Rickert verbindet einen bewahrten, winkligen Dorfkern mit einer Landschaft, deren Formen bis in die letzte Eiszeit zurückreichen. Für Ihre Reiseplanung sind das zwei unterschiedliche Zugänge: Im Ort stehen Eichen, Kirchengeschichte und niederdeutsches Theater im Mittelpunkt; die Landschaft erzählt von Vorgeest, Moor und Heide. So lässt sich Rickert über konkrete historische Spuren und geologische Zusammenhänge entdecken.
Dorfgeschichte an Eichen und Ortsmitte
Rickerts historischer Dorfkern hat seinen winkligen Grundriss bewahrt. Nahe dem Eingang zu Brenkhof steht eine Friedenseiche aus dem Jahr 1871. Eine Doppeleiche bei der Schmiede soll die Unteilbarkeit Schleswig-Holsteins symbolisieren. Die beiden Bäume verweisen auf unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte: Bei der Friedenseiche ist ein konkretes Jahr überliefert, bei der Doppeleiche steht die regionale Symbolik im Vordergrund.
Auch die Kirchengeschichte reicht weit zurück: Rickert gehörte bis zum Abbruch der Campener Kirche im Jahr 1691 zur Campener Kirchengemeinde. Heute finden in der Ortsbegegnungsstätte wiederkehrend Gottesdienste statt. Außerdem wird der Veranstaltungsort für Aufführungen der Niederdeutschen Bühne Rendsburg genutzt. Kirchliche Nutzung und niederdeutsches Theater sind damit zwei unterschiedliche kulturelle Bezüge des Ortes.
Landwirtschaftliche Motive finden sich im Gemeindewappen: Es zeigt ein Wagenrad und eine goldene Egge. Zusammen mit dem erhaltenen Grundriss und den beiden Eichen ergänzen diese Zeichen das Bild eines Ortes, dessen Geschichte sich an verschiedenen konkreten Merkmalen ablesen lässt.
Eiszeitliche Landschaft und Selkenkoppel
Rickert liegt in der äußeren Endmoränenzone der letzten Eiszeit und nahe der Grenze zwischen Schleswiger und Holsteiner Vorgeest. Das Gelände ist überwiegend flach; nur im Osten gibt es einige kleine Hügel. Diese Angaben zeichnen ein anderes Bild als die markanten Punkte des Dorfkerns: Hier prägen weite, eher ebene Formen den Landschaftsraum, dort sind es einzelne historische Bauwerke und Bäume.
Auch Moor und Heide sind Teil dieser Landschaftsgeschichte. Schmelzwasserrinnen in der Umgebung formten im Lauf von Jahrtausenden Moorland; an sandigeren Stellen entwickelte sich Heide. Eine Beschreibung aus dem Jahr 2005 stellt den Selkenkoppel-Pfad als Lehrpfad mit heimischen Laub- und Nadelbäumen vor. Damit stehen geologische Entwicklungen und die heimische Baumwelt als unterschiedliche Naturthemen nebeneinander.
Rendsburg-Eckernförde im größeren Maßstab
Wenn Sie über Rickert hinaus regionale Themen einbeziehen möchten, bietet das übergeordnete Reiseziel Rendsburg-Eckernförde einen größeren Maßstab. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde verfügt über 55 Kilometer Ostseeküste; etwa 70 Kilometer beziehungsweise zwei Drittel des Nord-Ostsee-Kanals verlaufen durch den Kreis. Diese Zahlen beschreiben die Region, nicht Rickerts Dorfkern.
Auch die Angebote für Rad- und Wandertouren sind regional einzuordnen: Im Kreis gibt es ein 1.000 Kilometer langes ausgeschildertes Radwegenetz. Vier Naturparke liegen im Kreis Rendsburg-Eckernförde; durch sie führt der 180 Kilometer lange Naturparkwanderweg. Die Radkilometer bezeichnen ein ausgeschildertes Netz, der Wanderweg dagegen eine einzelne Route durch die vier Naturparke. So können Sie bei der Reiseplanung zwischen Rickerts eigener Dorfgeschichte und den weiter gefassten Themen der Region unterscheiden.
Weitere Reiseziele entdecken: Klein Wittensee, Rieseby, Holzbunge, Schönhorst, Fleckeby, Lütjenwestedt, Schacht-Audorf, Fockbek
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rendsburg-Eckernförde.