Neuwiller-Lès-Saverne verbindet sakrale Baugeschichte mit konkreten Naturthemen: In der Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul reichen die Bauphasen vom 9. bis ins 19. Jahrhundert, während der Naturlehrpfad von Loosthal auf vier Kilometern 26 Stationen zu den ökologischen Besonderheiten des Gebiets umfasst. Daraus ergeben sich zwei unterschiedliche Blickrichtungen für Ihre Reiseplanung: Kirchen und jüdisches Erbe auf der einen, geschützte Naturräume und ihre Pflanzenwelt auf der anderen Seite. Die folgenden Orte und Details helfen Ihnen, den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts nach Ihren Interessen zu setzen.
Naturlehrpfad und Naturschutzgebiete
Der Naturlehrpfad von Loosthal verläuft zwischen La Petite-Pierre und Neuwiller-lès-Saverne im Natura-2000-Gebiet „Vosges du Nord“ und führt durch seltene, geschützte Naturräume. Er ist vier Kilometer lang und umfasst 26 thematische Stationen zu den ökologischen Besonderheiten des Gebiets. So verbindet sich eine klar bezifferte Strecke mit inhaltlichen Haltepunkten zur Natur: Der Pfad richtet den Blick nicht nur auf den Weg, sondern auch auf die Lebensräume, durch die er führt.
Ein weiterer Naturbezug liegt am Galgenberg: Zum dortigen Obstgarten gehören drei Arten wild wachsender Orchideen. Der Garten ist Teil des Naturschutzprojekts von Neuwiller-lès-Saverne und öffentlich zugänglich, unter anderem für pädagogische Angebote und naturkundliche Beobachtung. Wenn Sie ein solches Angebot planen, klären Sie die Besuchsmodalitäten vorab. Auch das Schilfgebiet Rehgarten gehört zum Naturschutzprojekt und ist öffentlich zugänglich. Damit reicht der Natur-Schwerpunkt vom thematisch erschlossenen Weg bis zu zwei unterschiedlichen Landschaftsbereichen.
Abteikirche und jüdisches Erbe
Die Abteikirche Saints-Pierre-et-Paul vereint romanischen Stil, die romanische Übergangsphase sowie gotische und barocke Formen. Ihre Bauphasen reichen vom 9. bis ins 19. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören ein Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, ein Reliquiengrab des heiligen Adalbert aus dem 18. Jahrhundert, das Heilige Grab von 1478 sowie vier polychrome Holzstatuen aus dem 15. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Datierungen machen sichtbar, wie viele Epochen in der Ausstattung der Kirche zusammenkommen.
Ein weiteres Werkensemble sind die Tapisserien des heiligen Adalbert. Sie wurden zu Beginn des 15. Jahrhunderts angefertigt und bestehen aus vier Bildteppichen. Zusammen sind sie 20 Meter lang und zeigen 165 Figuren. Die Zahlen geben einen Eindruck vom Umfang dieser Bildfolge und ergänzen die einzelnen, unterschiedlich datierten Ausstattungsstücke um ein geschlossenes Werkensemble.
Die Kirche Saint-Adelphe ist ein spätromanischer Bau, der hauptsächlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, um die Reliquien des heiligen Adalbert aufzunehmen. Zugleich diente sie als Pfarr- und Wallfahrtskirche. 2026 ist die Kirche täglich vom 1. April bis zum 31. Dezember geöffnet: im Sommer von 9 bis 19 Uhr und im Winter bis 17 Uhr. Prüfen Sie die Zeiten vor Ihrer Reise noch einmal.
Der ehemalige jüdische Friedhof von Neuwiller-lès-Saverne gilt als ältester jüdischer Friedhof im Elsass. Hebräische Inschriften auf den Steinen der Befestigungsmauer stammen aus der Zeit von 1260 bis 1550. Als Monument historique ist die Anlage seit dem 10. Februar 1999 eingetragen. Die ehemalige Synagoge ist außerdem eine Station des akustischen Rundgangs durch Neuwiller-lès-Saverne. Der Rundgang thematisiert auch das früher verbreitete ländliche Judentum im Elsass und ergänzt die Friedhofsgeschichte um eine weitere Perspektive auf das jüdische Erbe.
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