Die Häuser von Mouleydier liegen am Hang über dem rechten Ufer der Dordogne. Dazu kommen die mittelalterliche Geschichte der Burg La Castelle und die Wasserwege bei Tuilières. Für die Reiseplanung ergibt sich daraus eine Mischung aus Ortsgeschichte, Bauwerken am Fluss und Wegen zu Fuß, per Rad oder auf dem Wasser. Die Themen reichen von einem Ereignis aus dem Jahr 1375 bis zu einer Voie verte, die seit Sommer 2019 für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist. So können Sie zwischen verschiedenen historischen und aktiven Schwerpunkten wählen.
La Castelle: Belagerung und Brunnen
Die mittelalterliche Burg La Castelle wurde 1375 während des Hundertjährigen Kriegs von Du Guesclin belagert und zerstört. Als erhaltene Spur der Festung ist ein quadratischer Brunnen geblieben. Ereignis und bauliche Spur ergänzen einander: Die Jahreszahl verankert die Geschichte der Burg in einem konkreten Moment des Kriegs, während der Brunnen die Verbindung zur Festung in einem bestimmten Objekt bewahrt. Wer sich für Mouleydiers Vergangenheit interessiert, findet hier eine klare historische Linie vom militärischen Ereignis zum erhaltenen Überrest.
Fischwehre und Brücke an der Dordogne
Auch die ehemaligen Fischwehre von Mouleydier gehören zur Ortsgeschichte. Sie gelten wahrscheinlich als einzigartig im Dordogne-Tal. Ein Zensus vom 22. November 1794 dokumentiert die Fischwehre; darin wird Jean Delmas, genannt „Carelle“, als Fischer erwähnt, der in den Höhlen tätig war. Das genaue Datum und der namentlich genannte Fischer geben dieser Überlieferung einen anderen Schwerpunkt als die Geschichte der Burg: Hier steht der Fischfang im Mittelpunkt. Die Brücke über die Dordogne wurde zwischen 1840 und 1850 gebaut und gehört damit in eine deutlich spätere Epoche als die Belagerung von La Castelle.
Kanal, Schleusen und Wasserbau bei Tuilières
Der Seitenkanal der Dordogne bei Tuilières wurde 1844 in Betrieb genommen, damit Lastkähne die Untiefen bei Lalinde vermeiden konnten. Die Schleusentreppe von Tuilières erstreckt sich über 289 Meter und überwindet einen Höhenunterschied von 22 Metern. Länge und Höhenmaß bieten zwei unterschiedliche Anhaltspunkte, um die Anlage einzuordnen. Die Schleusengruppe von Tuilières wurde durch Erlass vom 11. September 1996 als historisches Denkmal eingetragen. Der Eintrag umfasst das Kreuzungsbecken, die obere und untere Brücke sowie die Fassaden und Dächer der flussaufwärts und flussabwärts gelegenen Schleusenwärterhäuser. Der 1989 gebaute Fischaufzug hat ein Beobachtungsfenster. Zusammen zeigen diese Bauwerke verschiedene Aspekte der Wasserwege: Schifffahrt, Schleusenbau und die bauliche Geschichte der Anlage.
Voies vertes und eine saisonale Fahrt
Die Véloroute beziehungsweise Voie verte von Bergerac bis Lalinde folgt dem früheren Treidelpfad und ist seit Sommer 2019 für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Die V91 verläuft von den Schleusen von Tuilières bis Mauzac am Canal de Lalinde entlang. Die genannten Verläufe und Endpunkte unterscheiden die beiden Routen; wenn Sie eine Tour planen, prüfen Sie die aktuellen Streckenbedingungen.
Eine Fahrt der Gabarres de Bergerac dauert eineinhalb Stunden und startet nach Reservierung am Hafen von Creysse. Sie führt über das Dorf Mouleydier mit seinen Fischwehren zum Hafen von Tuilières mit seiner Schleusentreppe mit sieben Schleusen, seinem Fischaufzug und seinem Wasserkraftwerk. Die Fahrt ist saisonal. Prüfen Sie vor der Planung die aktuellen Fahrtdaten und reservieren Sie. Im Vergleich zu den Routenangaben bietet diese Fahrt eine konkrete Dauer und einen festen Reservierungsbedarf – eine hilfreiche Grundlage, wenn Sie Ihre verfügbare Zeit für eine Aktivität auf dem Wasser einteilen möchten.
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