Am Fundort Santa Ana–La Florida im Kanton Palanda reicht die Geschichte des Kakaos weit zurück. In Zamora Chinchipe treffen archäologische Zeugnisse auf Shuar-Kultur und Landschaften, die von Páramos bis zu tropischen Wäldern reichen. So können Sie die Provinz über sehr unterschiedliche Entdeckungen kennenlernen.
Kakao und Kulturgeschichte
Santa Ana–La Florida gehört zur Mayo-Chinchipe-Kultur. Dort gibt es Nachweise für die Domestizierung einer Varietät von Theobroma cacao sowie für die älteste soziale Nutzung dieser Frucht in Amerika. Die Datierungen reichen von 3500 bis 3300 v. Chr. beziehungsweise von 5500 bis 5300 BP. Auch die Anlage selbst ist bemerkenswert: Ihre komplexe archäologische Architektur umfasst einen kreisförmigen Platz und zeremonielle Feuerstellen. Kakao verbindet hier also eine konkrete Frucht mit einer langen Geschichte gemeinschaftlicher Nutzung.
Eine andere kulturelle Perspektive eröffnet Yantzaza. Im Centro de Interpretación Cultural Shuar-Nankais finden Ausstellungen zu den kulturellen Ausdrucksformen der Gemeinschaft Nankais in Hütten und an traditionellen Plätzen statt. Am Ort Piedra de los Rituales wird Ayahuasca beziehungsweise Natem der Shuar-Kultur für den späteren Verzehr zubereitet; dazu werden die Bestandteile gemahlen. Begegnen Sie dieser kulturellen Praxis mit Respekt und beachten Sie entsprechende Protokolle.
Auch die Catedral de Zamora setzt einen eigenen Akzent: Die architektonische Sehenswürdigkeit ist neoklassisch, wurde von Franziskanerpatern errichtet und 1997 wiederaufgebaut. In der Provinz bringt das Pachamama Raymi jedes Jahr vom 26. bis 28. April kulturelle Ausdrucksformen der dort lebenden Völker und Nationalitäten zusammen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Provinzregierung von Zamora.
Landschaften und Naturgebiete
Im Parque Nacional Podocarpus reicht die Spanne der Ökosysteme von Páramos bis zu tropischen Wäldern. Wandern, Vogelbeobachtung und Naturerkundung gehören zu den dort möglichen Aktivitäten. Zwanzig Prozent des Nationalparks gehören zum Kanton Palanda. In Zamora können Sie außerdem auf verschiedenen Routen des Parks Rad fahren.
Davon zu unterscheiden ist das Biosphärenreservat Podocarpus–El Cóndor: Es umfasst 1.140.080 Hektar in den Provinzen Loja und Zamora Chinchipe und erstreckt sich über zehn Kantone und 48 Kirchspiele. Zu seinen ökologischen Besonderheiten zählen 4.191 Pflanzenarten – fast ein Viertel der erfassten Flora Ecuadors, obwohl das Reservat nur vier Prozent des Staatsgebiets einnimmt. Erfasst sind dort außerdem 629 Vogelarten, darunter 55 Arten aus einer der Endemismuszonen Ecuadors. Für den Andenbären (Tremarctos ornatus) bildet das Reservat den größten zusammenhängenden verfügbaren Lebensraum innerhalb seines Verbreitungsgebiets im nördlichen Anden-Ökoregionskomplex CEAN.
Ein konkreter Ort für den Blick auf diese Landschaft ist der Cerro Cresta del Gallo im Kirchspiel Porvenir del Carmen. Von dort aus sind der Parque Nacional Podocarpus, die Reserva Tapichalaca und Porvenir del Carmen zu sehen; außerdem gibt es Höhlen mit menschlichen Überresten aus früherer Zeit. Die Reserva Tapichalaca liegt am östlichen Rand der Cordillera de Sabanilla an der Straße Loja–Palanda. Sie grenzt an den Parque Nacional Podocarpus und den Bosque Protector Colambo–Yacuri, umfasst ungefähr 5.000 Hektar und schließt den Cerro Tapichalaca ein. Sie ist zudem Lebensraum des Jocotoco (Grallaria ridgelyi), einer in Ecuador endemischen Art.
Wasserfälle, Wege und Aktivitäten
Die Ruta Tara Nunka, auch Ruta Los Guayacanes genannt, liegt im Kirchspiel Chicaña. Zu ihr gehören Wasserfälle, natürliche Becken, Aussichtsbalkone und Aussichtspunkte ebenso wie Höhlen, ökologische Wege und Pfade. Prüfen Sie vor einer Tour den Zustand der Wege. Eine andere Landschaftsform zeigt der Salto del Inca: Im Río Numbala fließt das Wasser tosend durch eine etwa zwei Meter breite Engstelle, eine natürliche Formation im Fluss.
Bei den Wasserfällen helfen die jeweiligen Maße und Zugangsangaben, Angebote auseinanderzuhalten. Die Cascada Fátima ist 20 Meter hoch und bildet eine kleine Lagune mit zwei Metern Durchmesser. Das Wasser gilt als kristallklar, sehr sauber und angenehm temperiert. Die Cascada Agua Dulce erreichen Sie vom Ortszentrum des Kantonshauptorts Palanda nach einer zehnminütigen Fahrt; anschließend führt der Weg 200 Meter zu Fuß im Bachbett. Die Entfernungen können je nach Routenbedingungen variieren. Der Cerro El Corazón ist von Palanda aus über einen Weg erreichbar, der zu einem Aussichtspunkt auf 2.200 Metern Höhe und zu 15 Wasserfällen führt.
Auch Aktivitäten am Wasser unterscheiden sich: An der Laguna de Cisam im Kirchspiel Nuevo Quito des Kantons Paquisha sind Kanufahren und Sportfischen möglich. Rafting auf dem Río Bombuscaro bedeutet, den Fluss gewöhnlich in einem Boot oder auf einem Floß flussabwärts zu befahren. Für die Cascada El Líbano führt der Zugang zunächst über einen Reitweg und danach über einen schwierig begehbaren Pfad; die gesamte Wanderung dauert zwei bis drei Stunden. Prüfen Sie die Wegbedingungen vor Ihrer Tour.
Weitere Eindrücke aus Zamora Chinchipe
Das Balneario Urahua liegt vier Kilometer vom Kirchspiel Palanda entfernt. Dort gibt es einen Strand mit Granitsteinen und ein natürliches Becken, in dem das Wachstum des Weißfischs beobachtet werden kann. Die Cascada la Poderosa liegt etwa sieben Kilometer von Zamora entfernt innerhalb des Parque Nacional Podocarpus. Wer sich für längere Landschaftszusammenhänge interessiert, findet sie auch in der Ruta de la Cascarilla: Sie ist mit dem Baum verbunden, aus dem Chinin gewonnen wird, und führt durch andine und amazonische Landschaften der Provinz.
In Zamora gehören das Festival der Colada Morada und der Wettbewerb um die größte Guagua de Pan zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen. Chicha de yuca ist ein fermentiertes Getränk auf Maniokbasis, das bei indigenen Bevölkerungsgruppen beliebt ist. Zubereitung und Verfügbarkeit für Besucherinnen und Besucher können variieren.
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