Rund dreißig als historische Denkmäler eingetragene oder klassifizierte Bauwerke gehören zum Kulturerbe Cambrais. Seit 1992 ist die Stadt Teil des nationalen Netzwerks der Villes et Pays d’art et d’histoire. Stadtgeschichte ist damit ein guter roter Faden für den Aufenthalt: Sie begegnet Ihnen in Ausstellungen, Kirchen, Architektur und öffentlichen Stadträumen. Für die Wahl eines Besuchsschwerpunkts können Sie überlegen, ob Sie lieber einen Überblick gewinnen, Sammlungen erkunden oder einzelne Bauwerke und ihre Kunst näher betrachten möchten.
Cambrai zwischen Stadtmodell und Sammlungen
Der CambraiScope im Labo ist eine kostenlose Dauerausstellung. Modelle, Pläne, aktuelle und historische Fotografien sowie Videos zeigen unterschiedliche Perspektiven auf Cambrai. Besonders anschaulich ist die originalgetreue Darstellung des Stadtmodells unter Ludwig XIV. Hinzu kommt ein virtueller Rundgang durch das Château de Selles. So stehen neben historischen Ansichten auch räumliche Darstellungen und bewegte Bilder im Mittelpunkt.
Das Musée de Cambrai befindet sich im Hôtel de Francqueville; seine Sammlungen reichen von der Vorgeschichte bis ins 21. Jahrhundert. Die vier Abteilungen widmen sich der Archäologie, dem Kulturerbe von Cambrai, der Bildenden Kunst und der geometrischen Abstraktion. Die Sammlungen erstrecken sich über vier Ebenen in einem permanenten, chronologisch angelegten Rundgang. Damit verbinden sich thematische Schwerpunkte mit einer zeitlichen Ordnung: Sie können die Abteilungen ebenso im Blick behalten wie den chronologischen Aufbau der Präsentation.
Kirchen, Kunst und Baugeschichte
Die Église Saint-Géry ist die älteste Kirche Cambrais. Ihr heutiger Bau verbindet niederländischen Barock mit französischem Klassizismus. Die Jesuitenkapelle bietet einen anderen Zugang zur Stadtgeschichte: Sie wurde zwischen 1678 und 1694 nach den Prinzipien der Gegenreformation wiederaufgebaut. Grundlage waren ein Vermächtnis von Monseigneur Vanderburch und Pläne des Architekten Jean du Blocq. Im Chor und im Langhaus befinden sich zahlreiche Hoch- und Flachreliefs sowie Gemälde von Arnoult de Vuez mit Szenen aus dem Leben Christi. Baugeschichte und Bildprogramm setzen hier jeweils eigene Akzente.
Auch die Kathedralgeschichte lässt sich an mehreren Orten nachvollziehen. Die Kirche Saint-Sépulcre wurde 1804 zur neuen Kathedrale von Cambrai bestimmt, nachdem die gotische Kathedrale während der Revolution zerstört worden war. Die Kathedrale Notre-Dame bewahrt Trompe-l’œil-Malereien von Martin Geeraerts aus Antwerpen aus dem Jahr 1745 sowie die Ikone Notre-Dame de Grâce, die in Cambrai seit 1492 verehrt wird. Die beiden Orte stehen so für unterschiedliche Kapitel der religiösen und künstlerischen Überlieferung.
Die Zitadelle wurde 1543 im Auftrag von Charles Quint auf dem höchsten Punkt der Stadt, dem Mont-des-Bœufs, erbaut. Eine geführte Besichtigung mit dem Titel „Visite de la Citadelle de Cambrai et ses souterrains“ wird von einem Konferenzführer geleitet und dauert eine Stunde und fünfzehn Minuten. Prüfen Sie vor der Reise ihre Verfügbarkeit. Eine andere Möglichkeit, sich mit dem Stadterbe zu beschäftigen, ist der Rundgang „Cambrai, la cathédrale et son quartier“: Er erkundet das Kathedralviertel auf einer Strecke von 1,5 Kilometern. Prüfen Sie vor Ihrer Reise auch die Angaben zur Route. Für Ihre Planung sind das unterschiedliche Orientierungspunkte: hier die Dauer einer Führung, dort die Länge eines Rundgangs.
Promenade, Garten und Wasser
Zum Cambrai jenseits der Innenräume gehört der Mail Saint-Martin: Der von Bäumen geprägte, der Promenade gewidmete Raum öffnet sich zum Beffroi. Der Tour Saint-Martin, auch Beffroi von Cambrai genannt, ist als historisches Denkmal geschützt. In den Jardins publics steht ein Musikpavillon, den André de Baralle 1867 erbauen ließ. Diese Orte ergänzen die Kirchen und Sammlungen um die Gestaltung öffentlicher Stadträume. Am Port de Cantimpré liegt der Zusammenfluss der kanalisierten Escaut und des Canal de Saint-Quentin – ein weiterer markanter Punkt im Stadtbild.
Wenn Sie ein Hotel für Ihren Aufenthalt suchen, kann Ihr Kulturinteresse den Schwerpunkt setzen: Stadtgeschichte anhand von Modellen und Sammlungen, Kirchenkunst oder die Bauwerke und öffentlichen Räume Cambrais. So wählen Sie zunächst die Themen, die Sie besonders interessieren, und richten Ihre Besuchsplanung daran aus.
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