Wer nach Plussulien reist, findet in Quelfénec einen konkreten Zugang zur neolithischen Doleritgewinnung. Heimische Laubwälder, beweidete Wiesen und weitere Landschaftselemente ergänzen den archäologischen Schwerpunkt. Historische Kapellen und ein Friedhofskreuz bringen Baugeschichte und sakrale Kunst ins Bild. So lässt sich der eigene Schwerpunkt wählen: Werkzeugherstellung, Landschaft oder Denkmale.
Quelfénec: vom Dolerit zum Werkzeug
Quelfénec wurde im Neolithikum zur Gewinnung von Dolerit ausgebeutet. Aus dem Gestein wurden geschliffene Äxte und Dechsel gefertigt. Die Stätte verbindet damit den Werkstoff selbst mit den Werkzeugformen, die daraus entstanden. Die Maison de l’Archéologie von Plussulien vermittelt den Herstellungsprozess anhand einer Inszenierung und von Objekten aus den Ausgrabungen. Sie setzt einen anderen Akzent als der Doleritaufschluss: Dort steht der Ort der Gewinnung im Blick, in der Maison die Darstellung der Herstellung.
Der Doleritaufschluss ist für Spaziergänger ganzjährig zugänglich. Die Route an der neolithischen Stätte beginnt am Parkplatz des Standorts in 22320 Plussulien. Für die Orientierung sind damit sowohl der Startpunkt als auch der ganzjährige Zugang benannt.
Landschaft und Lage
Quelfénec erreicht fast 310 Meter und liegt im Zentrum einer Kammlinie zwischen Laniscat und Merléac. Zum Gelände gehören heimische Laubwälder, beweidete Wiesen, Bocage-Wege und Brachflächen. Diese unterschiedlichen Landschaftselemente ergänzen das Thema der steinzeitlichen Gewinnung. Auch die Tierwelt gehört zum Bild: Auf dem Gelände wurden 13 Fledermausarten erfasst.
Kapellen und Denkmale in Plussulien
Die Chapelle Séléden in Plussulien, auch Chapelle Notre-Dame de Sélédin genannt, ist durch einen Erlass vom 27. März 1926 als historisches Denkmal eingetragen. Die Chapelle Notre-Dame de Sélédin wurde mit einem Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und einem Glockengiebel errichtet. Während der bretonischen Erbfolgekriege wurde sie zerstört und 1392 sowie 1640 wiederaufgebaut. Die beiden Jahreszahlen bezeichnen Wiederaufbauphasen; der Erlass von 1926 betrifft die Eintragung als Denkmal.
Ein eigenes Denkmal ist das Kreuz aus dem 17. Jahrhundert auf dem Friedhof von Plussulien. Auch dieses Kreuz wurde durch Erlass vom 27. März 1926 als historisches Denkmal eingetragen. Zu ihm gehört eine Granit-Pietà. Im Vergleich zur Kapelle, deren Angaben Grundriss und Wiederaufbaugeschichte betreffen, steht hier ein einzelnes steinernes Bildwerk im Mittelpunkt.
Archäologie und Angebote
Ein Verein organisiert Familienangebote zur Lebenswelt der Menschen im Neolithikum, darunter Ausgrabungsworkshops. Das Programm kann variieren. Damit unterscheiden sich die Schwerpunkte der archäologischen Vermittlung: Die Maison de l’Archéologie zeigt den Herstellungsprozess anhand einer Inszenierung und von Ausgrabungsobjekten; die Vereinsangebote greifen die Lebenswelt im Neolithikum auf und umfassen Workshops. Bei der Reiseplanung lässt sich so zwischen der Stätte, ihrer Darstellung und einem möglichen Workshop-Angebot unterscheiden.
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