In Borrero lassen sich zwei kulturelle Schwerpunkte unterscheiden: das Paja-Toquilla-Handwerk in Borrero Charasol sowie der Kulturerbe-Korridor von Charasol und der Tempel Santa Marianita. Beim Handwerk stehen Herstellung und Vorführungen im Blick; bei den Bau- und Ortsbezügen geht es um Architektur, kirchliche Nutzung und historische Angaben. Für Ihre Planung ist daher die Frage hilfreich, ob Sie besonders die Arbeit von Weberinnen kennenlernen oder sich mit baulichen und geschichtlichen Themen beschäftigen möchten.
Paja-Toquilla-Handwerk in Borrero Charasol
In Borrero Charasol in Azogues stellen 30 Weberinnen Hüte, Taschen und Ziergegenstände aus Paja Toquilla für den Export her. Im Sammelzentrum in der Pfarrei Borrero Charasol können Besucher die Herstellungsprozesse kennenlernen und Stücke erwerben. Bei einem Rundgang durch die Werkstatt zeigen die Kunsthandwerkerinnen verschiedene Verfahren zur Herstellung der Produkte. Für Sie verbindet sich hier der Einblick in die Produktion mit der Möglichkeit, fertige Stücke zu erwerben. Die Vorführung lenkt zusätzlich auf die Verfahren selbst: Das Handwerk wird nicht nur über die Produktarten, sondern auch über die gezeigte Arbeit erfahrbar.
Ein Reiseveranstalter bietet eine Besuchsroute nach San Miguel de Porotos an, die einen Besuch bei der Vereinigung in Borrero Charasol umfasst. Touristen können dort Produkte und Andenken kaufen. Damit ist der Besuch der Vereinigung auch Teil eines konkreten Routenvorschlags des Veranstalters.
Kulturerbe-Korridor und Tempel Santa Marianita
Der Kulturerbe-Korridor von Charasol liegt in der Stadtpfarrei Borrero in Azogues, der Hauptstadt der Provinz Cañar. Der Tempel Santa Marianita gilt als architektonisches Wahrzeichen von Charasol und wird als Saal für kirchliche Pfarrveranstaltungen genutzt. So ist er sowohl durch seine Architektur als auch durch eine konkrete kirchliche Nutzung geprägt.
Früheren Arbeiten zufolge erlangte der Tempel 1910 besondere Bedeutung. Eine historische Darstellung ordnet die Entstehung eines Wandgemäldes im Inneren der Amtszeit von Agustín Crespo Heredia als Pfarrer zu, die von 1927 bis 1933 dauerte. Die Jahreszahlen beziehen sich auf unterschiedliche historische Angaben: 1910 auf die besondere Bedeutung des Tempels, 1927 bis 1933 auf die Amtszeit, während der das Wandgemälde entstand.
Ein Bericht beschreibt den Vorplatz des Tempels mit einem Brunnenbecken, charakteristischen Leuchten und Gartenanlagen. Derselbe Bericht hält fest, dass der Platz nicht instand gehalten wird. Da sich dieser Zustand ändern kann, prüfen Sie vor einem Besuch die aktuelle Situation, falls der Vorplatz für Ihre Planung wichtig ist.
Welcher kulturelle Schwerpunkt passt zu Ihrer Reise?
Der praktische Unterschied liegt in der Art der Entdeckung: Beim Paja-Toquilla-Handwerk stehen Herstellungsverfahren, Vorführung und Erwerb im Mittelpunkt; beim Tempel sind es Architektur, kirchliche Pfarrveranstaltungen und historische Zeitbezüge. Wenn Sie vor allem an handwerklicher Arbeit interessiert sind, bieten Sammelzentrum, Werkstatt und die genannte Besuchsroute konkrete Anknüpfungspunkte. Liegt Ihr Interesse stärker auf Kulturerbe und Architektur, richten Sie den Blick auf den Korridor von Charasol und den Tempel Santa Marianita.
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