein geschützter Granitaufschluss, der durch eiszeitliche Prozesse geformt wurde. Im Umfeld lebt eine große Uferschwalbenkolonie; dort kommen auch mehrere charakteristische Vogelarten vor. Ein Waldabschnitt auf der Route zum Miltitzer Frosch enthält Land-Art-Objekte verschiedener europäischer Künstler. Damit treffen auf den beschriebenen Wegen geologische Formen, Vogelwelt und Kunst im Wald aufeinander.
Radtouren und Handwerk unterwegs
Die 24,72 Kilometer lange Runde „Handwerk und Tradition“ beginnt und endet am Gemeindeamt. Sie gilt als leichte Familienradtour, ist jedoch nicht ausgeschildert. Beziehen Sie diesen Unterschied bei der Orientierung mit ein. Eine Familienradtour zum Miltitzer Frosch beginnt und endet am Parkplatz neben dem Heldhaus; örtliche Bedingungen können ihre Nutzung beeinflussen, prüfen Sie sie daher vor der Fahrt.
Das Heldhaus wird seit dem 1. Dezember 2020 privat vermietet, steht nicht als Herberge zur Verfügung und nimmt keine Reservierungen an. Prüfen Sie diesen Stand vor einer Reise. Ein Routenverlauf führt an der St.-Martin-Kirche vorbei und folgt durch Wendischbaselitz einem straßenbegleitenden Radweg, der als Krabatradweg markiert ist.
Auf der Tour „Handwerk und Tradition“ gehören Stationen zu Holz- und Keramikarbeiten sowie Einblicke in traditionelle Kleidung zu den möglichen Erlebnissen. Für einzelne Besuche kann eine vorherige Kontaktaufnahme erforderlich sein. Nach einem Besuch der St.-Martin-Kirche gibt es auf der Tour zudem saisonale, vorab zu buchende Gelegenheiten, das Verzieren sorbischer Ostereier zu beobachten und eine Erfrischung aus einem Backofen zu erhalten.
Ein regionaler Radvergleich
Als regionaler Vergleich im übergeordneten Reiseziel Kreis Bautzen bietet sich die Bautzener Nordtour an. Die 43,1 Kilometer lange Rundtour führt von Bautzen über Quatitz, Großdubrau, Milkel, Klix und Malschwitz zurück nach Bautzen. Unterwegs verläuft sie durch die Heide- und Teichlandschaft und über den Naturlehrpfad in Crosta. Ihre Länge und der beschriebene Verlauf machen sie zu einer eigenständigen regionalen Radtour neben den kürzeren, in Nebelschütz beginnenden und endenden Strecken.
Weitere Reiseziele
Weitere Reiseziele entdecken: Räckelwitz, Großröhrsdorf, Steina, Obergurig, Bautzen, Schönteichen, Göda, Laußnitz.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kreis Bautzen.