Farinole verbindet Küstenlandschaft mit Spuren von Klosterbau, Bergbau und Seeverkehr. Für die Planung eines Aufenthalts können Sie zunächst nach dem Schwerpunkt wählen: Küstenwege und Pflanzenwelt oder Bau- und Wirtschaftsgeschichte. Der Küstenweg Vecchiaia, der botanische Lehrpfad A Ferrera und die historischen Orte bieten dafür unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Küstenwege, Strand und Pflanzenwelt
Die gesamte Meeresküste von Farinole grenzt an den Meeresnaturpark Cap Corse und Agriate. Farinole gehört außerdem zum Grand Site de France Conca d’Oru – Vignoble de Patrimonio – Golfe de Saint-Florent. Der Weg Vecchiaia verläuft am Meeresufer durch duftende Macchia und bietet Ausblicke auf türkisfarbene Buchten und Kalksteinhöhlen. Er kann am Strand von Catarelli in Farinole begonnen werden.
Der Sandstrand der Marine de Farinole gilt als familienfreundlich und leicht zugänglich. Wer sich für Pflanzen interessiert, findet am Weg A Ferrera einen anderen Schwerpunkt: Lehrtafeln informieren über Pflanzenarten und die lokale biologische Vielfalt. Seit 2016 gehören Tafeln zu endemischen Pflanzen zum Weg, der als botanischer Lehrpfad gestaltet ist. Ein Spazierweg beginnt an der Kirche Saint-Côme-et-Saint-Damien und führt zur alten Magnetitmine A Ferrera.
Baugeschichte und genuesischer Turm
Die Tour de Farinole ist ein genuesischer Turm aus dem Jahr 1562. Seit dem 23. Juni 1993 ist sie als historisches Denkmal eingetragen. Auch die Kirche Saint-Côme-et-Saint-Damien gehört zur älteren Baugeschichte des Ortes: Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Beim Kloster Marianda lassen sich Gründung und Bauzeit unterscheiden. Die rechtliche Gründung erfolgte 1606; die Bauarbeiten dauerten bis 1671 und wurden von 1702 bis 1750 fortgesetzt. Zum Kloster gehörte ein Kalkofen. Dort wurde Kalkstein zu Kalk gebrannt, der als Mörtel in den Klostermauern verwendet wurde. So erzählt der Ofen nicht nur von einem historischen Bauwerk, sondern auch von einem konkreten Handwerk, das zu seiner Errichtung beitrug.
Spuren von Bergbau und Seefahrt
Von den Eisenminen Farinole-Olmeta sind verschiedene Zeugnisse erhalten: Stolleneingänge, Fragmente von Decauville-Schienen, Gleitrinnen, eine Handwinde und ein Pulvermagazin. Zusammen geben diese Reste Einblick in unterschiedliche Aspekte des früheren Bergbaus, von den Stollen bis zum Materialtransport.
Die Geschichte der Marine de Farinole ist auch mit dem Transport über das Meer verbunden. Die Magazini dienten als Lager für Waren, darunter Getreide und Tiere, welche die Einwohner per Boot aus der Ebene von Nebbiu/Agriate zur Marine de Farinole brachten. U Scalu Vecchju war eine Werft: Zwischen Januar und März 1762 wurde dort eine Halbgalere gebaut. Lager, Bootstransport und Schiffsbau zeigen dabei verschiedene Seiten der maritimen Vergangenheit Farinoles.
Wein und ein fester Festtag
Das Domaine Guissani Paoli in der Marine de Farinole ist ein biologisch bewirtschaftetes Weingut der AOP Patrimonio. Besichtigungen des Weinguts und Weinverkauf erfolgen ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung. Stimmen Sie einen Besuch deshalb vorab mit dem Weingut ab.
Ein jährlich wiederkehrender Termin im Ortsleben ist der 26. September: An diesem Tag werden in Farinole die Schutzheiligen mit einer Prozession gefeiert. Zusammen mit den Küstenwegen, der Pflanzenwelt und den historischen Spuren bietet dieser Festtag einen weiteren Blick auf die unterschiedlichen Facetten des Ortes.
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