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Wingen-Sur-Moder lässt sich über seine Glaskunst und die Geschichte des Ortes erschließen. Im Musée Lalique stehen sowohl künstlerische Objekte als auch ihre Herstellung im Blick; dazu kommen eine Pfarrkirche mit datierter Baugeschichte, ein historischer Friedhof und ein kulturhistorischer Rundwanderweg. So können Sie vor der Reise abwägen, ob Sie den Schwerpunkt eher auf Museum und Architektur oder auf eine Wanderung legen möchten.

Glaskunst und Herstellung

Die lokale Glasmacherei reicht als Thema bis in die frühe Neuzeit zurück: Ihr Aufschwung begann mit den Glashütten Neuhütte und Hochberg, die 1708 beziehungsweise 1715 gegründet wurden. Das Musée Lalique wurde in Wingen-sur-Moder gegründet, wo René Lalique 1922 seine Glashütte errichtete; der Schwerpunkt des Museums liegt auf Glaskunst. So stehen im Ort die Geschichte der Glashütten und die Beschäftigung mit Glaskunst in einem gemeinsamen thematischen Zusammenhang.

Einen konkreten Zugang zur Herstellung bietet die interaktive Tischinstallation zur 1927 geschaffenen Vase Bacchantes. Kurze Filme zeichnen den Weg von der Form bis zur fertigen Vase nach; durch Berührung vermittelt die Installation, wie sich das Material verändert. Der Herstellungsprozess steht damit neben den fertigen Werken als eigenes Thema. Die Sammlung zeigt Schmuck, Zeichnungen, Parfümflakons, Gegenstände der Tischkultur, Kronleuchter, Kühlerfiguren und Vasen. Wer sich für Glaskunst interessiert, begegnet hier also unterschiedlichen Objektarten und einer Darstellung einzelner Arbeitsschritte.

Kirche und Friedhof

Auch die Architekturgeschichte lässt sich an konkreten Daten festmachen. Die Pfarrkirche Saint-Félix-de-Cantalice wurde 1914 nach Plänen des Architekten Zigan erbaut und am 21. November 1915 eingeweiht. Baujahr und Einweihung bezeichnen dabei zwei unterschiedliche Stationen ihrer Entstehung. Das ist ein eigener kulturhistorischer Schwerpunkt neben der Glaskunst.

Beim Teutsch-Friedhof ist die Datierung vorsichtiger: Er wurde vermutlich um 1875 von Edouard Teutsch angelegt, einem Glasfabrikanten und protestierenden Abgeordneten. Die Grabstelen gruppieren sich um ein kleines zentrales Denkmal; Größe und Stil sind einheitlich. Die Kirche bietet somit genaue Bau- und Einweihungsdaten, während der Friedhof mit einer ungefähren Entstehungszeit verbunden ist.

Wandern und Anreise

Der Sentier des verriers ist ein 8,2 Kilometer langer Rundwanderweg und als historischer sowie kulturhistorischer Wanderweg eingeordnet. Die Rundform unterscheidet ihn von den kulturellen Themen vor Ort: Hier steht eine zusammenhängende Wanderstrecke im Mittelpunkt. Planen Sie mit den angegebenen 8,2 Kilometern; die Streckenlänge kann sich künftig ändern.

Wingen-sur-Moder gehört zu den TER-Bahnhöfen, die als Ausgangspunkte für Wanderwege in den Nordvogesen von Strasbourg, Sarreguemines, Metz oder Nancy aus dienen. Prüfen Sie vor der Reise die Verbindungen und Fahrpläne, wenn Sie die Anreise mit einer Wanderung verbinden möchten. Für die Planung einer Übernachtung können Sie zunächst Ihren Schwerpunkt wählen: Glaskunst und Ortsgeschichte, den Rundwanderweg oder eine Reise, die beide Interessen aufgreift.

Weitere Reiseziele entdecken: Hilsenheim, Bourgheim, La Wantzenau, Wimmenau, Thanvillé, Epfig, Saales, Wasselonne.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bas-Rhin.

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