In der Nähe des Ortszentrums von Salinas sind noch Überreste der Salzminen zu sehen. Zur Zeit der Vorfahren versorgten diese Minen mehrere Städte des Landes mit Salz. Die Salzgeschichte Bolívars wird hier an einem konkreten Ort greifbar.
Bolívar ist eine von 24 Provinzen Ecuadors und liegt im zentralen Teil des Landes in der interandinen Region Sierra. Die Provinz befindet sich hauptsächlich in der Chimbo-Senke im Süden und an den äußeren Hängen der westlichen Kordillere im Westen.
Guaranda: Architektur und historische Erinnerung
Das historische Zentrum von Guaranda besteht aus Häusern aus einheimischen Materialien. Ihre Bauweise ist typisch für den Beginn des 20. Jahrhunderts; einzelne Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das Zentrum zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Seine architektonischen Besonderheiten trugen dazu bei, dass Guaranda 1997 zum Kulturerbe Ecuadors erklärt wurde.
Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist der Platz beim Parque El Libertador. Am 10. November 1820 proklamierte Urdaneta an den Stufen des ehemaligen Cruz de Piedra die Unabhängigkeit Guarandas. Das Cruz de Piedra befand sich an der Südostecke des Platzes.
Im Museum des Centro Cultural Indio Guaranga sind archäologische Stücke aus den Kulturen Valdivia Manteña, Guangala und Puruhá zu sehen. Das Centro Cultural beherbergt außerdem eine Kunstgalerie, in der Werke verschiedener Künstler ausgestellt werden. So stehen dort archäologische Sammlungen und ausgestellte Kunst nebeneinander, ohne dass sich beide Bereiche auf dieselbe Art mit Guarandas Geschichte befassen.
Chimbo: steinernes Erbe, Sammlungen und Küche
Die Iglesia Matriz von Chimbo ist vollständig aus Stein errichtet. Mit der Verordnung Nr. 845 vom 5. Januar 1988 wurde sie zum Kulturerbe erklärt. Ihre Bauweise und die datierte Auszeichnung machen sie zu einem eigenen Anlaufpunkt für alle, die sich für das bauliche Erbe der Provinz interessieren.
Auch die Küche gehört zu den Entdeckungen in Chimbo: Im Innenhof der Plaza La Merced werden Schweine-Hornado, runde Empanadas, Tripitas mit Blutwurst und die Eisgetränke Rompe Nucas verkauft. Die genannten Speisen und Getränke geben der Plaza neben ihrem baulichen Umfeld einen kulinarischen Bezugspunkt.
Das Museo des Santuario Nacional de la Virgen del Guayco im Kanton Chimbo umfasst historische, religiöse, archäologische und Síndone-Bereiche. Hinzu kommt eine permanente Fotoausstellung über das Grabtuch Christi. Damit stehen mehrere inhaltliche Schwerpunkte des Museums nebeneinander, von Archäologie bis zur religiösen Sammlung.
Die Ruta de la Fe verbindet Rumipamba, El Tingo und Panchigua Bajo mit dem Santuario del Guayco. Pilger und Besucher nutzen sie, um der Virgen María Natividad del Guayco, der Schutzpatronin der Provinz, zu huldigen. Besonders viele Menschen sind im September unterwegs, wenn die Festlichkeiten der Virgen María Natividad del Guayco stattfinden.
Salinas: Käse, Verarbeitung und Textilien
Der Käse El Salinerito gehört zu den bekanntesten Produkten von Salinas. Er ist landesweit in großen Supermärkten sowie in eigenen Vertriebsfilialen erhältlich. Gemeinschaftliche Kleinstunternehmen in Salinas verarbeiten außerdem Milch, Fleisch, Früchte, Wolle und weitere Erzeugnisse industriell. Die verarbeiteten Produkte werden im Inland vermarktet und auch in andere Länder exportiert, insbesondere nach Italien.
Ein weiteres Beispiel für die lokale Produktwelt sind die Gewebe der Asociación de Desarrollo Social de Artesanos TEXAL Salinas. Die Organisation in der Pfarrei Salinas, im Kanton Guaranda, bietet hochwertige Gewebe aus Naturfasern sowie Alpaka- und Schafwolle an. So zeigen Käse, verarbeitete Erzeugnisse und Textilien unterschiedliche Seiten der Produktion in Salinas.
Routen und Aktivitäten im Freien
Der Camino de la Sal ist in der Provinz Bolívar als Abenteuerroute ausgewiesen. Eine andere Art von Verbindung beschreibt die Ruta de la Fe: Sie führt Rumipamba, El Tingo und Panchigua Bajo mit dem Santuario del Guayco zusammen und wird von Pilgern und Besuchern genutzt. Am Lago Las Cochas gibt es außerdem eine Fahrradpiste.
Zum ökologischen Tourismusangebot der Provinz Bolívar gehört die Reserva Faunística Chimborazo. Dort wurden Kameliden wiederangesiedelt, die aus den Páramos Perus, Chiles und Boliviens stammen. Die Reserve steht damit für ein anderes Thema als die ausgewiesene Abenteuerroute Camino de la Sal: Im Mittelpunkt stehen hier die wiederangesiedelten Tiere und die ökologische Ausrichtung des Angebots.
Carnaval de Guaranda
Zum Carnaval de Guaranda gehören Comparsas, öffentliche Tänze, Pregones, Gegenstrophen und ein Festival typischer Speisen. Die verschiedenen Bestandteile verbinden gemeinschaftliche Darbietungen mit einem kulinarischen Teil. Für Besucher, die sich für kulturelle Ausdrucksformen und lokale Esskultur interessieren, ergänzt der Carnaval die historischen und musealen Entdeckungen in Guaranda und Chimbo.
Weitere Reiseziele entdecken: Salinas, San Miguel, Guaranda, Manabí, Carchi, Los Ríos, Orellana, Chimborazo.
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