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Barbaggio vereint unterschiedliche Zeitschichten: eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, Kirchenkunst, Weinbau und Spuren alter Mühlen. Wanderwege öffnen den Blick auf die Conca d’Oru und die Weinberge von Patrimonio. Von Bastia aus gilt Barbaggio als Eingang zum Grand Site de France Conca d’Oru; zum Ort gelangt man über den Abstieg vom Col de Teghime.

Ortskern und sakrale Geschichte

Zum Ortskern gehören die terrassenförmig angeordneten Weiler Piazze, Poggio und Gorgaccia sowie die Kirche San Marcellu. Die Pfarrkirche Saint-Marcel ist in ihren wesentlichen Teilen eine Kirche des 18. Jahrhunderts. Zu den älteren Elementen zählen Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert; bemerkenswert ist auch ihr Glockenturm mit Kuppel. In der Kirche befindet sich das Gemälde „Der heilige Hieronymus in der Wüste“ aus dem 17. Jahrhundert, das als geschütztes Objekt eingestuft ist.

Die Kapelle San Petru stammt aus dem 11. Jahrhundert und war die Hauptkirche der früheren Pieve von Patrimonio. Archäologische Ausgrabungen an San Petru legten eine Grube zum Glockenguss und Fragmente von Tonformen frei. Die entdeckte handwerkliche Produktionsstruktur wird als einzigartig auf Korsika beschrieben.

Wandern zwischen Ausblicken und Baugeschichte

Der Sentier panoramique des Balcons ist eine schwierige Rundwanderung über 10 km mit 175 m Höhenunterschied. Sie beginnt am Belvédère von Barbaggio oder an der RD 238. Prüfen Sie die Routendetails vor dem Aufbruch. Durchgehend bietet der Weg Ausblicke auf die Conca d’Oru und die Weinberge von Patrimonio; außerdem reicht der Blick bis zur Kalksteinkette des Mont Sant’Anghjulu.

Am Weg steht die Maison de l’évêque mit ihren mittelalterlichen Mauern. Sie diente den Bischöfen des Nebbiu als Zweitwohnsitz. Ein Pagliaghju zeigt eine andere Seite der ländlichen Baugeschichte: Das korsische agro-pastorale Gebäude wurde früher zur Lagerung von Stroh genutzt und diente gelegentlich Hirten oder ihrem Vieh als Unterstand.

Der Wanderweg Serra di u Pignu / Glacières de Cardo verläuft vom Fernsehrelais Serra di Pigno über den Kamm von Barbaggio bis zur Cima di Gratera auf 1.024 m. Auf der Wanderung gibt es Ausblicke auf die Buchten von Bastia und Saint-Florent. Da sich die Bedingungen auf der Route ändern können, prüfen Sie sie vor dem Start.

Weinbau und Handwerksgeschichte

Das Weingut Mlle D – Marie-Françoise Devichi in Barbaggio bietet Besichtigungen und Weinverkostungen an. Es erzeugt Muscat du Cap Corse mit AOC sowie Weine der AOP Patrimonio und steht für die sechste Generation des familiären Weinbaus in Barbaggio.

Am Quarcetto-Bach liegt die Getreidemühle Molinaccio aus dem 18. Jahrhundert. Sie bewahrt Bauelemente einer Mühle für Weizen und Kastanien sowie einen verbliebenen Kalksteinmühlstein von etwa 120 cm Durchmesser und 15 cm Dicke. Die Maße machen das erhaltene Mühlsteinfragment zu einem konkreten Detail der lokalen Mühlengeschichte.

Erinnerungsorte am Col de Teghime

Die 2022 restaurierte Kasematte am Col de Teghime ermöglicht einen Rundgang durch einen unterirdischen Abschnitt einer ehemaligen Schützengrabenanlage. Oberirdisch führt der Rundgang durch einen Bereich mit Beobachtungsposten und dem Standort eines früheren Geschützes. Das Kriegerdenkmal am Col erinnert an eine dreitägige Schlacht, in der am 3. Oktober 1943 49 Soldaten des 2. GTM ums Leben kamen.

Auch die Landschaft ist Teil der Orientierung: Das ZNIEFF-Gebiet Typ 1 „Défilé des Strette et Collines Calcaires de Saint-Florent“ umfasst Barbaggio sowie die Kalkhügel und Kalkklippen des Monte Sant’Angelo.

Weitere Reiseziele entdecken: Centuri, Patrimonio, Figareto, Vescovato, Erbajolo, Borgo, Cateri, Santo-Pietro-Di-Tenda.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haute-Corse.

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