Zum Inhalt

Saint-Paul-La-Coste verbindet Kulturerbe mit Wegen durch eine Landschaft am Rand der Cévennen. Die romanische Kirche, der Temple und die Reste einer früheren Seidenspinnerei setzen unterschiedliche historische Akzente; mehrere Wege und Forstpisten erschließen zugleich Panoramen, Vallats, Mas und Weiler. Damit stehen Baugeschichte und Landschaftserkundung als zwei konkrete Zugänge zum Ort nebeneinander.

Kirche, Temple und Industriegeschichte

Die romanische Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ihre Restaurierung wurde mit dem Preis „Rubans du patrimoine 2020“ ausgezeichnet. Im Herzen des Dorfes liegt außerdem der Temple, der etwa 1565 erbaut wurde. Schon die Zeitangaben zeigen einen deutlichen Abstand: Die Kirche führt ins 12. Jahrhundert zurück, der Temple in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wer beide Bauwerke in die Ortsgeschichte einordnet, begegnet so zwei verschiedenen historischen Bezugspunkten.

Die Chapelle de Mandajors eröffnet einen weiteren historischen Zusammenhang: Sie steht mit den Religionskriegen am Ende der Herrschaft Ludwigs XIV. in Verbindung. Kirche, Temple und Kapelle verweisen damit auf unterschiedliche Abschnitte der Ortsgeschichte. Für die thematische Orientierung lohnt es sich, die zeitlich genau benannten Bauwerke von diesem Zusammenhang der Kapelle zu unterscheiden.

In Le Martinet tritt die Industriegeschichte in den Vordergrund. Die ehemalige Seidenspinnerei Chambon, später Boudon, wurde 1836 auf dem Gelände eines früheren Martinet errichtet. Von der früheren Anlage sind nur noch der Wasser führende Aquädukt und die Gebäuderuinen erhalten. An diesem Ort lassen sich der frühere Martinet als Vorgängerstandort und die spätere Seidenspinnerei als zwei aufeinanderfolgende Phasen unterscheiden.

Landschaft und Gewässer

Saint-Paul-La-Coste liegt an den Ausläufern der Cévennen und in der Randzone des Nationalparks. Außerdem liegt die Gemeinde in einem Gebiet, das von der UNESCO als Biosphärenreservat eingestuft ist. Das Martinet ist in Saint-Paul-La-Coste als Espace Naturel Sensible ausgewiesen. So kommen eine großräumige Landschaftszuordnung und eine konkrete Ausweisung des Martinet als zwei unterschiedliche Bezüge zur Natur zusammen.

Der Galeizon durchquert Saint-Paul-La-Coste, ist ein Nebenfluss des Gardon d’Alès und als „Rivière sauvage“ eingestuft. Die Salandre ist ein Nebenfluss des Galeizon. Die Gewässerbeziehungen lassen sich damit als Folge lesen: Die Salandre ist dem Galeizon zugeordnet, der seinerseits in den Gardon d’Alès mündet. Für die Landschaftsperspektive ist der Galeizon der Fluss, der ausdrücklich durch die Gemeinde verläuft.

Wege und Fortbewegung

Mehrere Wege und Forstpisten durchqueren die Gemeinde; teilweise sind die Wege mit Calades befestigt. Sie erschließen Panoramen, Vallats, Mas und Weiler und richten den Blick auf verschiedene Elemente der Landschaft. Saint-Paul-La-Coste lässt sich zu Fuß, zu Pferd, mit dem Fahrrad oder mit einem Esel erkunden. So stehen neben den historischen Bauwerken auch Wege und unterschiedliche Fortbewegungsarten im Mittelpunkt der möglichen Erkundung.

Der Fernwanderweg GR®70 hat einen klar bezeichneten räumlichen Bezug: Er durchquert den südlichen Teil der Gemeinde. 1993 wurde er von der Fédération Française de Randonnée Pédestre markiert und als GR®70 klassifiziert. Für die Reiseplanung können Sie daher zwischen den mehreren Wegen und Forstpisten, die Saint-Paul-La-Coste durchqueren, und dem Fernwanderweg mit seinem Verlauf im Süden unterscheiden. Diese Unterscheidung verbindet die konkrete Routenorientierung mit den unterschiedlichen Landschafts- und Kulturthemen des Ortes.

Weitere Reiseziele entdecken: Mejannes Les Ales, Saze, Uzès, Théziers, Crespian, Saint-Geniès-De-Comolas, Saint-Sauveur-Camprieu, Laval-Saint-Roman

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gard.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.