Ein Retabel mit einer Inschrift von 1731, die 1869 fertiggestellten Halles und ein empfohlener Spaziergang am Mouzon setzen in Lamarche unterschiedliche Akzente. Wer sich für Kulturerbe interessiert, findet hier Baugeschichte, Erinnerungsorte und einen Bezug zum Wasser. Der PARCOURS LAMARCHE umfasst elf Stationen. Dazu zählen der Turm des ehemaligen Schlosses, die Halles, die Place de Bellune und die Église Notre-Dame de l’Assomption. Schon diese Auswahl macht deutlich, dass sich der Ort nicht auf eine einzige Epoche oder Art von Sehenswürdigkeit reduzieren lässt: Architektur, kirchliche Kunst und Gedenken stehen nebeneinander.
Baugeschichte und kirchliche Kunst
Die Église Notre-Dame de l’Assomption stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde sie verändert und erweitert; als historisches Monument ist sie klassifiziert. Ihre Geschichte umfasst damit einen mittelalterlichen Ursprung und spätere Umbauphasen. In der Kirche befindet sich außerdem eine Orgel von Nicolas Antoine Lété aus Mirecourt. Der Blick auf die Baugeschichte und der Blick auf die Orgel führen zu unterschiedlichen Fragen: Wie hat sich ein Bauwerk über Jahrhunderte verändert, und welches konkrete Instrument ist mit dem Namen seines Herstellers verbunden? Beide Aspekte geben der Kirche als Station des PARCOURS LAMARCHE ein eigenes kulturelles Profil.
Der Altar und das Retabel von Jeanne d’Arc, ehemals der heiligen Anna, befinden sich in der Église de l’Assomption in Lamarche. Das Retabel trägt die Inschrift „Sainte Anne Priez pour nous 1731“. Neben den Zeiträumen der Baugeschichte steht hier ein genau datiertes Detail. Die Jahreszahl gehört zur Inschrift und gibt einen konkreten Anhaltspunkt für die Betrachtung des Retabels. Wer bei sakralem Kulturerbe lieber ein einzelnes Objekt als die Entwicklung eines Bauwerks in den Blick nimmt, findet hier einen eigenen Zugang.
Plätze, Denkmäler und Erinnerung
Die Place de Bellune erinnert an Claude-Victor Perrin, Herzog von Bellune, der 1764 in Lamarche geboren wurde. Gegenüber der Église Notre-Dame de l’Assomption steht ein Monument, das Colonel Renard erinnert und sein Luftschiff „La France“ zeigt. Die beiden Erinnerungszeichen setzen unterschiedliche Akzente: Die Place de Bellune verbindet einen Ort mit der Biografie einer in Lamarche geborenen Person; das Monument zeigt ein Luftschiff im Zusammenhang mit Colonel Renard. Eine weitere Jahreszahl gehört zur Ancienne Maison de Charité: Die Schwestern der Nächstenliebe von Nancy bezogen das Haus 1753. So kommen an diesen Stationen Biografie, ein Gedenkmonument und die Geschichte des Hauses zusammen, ohne dass sie dieselbe Art von Erinnerung darstellen.
Am Wasser entlang
Der Rundgang empfiehlt außerdem einen entspannten Spaziergang am Wasser entlang des Mouzon. Damit steht eine landschaftliche Perspektive neben Architektur, kirchlicher Kunst und Erinnerungskultur. Für die eigene Schwerpunktwahl hilft eine einfache Unterscheidung: Die Notre-Dame-Kirche und die Halles lenken den Blick auf Bauphasen beziehungsweise ein Fertigstellungsjahr; Place de Bellune und das Monument gegenüber der Kirche knüpfen an Gedenken an; der Spaziergang am Mouzon setzt Wasser und Bewegung in den Vordergrund. Wenn Sie Lamarche für einen Kulturaufenthalt auswählen, können Sie vorab überlegen, welche dieser Perspektiven Ihnen wichtiger ist, statt Stationen nur abzuhaken.
Weitere Reiseziele entdecken: Mazirot, Fays, Thaon-Les-Vosges, Fraize, Gemmelaincourt, Sainte-Marguerite, Housseras, Golbey
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vogesen.