Guano lässt sich über ein ungewöhnliches Zusammenspiel von Landschaft, Felskunst und überliefertem Handwerk erschließen. Die Colina de Lluishi verbindet einen natürlichen Aussichtspunkt mit handgehauenen Monolithen und Petroglyphen. Im Museo de la Ciudad stehen Keramik und die Geschichte einer Mumie im Mittelpunkt; die Ruinen der Asunción erzählen von Guanos erster Franziskanerkirche. Dazu kommen Teppich- und Lederhandwerk, eine lokale Brotspezialität und ein jährlich wiederkehrendes religiöses Fest. So können Sie bei der Wahl Guanos abwägen, ob Sie vor allem Naturblicke, kulturelle Zeugnisse oder Handwerk interessieren.
Aussicht und Felskunst auf der Colina de Lluishi
Die Colina de Lluishi ist eine Felsformation vulkanischen Ursprungs und ein natürlicher Aussichtspunkt. Von dort reicht der Blick auf die schneebedeckten Gipfel von Chimborazo, Carihuayrazo, Tungurahua, El Altar und Los Cubillines. Die fünf ausdrücklich benannten Berge geben der Aussicht ein klares landschaftliches Motiv: Es geht nicht nur um eine allgemeine Bergkulisse, sondern um einen Blick auf bestimmte Gipfel.
Auf dem Hügel befinden sich außerdem drei von Hand gehauene Steinmonolithen. Der guaneñische Steinmetz und Künstler Luis Felipe Reinoso schuf sie in den 1940er-Jahren. Sie stellen ein Inka-Gesicht, einen Fisch und ein Gefäß dar; hinzu kommen einige Petroglyphen. Aussicht und Felskunst setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Die eine richtet den Blick auf die benannten Gipfel, die andere auf Figuren und weitere Felszeichen am selben Ort.
Keramik und Mumie im Museo de la Ciudad
Im zweiten Raum des Museo de la Ciudad, dem Saal der ethnischen Herrschaftsgebiete, werden Keramikgefäße der Kulturen Tuncahuán und Puruhá gezeigt. Die Keramik wird auf 400 bis 500 n. Chr. datiert und den Stilen Elenpata, San Sebastián oder Guano sowie Huavalac zugeordnet. Diese Zuordnung macht den Raum zu einem Einstieg in die unterschiedlichen kulturellen und stilistischen Bezüge der Gefäße.
Der fünfte Raum zeigt Gemälde auf Leinwand und eine Mumie. Bei ihr handelt es sich vermutlich um die sterblichen Überreste von Fray Lázaro de Santofimia, einem spanischen Franziskanermissionar und damaligen Wächter der Iglesia de la Asunción. Nach dem Erdbeben von 1949 wurde die Mumie in einem Fenster der ehemaligen Kirche gefunden und 2005 restauriert. So unterscheiden sich zwei historische Perspektiven im Museum: Bei der Keramik geht es um die Datierung der Objekte, bei der Mumie um Fundgeschichte und Restaurierung.
Das Museo de la Ciudad wurde im Februar 2006 im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Ilustre Municipalidad de Guano und dem Instituto Nacional de Patrimonio Cultural eingeweiht. Zusammen mit den Angaben zu den Ausstellungsräumen ergibt sich damit sowohl ein Blick auf die Sammlung als auch auf die Entstehung des Museums.
Die Ruinen der Asunción
Die Ruinas del Monasterio de la Asunción sind die Überreste von Guanos erster Franziskanerkirche, die um 1572 erbaut wurde. Zu den erhaltenen Merkmalen zählen Gemälde an den Wänden der ehemaligen Kirche, Skulpturen von Klostermönchen und mehrere Fenster. Auch ein Taufbecken ist vorhanden, das vermutlich für Taufen verwendet wurde. Die vorsichtige Einordnung seiner früheren Nutzung gehört ebenso zu den Details der Ruinen wie die Gemälde und Skulpturen.
Teppiche, Lederhandwerk und Cholas de Guano
Guanos Handwerk verbindet eine überlieferte Geschichte mit konkreten lokalen Erzeugnissen. Der Überlieferung zufolge führten die Spanier in Guano Webstühle zur Herstellung von Ponchos, Bayetas und Teppichen ein. Heute gibt es in Guano Werkstätten für Lederhandwerk und das Weben von Teppichen; viele Kunsthandwerksgeschäfte liegen am Eingang der Stadt und rund um den Parque Central.
Die handgefertigten Alfombras de Guano erhielten im Dezember 2019 eine Zertifizierung als immaterielles Kulturerbe Ecuadors. Sie war Voraussetzung für das weitere Verfahren zur Aufnahme in die repräsentative Liste des Landes. Eine andere lokale Spezialität sind Cholas de Guano: Brote mit einer Füllung aus Panela-Honig. Wer Guano wegen seiner Handwerks- und Esskultur auswählt, findet damit sowohl textile Traditionen als auch ein klar beschriebenes lokales Gebäck.
Ein jährlich wiederkehrender Festtag
Die Virgen Inmaculada wird im gleichnamigen Viertel und in der dortigen Kirche verehrt. Ihre Feste finden jedes Jahr am 8. Dezember statt. Für Reisende, die diesen religiösen Anlass in ihre Planung einbeziehen möchten, ist das ein fest benannter Kalendertag. Damit bietet Guano neben seinen Landschafts- und Handwerksthemen auch einen jährlich wiederkehrenden Termin als möglichen Schwerpunkt.
Weitere Reiseziele entdecken
Weitere Reiseziele entdecken: Alausi, Cajabamba, Alao, Chunchi, Pallatanga, Riobamba, Bucay, Guamote.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Chimborazo.