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Eine Grabplatte aus dem Jahr 1391 dient heute als Deckplatte des Altars der St.-Jürgen-Kapelle. Dieses Detail gibt der Baugeschichte einen anschaulichen Einstieg: Das ältere Stück gehört zu einer anderen Zeit als die heutige Kapelle. Für einen Aufenthalt in Sankt Jürgen steht damit ein kultureller Schwerpunkt neben Garten, Landwirtschaft und Natur.

Die Geschichte der St.-Jürgen-Kapelle

Die heutige St.-Jürgen-Kapelle wurde 1646 an ihrem heutigen Standort an der Ratzeburger Allee errichtet. Zuvor war die alte Kapelle 1629 abgebrochen worden. Die Grabplatte von 1391 ist heute als Deckplatte des Altars in Gebrauch. So lassen sich das Alter dieses Ausstattungsstücks und die Bauzeit der heutigen Kapelle klar auseinanderhalten. Zugleich ist die Kapelle der älteste Kirchenbau ihrer Gemeinde. Für Kulturinteressierte verbinden sich hier die Geschichte zweier Kapellenbauten und ein konkretes Detail, das bis heute zum Altar gehört.

Schulgarten: Pflanzenvielfalt und Gartendenkmal

Der Schulgarten setzt einen botanischen Akzent. Er umfasst etwa 2.000 verschiedene Pflanzenarten und gilt seit 2017 offiziell als Gartendenkmal. Auch die pädagogische Nutzung gehört zu seinem Profil: Schulklassen können dort selbst Gemüse ziehen. Damit stehen Gartenkultur und praktisches Lernen nebeneinander. Für den Schulgarten ist ein saisonaler Öffnungszeitraum vom 1. April bis 31. Oktober, täglich von 8 bis 20 Uhr, angegeben. Prüfen Sie vor Ihrer Reise, ob diese Zeiten aktuell gelten.

Landwirtschaft und Umwelt am Ringstedtenhof

Der Ringstedtenhof bietet einen anderen Zugang zu Natur und Ernährung. Für Kinder ab drei Jahren gibt es Hofführungen, bei denen sie Pflanzen und Tiere eines Bauernhofs unmittelbar erleben können. Weitere Angebote richten sich an Erwachsene, Lehrkräfte, Familien und Gruppen. Inhaltlich geht es um Landwirtschaft, die Herkunft von Lebensmitteln sowie Natur und Umwelt. So stehen bei den Hofführungen das direkte Erleben von Hofpflanzen und -tieren im Vordergrund, während die weiteren Angebote unterschiedliche Themen und Zielgruppen aufgreifen.

Grüngürtel, Wakenitz und Wege

Der Lübecker Stadtteil St. Jürgen erstreckt sich im Süden durch einen breiten Grüngürtel mit Feldern und Wiesen bis in die lauenburgische Landschaft. Im Osten wird der Stadtteil von der Wakenitz begrenzt; ihre Auen bilden ein reichhaltiges Naturschutzgebiet. Der Drägerweg gehört zum gut ausgebauten Wander- und Radwegenetz im Landschaftsschutzgebiet Wakenitz und Falkenhusen. Im Landschaftsschutzgebiet sind außerdem Bootsfahrten und Angeln möglich. Das sind unterschiedliche Möglichkeiten, die Landschaft zu erleben: Der Drägerweg gehört zum Wegenetz an Land, Bootfahren und Angeln sind Aktivitäten auf dem Wasser.

Baden in Lübeck

Als weiteres Naturthema bietet das Naturbad Falkenwiese naturnahe Badeerlebnisse mitten in Lübeck. Damit ergänzt es die Wege und Wasseraktivitäten im Landschaftsschutzgebiet um einen eigenen Badeort.

Für die Wahl Ihres Reiseschwerpunkts lassen sich die Themen gut unterscheiden: Die Kapelle steht für Baugeschichte, der Schulgarten für Pflanzenvielfalt und Gartendenkmalpflege, der Ringstedtenhof für Landwirtschaft und Lebensmittelherkunft. Wer vor allem draußen aktiv sein möchte, kann den Drägerweg, die Möglichkeiten auf dem Wasser oder das Naturbad in den Blick nehmen. So lässt sich die Reise nach den eigenen Interessen ausrichten, ohne jedes Thema gleich zu gewichten.

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