Juilly lässt sich über zwei unterschiedliche Themen erschließen: die Baugeschichte des ehemaligen Oratorianerkollegs und der Kirche Saint-Étienne sowie einen 11,5 km langen Spazierweg entlang von Wasserläufen. Für die Reiseplanung sind das klar verschiedene Schwerpunkte: Kulturerbe im Ort und eine benannte Strecke im Freien. Wenn Sie den Park des ehemaligen Kollegs besuchen möchten, prüfen Sie den Zugang vorab; Regelungen können sich während einer Umgestaltung ändern.
Das ehemalige Kolleg: mehrere Bauphasen
Das ehemalige Kolleg der Oratorianer in Juilly wurde 1638 von den Oratorianern gegründet und größtenteils im 18. Jahrhundert errichtet. Vier offene Höfe ordnen den Komplex; ihre Anlage erinnert an Klosterbaupläne des 17. und 18. Jahrhunderts. Einige Treppen und Holzvertäfelungen aus dem 18. Jahrhundert sind erhalten. Damit treffen in der Anlage ein älterer Grundriss und konkrete Spuren späterer Bauphasen aufeinander.
Auch die einzelnen Gebäude setzen die Geschichte fort: Die Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wiederaufgebaut. Die Bibliothek errichtete Henry Faucheur zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Beton. Bemerkenswerte Gärten gehören zum Park des ehemaligen Kollegs; sie sind seit dem 31. Juli 2003 im allgemeinen französischen Kulturerbeinventar vorinventarisiert. Der Komplex ist teilweise als historisches Denkmal eingetragen, und zwar seit dem 6. Mai 2021. Der Brunnen Sainte-Geneviève ist vollständig in den geschützten Komplex einbezogen.
Ein weiteres historisches Detail ist das Grabdenkmal für den rechten Arm Kardinal de Bérulle im Kolleg. Das Grabdenkmal für Kardinal de Bérulle enthält die Hand und den rechten Arm des Kardinals. Zusammen mit Höfen, erhaltenen Holzarbeiten und späteren Bauten zeigt dieses Objekt, wie unterschiedlich die historischen Bezüge der Anlage sind.
Saint-Étienne: Tragwerk und Kirchenkunst
Eine andere Architekturgeschichte erzählt die Kirche Saint-Étienne. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom Architekten Louis Auguste Boileau wiederaufgebaut. Ihr Eisentragwerk umfasst Pfeiler, Kapitelle und Rippen, die auf steinernen und zementierten Sockeln sowie Böden ruhen. So stehen neben der Bauphase des 19. Jahrhunderts auch die Materialien und die Konstruktion im Mittelpunkt.
Zur Kirche gehören mehrere präzise beschriebene Kunstwerke. Der Kreuzweg besteht aus geschnitztem, polychrom bemaltem Eichenholz und ist mit Flachreliefs dekoriert. Die Statue Notre-Dame des moissons ist eine direkt geschnitzte polychrome Holzskulptur. Die polychrome Statue Christus am Kreuz steht auf einem flachen Kreuz mit polygonalem Sockel und befindet sich auf dem Hochaltar. Architektur und Kunstobjekte bieten damit unterschiedliche Themen für eine Beschäftigung mit Saint-Étienne.
Spazierweg und Anreise einordnen
Wer neben den Bauwerken eine Strecke im Freien einplanen möchte, findet einen Spazierweg, der in Juilly beginnt und entlang der Beuvronne und des Ru de la Maquerelle führt. Der im Tourismusführer von 2023 beschriebene Weg ist 11,5 km lang. Prüfen Sie die aktuelle Wegmarkierung vor Ort. Die angegebene Streckenlänge gibt Ihnen eine konkrete Planungsgröße; die Route setzt einen anderen Schwerpunkt als die Architektur- und Kunstthemen im Ort.
Für die Verbindung zum Flughafen ist Filéo relevant: Der Dienst verbindet den Bahnhof Roissypole am Flughafen CDG 1 mit Juilly Mairie de Juilly. Für den Zugang zur Flughafenplattform ist Filéo rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche verfügbar. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Betriebsbedingungen, damit Ihre Anreiseplanung zu den jeweiligen Angaben passt.
Archivgeschichte und Termine
Auch die Geschichte der Sœurs de Saint-Louis ist mit Juilly verbunden. Die Kongregation wurde 1842 dort im Bistum Meaux von Abbé Louis Bautain gegründet. Der Archivbestand der Sœurs de Saint-Louis in Juilly umfasst Werke über Bautain, die Dames de Saint-Louis und Juilly. Das eröffnet einen eigenen Zugang zur Ortsgeschichte: Neben dem Kolleg und der Kirche stehen hier eine Kongregation und die Themen ihrer überlieferten Werke im Mittelpunkt.
Der 2016 aktualisierte Archivführer nennt Konsultation und Kommunikation nach Vereinbarung. Wenn Sie für diesen Zweck anreisen möchten, stimmen Sie die Terminmodalitäten vorher erneut ab. So können Sie den Archivbesuch als eigenen Schwerpunkt planen und ihn von den architektonischen Themen und dem Spazierweg unterscheiden.
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