Riquewihr verbindet ein dichtes historisches Stadtgefüge mit einer weitreichenden Weinbaugeschichte und einem markanten Landschaftsrahmen. Der Ort zählt zu den „Plus Beaux Villages de France“; seine Häuser stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Riquewihr liegt in einem nach Osten geöffneten Tal, umgeben von mit Weinreben bepflanzten vorvogesischen Hügeln. Diese Verbindung macht mehrere Entdeckungsinteressen konkret: historische Architektur, die Geschichte des Weinhandels und die Landschaft rund um den Ort. Beim Planen können Sie unterscheiden, ob Sie die Baugeschichte einzelner Türme, Museumsinhalte zu Riquewihr oder einen Rundgang mit regionalem Thema in den Mittelpunkt stellen möchten.
Weinhandel und Landschaft
Die historische Reichweite des Weinbaus zeigt sich daran, dass Wein aus Riquewihr im gesamten Reich und in den hansischen Ländern exportiert wurde. Vom Dolder aus bietet sich ein bemerkenswerter Blick auf die Dächer Riquewihrs und in Richtung der elsässischen Ebene. So stehen die Dachlandschaft des Ortes und der Blick in Richtung Ebene als zwei unterschiedliche Perspektiven nebeneinander. Weinbaugeschichte lässt sich hier sowohl als historischer Handel als auch im Landschaftsbezug des Tals einordnen.
Befestigung und Museumsinhalte
Das Jahr 1291 ist dem Dolder zugeordnet; er diente als Wehrturm, Wachturm und Glockenturm. Das Dolder-Museum stellt Riquewihr als befestigte Weinstadt dar und zeichnet seine Entwicklung vom 13. bis zum 17. Jahrhundert nach. Die Tour des Voleurs ist ein winkelförmiger Wehrturm vom Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert diente sie außerdem als Gefängnis und als Ort der herrschaftlichen Rechtsprechung. Am Dolder stehen Wehr, Wache und Glocke im Vordergrund; bei der Tour des Voleurs kommen die spätere Gefängnisnutzung und herrschaftliche Rechtsprechung hinzu. Auch das ehemalige Château des comtes de Montbéliard-Wurtemberg wird heute als Museum genutzt.
Wohnräume und Weinhandwerk
Die Maison de Vigneron aus dem 16. Jahrhundert umfasst eine Küche, einen Wohnraum („Stub“), Wanddekorationen und einen Keller. Im Keller befinden sich Werkzeuge von Winzern und Küfern. Damit gehören Wohnräume, Dekoration und Geräte des Weinhandwerks zu den konkreten Einblicken, die diesen Gebäudekomplex auszeichnen. Im Vergleich zu den Wehr- und Wachtfunktionen der Türme liegt hier ein anderer Akzent: Wohnräume und Werkzeuge geben der Weinbaugeschichte einen Bezug zu Alltag und Handwerk.
Rundgänge nach Interesse
Der Weinlehrpfad Géovino verläuft durch Riquewihr. Die S’Gelt Tour führt als immersiver Erlebnisrundgang durch die gepflasterten Straßen und befasst sich mit der Geschichte, den Legenden und Alltagsschilderungen des Elsass. Die Formate setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Géovino ist der Weinlehrpfad, während die S’Gelt Tour regionale Erzählstoffe aufgreift. Prüfen Sie vor einem Besuch die Termine der S’Gelt Tour, da sie sich ändern können.
Weitere Reiseziele entdecken: Goldbach-Altenbach, Bergholtz, Bollwiller, Freland, Logelheim, Zellenberg, Horbourg-Wihr, Orbey.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haut-Rhin.