Im Ostriconi-Tal liegt Lama in einer Landschaft, die vom Kontrast zwischen Meer und Bergen geprägt ist. Auch das Ortsbild vereint unterschiedliche Maßstäbe: Wohnhäuser mit mittelalterlichen Sockelbereichen, gepflasterte Gassen mit zahlreichen überwölbten Durchgängen und große Herrschaftshäuser, die als „i palazzi“ bezeichnet werden. Für Ihre Reiseplanung stehen neben diesen baulichen Merkmalen auch die agro-pastorale Kulturlandschaft und Wege mit deutlich unterschiedlichen Strecken- und Zeitangaben im Mittelpunkt.
Kulturlandschaft und Natur
Das Gebiet von Lama ist als „Site Patrimonial Remarquable“ ausgewiesen und bewahrt agro-pastorale Elemente wie jahrhundertealte Olivenhaine, Tennen, Kulturlandterrassen und Brunnen. Diese Merkmale zeigen verschiedene Seiten der Kulturlandschaft: Olivenhaine und Terrassen gehören zu den bewirtschafteten Flächen, Tennen und Brunnen ergänzen das Bild um weitere ländliche Strukturen. Auf dem „Sentier du patrimoine de Lama“ kommen wilde Oliven, jahrhundertealte Olivenbäume, Wacholder, Macchia und natürliche Wiesen als prägende Vegetation hinzu.
Wege mit unterschiedlichen Zeitrahmen
Der „Chemin de la mémoire“ verbindet Lama und Urtaca auf einem 4,8 Kilometer langen Hin- und Rückweg. Die Dauer beträgt etwa eineinhalb Stunden; unterwegs führt die Route zu ländlichen Zeugnissen wie Schafställen, Heuschobern, Tennen und Kulturlandterrassen.
Der „Sentier du patrimoine de Lama“ ist ein zweistündiger, 2 Kilometer langer Hin- und Rückweg mit geringem Höhenunterschied. Die beiden Angaben zeigen, warum die reine Distanz für den Zeitvergleich nicht ausreicht: Der kürzere Sentier ist mit zwei Stunden angegeben, während die längere Strecke des „Chemin de la mémoire“ etwa eineinhalb Stunden dauert. Für Ihre Planung lohnt es sich, Dauer und Streckenlänge jeweils zusammen zu berücksichtigen.
Für einen kürzeren Zeitrahmen gibt es außerdem den „Chemin de Funtana di u Canale“: Der Hin- und Rückweg zur Quelle dauert 20 Minuten. Nach einem 600 Meter langen Abschnitt vom Dorfeingang weist ein Holzschild auf die Quelle hin.
Architektur und Dorfgeschichte
Die ehemalige Kapelle San Lorenzo wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und bewahrt Fresken aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Die Fresken entstanden damit deutlich später als der Bau der Kapelle.
Das Stallò befindet sich in einer großen, kirchenähnlichen Halle aus dem 19. Jahrhundert, die lange als Stall der Gendarmerie diente. Dort gibt es eine ständige Ausstellung alter Fotografien, die von Familien aus dem Dorf gestiftet wurden und Personen sowie traditionelle Szenen aus früherer Zeit zeigen. Daneben beherbergt das Stallò das ganze Jahr über thematische Wechselausstellungen und dient als Veranstaltungsort für Konferenzen und Workshops. So treffen im selben Gebäude die Geschichte seiner früheren Nutzung und verschiedene Formen des kulturellen Programms aufeinander.
„Lama Secretu“ ist eine mobile Anwendung, die auf einem Rundgang in fünf Akten mit 23 Stationen beruht. Der Rundgang verbindet Elemente zur Geschichte des Dorfes und zur umgebenden Natur und verfolgt Lamas Geschichte von den mittelalterlichen Ursprüngen im Jahr 1206 bis zur Gegenwart.
Lokale Käseherstellung
Der Familienbetrieb GAEC Lama – Fromagerie de l’Ostriconi befindet sich in Lama und ist auf Schafhaltung sowie die Herstellung von Bauernkäse spezialisiert. Dabei nutzt der Betrieb traditionelles handwerkliches Know-how.
Weitere Reiseziele entdecken: Taglio-Isolaccio, Moltifao, Verdèse, Prunelli-Di-Fiumorbo, Poggio-Marinaccio, Avapessa, Calacuccia, Moriani-Plage
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haute-Corse.