Wasser, Tore und mittelalterliche Gassen erzählen in Lübeck auf unterschiedliche Weise von der Geschichte der Hansestadt. Ihr mittelalterlicher Stadtkern wurde 1987 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Das Herz der Altstadt ist ringsum von Wasser umgeben und teilweise von Uferbefestigungen und Parkanlagen gesäumt. Diese Verbindung aus Stadtbild und Wasser prägt den Blick auf Lübeck ebenso wie die Bauwerke, in denen sich Handel, Verteidigung und Kunstgeschichte ablesen lassen.
Tore, Rathaus und Gänge der Altstadt
Das Holstentor ist ein markanter Zugang zur Geschichte der Stadt: Es wurde zwischen 1464 und 1478 nach niederländischen Vorbildern errichtet und diente von Anfang an sowohl der Verteidigung als auch der Repräsentation. Im historischen Tor behandelt das Museum Holstentor Hanse, Handel, Macht und Reichtum. So treffen Baugeschichte und die Themen der Hanse in einem Ort aufeinander.
Ein zweites erhaltenes Stadttor ist das Burgtor. Zusammen mit dem Holstentor gehört es zur früheren Lübecker Stadtbefestigung, die ursprünglich vier Tore hatte. Auch das Rathaus erzählt von langen Bauzeiten: Die Arbeiten begannen 1230 und wurden 1308 abgeschlossen. Wer sich für die Entwicklung des mittelalterlichen Städtebaus interessiert, kann den Blick außerdem auf Lübecks Gänge und Höfe richten. Sie sind Überreste dieser Baugeschichte; die meisten sind frei zugänglich.
In St. Marien dokumentieren Architektur und Kunstwerke die Entwicklung der sakralen Kunst vom 13. bis zum 21. Jahrhundert. Tägliche Führungen und Andachten sowie Gottesdienste und Orgelkonzerte gehören zum Angebot. Ein anderes, sehr konkretes Detail befindet sich im Heiligen-Geist-Hospital: Dort sind Darstellungen der Elisabeth-Legende auf 23 Eichenholztafeln in die Brüstung des Lettners eingefügt.
Museen zwischen Hanse, Literatur und Kunst
Die Lübecker Museen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, statt nur eine Epoche zu beleuchten. Das Europäische Hansemuseum erzählt 800 Jahre Hansegeschichte – vom Aufstieg bis zur Krise und mit Blick auf Leben, Handel und Erfahrungen der Kaufleute. Im St. Annen-Museum steht eine besonders große Sammlung im Mittelpunkt: Es besitzt die größte Sammlung norddeutscher Schnitzaltäre.
Das Museum Behnhaus Drägerhaus ist Lübecks Galerie des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne. Literatur und bildende Kunst verbinden sich im Günter Grass-Haus, einem Forum für beide Bereiche. Zu seiner Sammlung gehören mehr als 1.300 bildkünstlerische Arbeiten sowie zahlreiche Manuskripte. Das Buddenbrookhaus ist der Familie Mann und ihrem literarischen Werk gewidmet, besonders Thomas Manns „Buddenbrooks“. Seinen Namen trägt das Haus nach dem Handlungsort des Romans.
Auch Naturgeschichte gehört zum Entdeckungsbild der Stadt. Das Museum für Natur und Umwelt gibt Einblicke in die Naturgeschichte des Nordens und in die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt des Lübecker Raumes. Die Ausstellung „Von Flüssen und Meer“ macht die Biotope und Bewohner von Trave, Wakenitz und Lübecker Bucht anhand von Lebensraumdarstellungen und interaktiven Medienstationen zum Thema. Wer sich eher für eine lokale Spezialität interessiert, findet im Marzipan-Museum die Entstehungsgeschichte des Marzipans und einen Film über die Marzipanproduktion. Prüfen Sie vor der Reise die aktuelle Präsentation.
Travemünde: Strand, Schiffe und Küstenblicke
Im Lübecker Stadtteil Travemünde verschiebt sich der Schwerpunkt von der Altstadtgeschichte zur Küste. Der Sandstrand reicht von der Nordermole bis zum Möwenstein. Dort ist Platz für Beachvolleyball und Fußball, für Sandburgen, Sonnenbaden und Strandspaziergänge. Bedingungen und Gebühren können sich ändern; für die konkrete Planung lohnt sich ein aktueller Blick auf die Strandinformationen.
Die Viermastbark Passat ist das Wahrzeichen Travemündes, ein Museumsschiff und ein Veranstaltungsort. Sie kann besichtigt werden; Führungen bietet der Verein „Rettet die Passat e. V.“ an. Für 2026 gelten saisonale Öffnungszeiten: In der Vor- und Nachsaison ist das Schiff täglich von 11:00 bis 16:30 Uhr geöffnet, in der Hauptsaison täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr. Prüfen Sie vor dem Besuch die für Ihren Reisetermin geltenden Angaben. Ein weiteres maritimes Museum befindet sich im Alten Leuchtturm Travemünde. Der 31 Meter hohe Turm beherbergt auf acht Etagen eine Ausstellung zur Geschichte der Leuchtfeuertechnik. Von seiner umlaufenden Aussichtsgalerie reicht der Blick über den Skandinavienkai, die Travemünder Altstadt und die Lübecker Bucht bis nach Grömitz sowie über die Küste Mecklenburg-Vorpommerns.
In der Ostseestation Travemünde können Kinder bei der Fütterung von Plattfischen und Stichlingen zusehen oder die Tiere selbst füttern. Auch Lübecks ausgewiesene Naturerlebnisräume bieten ein anderes Naturerlebnis: Kinder und Jugendliche dürfen dort unter anderem auf Bäume klettern, Bäche aufstauen und im Ufermatsch spielen. So stehen in Lübeck neben Museen und historischen Bauwerken auch Naturbeobachtung und praktische Erkundung als unterschiedliche Interessen nebeneinander.
Orientierung für den Aufenthalt
Für den öffentlichen Personennahverkehr in Lübeck und der näheren Umgebung sowie für die Priwallfähren ist die Stadtverkehr Lübeck GmbH zuständig. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Fahrpläne. Ob Sie den Aufenthalt eher auf die Geschichte der Altstadt, die Museen oder die Küste ausrichten: Die unterschiedlichen Themen geben Ihnen Ansatzpunkte, Lübeck nach den eigenen Interessen zu erkunden.
Weitere Reiseziele entdecken: Lübeck, Travemünde, Sankt Jürgen, Nordfriesland, Rendsburg-Eckernförde, Segeberg, Plön, Neumünster.
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