Boren vereint unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: eine romanische Backsteinkirche, ein Herrenhaus mit Bezug zur Fernsehserie „Der Landarzt“, Kunstgalerien und eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenhubbrücke. Die Motive reichen von Kirchen- und Kunstgeschichte bis zum Ingenieurbau. Wer Boren als Reiseziel auswählt, kann zunächst den eigenen Schwerpunkt setzen: historische Bauwerke, Kunst, Filmgeschichte oder der Landschaftsbezug.
Kultur, Baugeschichte und Kunst
Die St. Marien-Kirche ist eine romanische Backsteinkirche aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Ihre Restaurierung betont den ursprünglichen romanischen Eindruck. Im Inneren kommen mehrere zeitliche Ebenen zusammen: ein mittelalterlicher Taufstein aus Granit sowie ein Kruzifix und ein Altaraufsatz aus dem 16. Jahrhundert. Hinzu kommen eine spätgotische Eingangsstruktur und ein separater hölzerner Turm. Die verschiedenen Datierungen machen deutlich, dass Bauform und Ausstattung unterschiedliche Zeitschichten repräsentieren: Der Kirchenbau ist romanisch, die Ausstattung reicht bis ins 16. Jahrhundert.
Zum historischen Spektrum kommt Lindauhof am Gut Dänisch Lindau hinzu. Das Herrenhaus stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist mit Dreharbeiten zur Fernsehserie „Der Landarzt“ verbunden. So trifft bei diesem Ort ein historisches Bauwerk auf einen Bezug zur Fernsehgeschichte. Für Reisende, die neben Kirchenarchitektur auch den Filmbezug in ihre Ortswahl einbeziehen, ergänzt Lindauhof das Thema St. Marien um einen anderen kulturellen Anknüpfungspunkt.
Auch Kunst gehört zum kulturellen Angebot: In Boren gibt es drei Kunstgalerien mit Ausstellungsräumen. Die Zahl kann sich im Laufe der Zeit ändern. Für die Schwerpunktwahl ergänzen sie die bauhistorischen Themen um eine eigenständige Perspektive auf Kunst.
Schlei-Landschaft und Ingenieurbau
Die Lindaunisbrücke bringt Ingenieurbau in das Bild Borens. Sie ist eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenhubbrücke in Stahl-Fachwerk-Kastenkonstruktion und gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Boren. Anders als St. Marien und Lindauhof steht hier die technische Bauweise im Mittelpunkt: Fachwerk und Kastenkonstruktion beschreiben die Konstruktion, während „Hubbrücke“ ihre Bauart benennt. Ein Ersatzneubau ist geplant; ihr Erscheinungsbild für Besucher kann sich dadurch künftig ändern.
Geografisch liegt Boren im südlichen Angeln an der Schlei. Die Gemeinde liegt in einer landwirtschaftlich geprägten Landschaft mit Wasserzugang und gilt als Wohn- und Feriengebiet. Dieser Rahmen ergänzt die einzelnen Kulturthemen: Bei der Auswahl stehen damit sowohl die konkreten Bauwerke als auch der ländliche und vom Wasser geprägte Charakter des Reiseziels zur Verfügung.
Schleswig-Flensburg im größeren Zusammenhang
Im übergeordneten Reiseziel Schleswig-Flensburg gehören Haithabu und das Danewerk seit Juni 2018 zum UNESCO-Welterbe; vom Danewerk sind noch heute mehr als 25 Kilometer des Walls erhalten. Die Geltinger Birk ist mit 773 Hektar das größte Naturschutzgebiet des Kreises Schleswig-Flensburg. Dort gibt es gut ausgebaute Wege und geführte Wanderungen, bei denen Wissenswertes über Flora und Fauna vermittelt wird. So stehen im regionalen Blickwinkel sowohl historisches Erbe als auch eine Schutzlandschaft mit geführten Wanderungen.
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