Wandern und historische Bauwerke
Das Château de Bollwiller verbindet mehrere bauliche Zeitschichten. Das Renaissanceschloss in der Ebene bewahrt einen mittelalterlichen Eingangsturm, frühere Wassergräben, Kassettendecken und Reste einer Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert. Für Reisende mit kulturhistorischem Interesse liegt der Reiz damit nicht allein in der Bezeichnung als Renaissanceschloss: Auch frühere Bauteile und spätere Ausstattung gehören zu seinem überlieferten Erscheinungsbild.
Die Wanderwege in Bollwiller sind Rundwege und beginnen und enden am Parkplatz der MJC. Sie haben damit denselben Ausgangs- und Rückkehrpunkt, was die Tourenplanung übersichtlich macht. Prüfen Sie vor dem Start die örtliche Beschilderung.
Baugeschichte in mehreren Zeitlagen
Das Château wurde am 19. November 2007 als historisches Denkmal eingetragen. Die Eintragung liefert einen eigenen historischen Bezugspunkt, der sich von den im Schloss erhaltenen Bauelementen und Ausstattungsresten unterscheidet. Wer die Baugeschichte einordnet, kann deshalb Denkmalstatus und architektonische Zeitschichten als zwei verschiedene Aspekte betrachten.
Bei der Kirche Saint-Charles verteilen sich die Datierungen auf unterschiedliche Teile: Das Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1852, der Glockenturm aus 1861. Der Hochaltar wurde bereits 1686 geschnitzt. Er ist somit 166 Jahre älter als das Kirchengebäude, während der Turm neun Jahre später entstand. Die Angaben verbinden ein Ausstattungsstück mit dem Gebäude und seinem Turm, statt eine einzige Bauphase zu beschreiben.
Das Manoir d’Argenson wurde 1738 erbaut und 1992 renoviert. Diese Jahreszahlen markieren Bau und spätere Renovierung, also zwei unterschiedliche Phasen desselben Anwesens. Im Vergleich zu Saint-Charles liegt der Unterschied darin, dass beim Manoir eine Renovierung datiert ist, während sich die Jahreszahlen der Kirche auf Gebäude, Turm und Hochaltar verteilen.
Für den Vergleich der Bauwerke ist daher wichtig, worauf sich eine Jahreszahl bezieht: auf das ganze Gebäude, einen einzelnen Bauteil oder eine spätere Renovierung. Der Hochaltar, der Glockenturm und das Manoir veranschaulichen diese unterschiedlichen Bezugspunkte. So lassen sich die Datierungen als verschiedene Bausteine der Ortsgeschichte lesen.
Ortsgeschichte und Ausstellungen
Bollwiller wurde erstmals 728 unter dem Namen „Baltowiller“ erwähnt. Im 12. Jahrhundert ließ sich eine Adelsfamilie im Schloss nieder; anschließend wurde der Ort zum Zentrum einer Herrschaft, die Feldkirch, Pulversheim, Réguisheim und einen Teil von Ungersheim umfasste. Aus diesen Stationen ergibt sich eine andere Perspektive als aus den Baujahren: Zunächst steht die frühe Namensnennung, später die Rolle des Ortes innerhalb einer Herrschaft im Vordergrund. Das Château ist dadurch nicht nur Teil einer Architekturgeschichte, sondern auch mit der Entwicklung Bollwillers zum Zentrum eines größeren Herrschaftsgebiets verbunden.
Die Société d’Histoire de Bollwiller veranstaltet fast jedes Jahr eine Ausstellung zu wechselnden Themen. Damit reicht die historische Perspektive über die einzelnen Bauwerke hinaus. Wenn Sie eine Ausstellung in Ihre Planung aufnehmen möchten, erkundigen Sie sich vorab nach dem aktuellen Ausstellungsprogramm.
Weitere Reiseziele entdecken: Neuf-Brisach, Kruth, Geishouse, Freland, Battenheim, Hohrod, Magstatt-le-Bas, Sentheim.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haut-Rhin.