Bapaume verbindet eine markante Lage am Übergang zwischen dem Plateau artésien und der Ebene des Artois mit einer Geschichte, die sich an Bauwerken konkret ablesen lässt. Der Ort liegt an einem als „seuil de Bapaume“ bezeichneten Durchgang. Im Ersten Weltkrieg wurden mehr als 95 Prozent Bapaumes zerstört; nach dem Konflikt wurde die Stadt vollständig wiederaufgebaut.
Wiederaufbau an Kirche und Rathaus
Die Église Saint-Nicolas wurde nach ihrer Zerstörung im Ersten Weltkrieg auf den früheren Fundamenten wiederaufgebaut, und zwar zwischen 1924 und 1929. In der Kirche befindet sich außerdem die denkmalgeschützte Statue Notre-Dame de Pitié aus dem 15. Jahrhundert. Baugeschichte und ein älteres Kunstwerk begegnen hier an einem Ort, ohne dass sie derselben Zeit angehören.
Das Hôtel de Ville entstand nach seiner Zerstörung 1931 und 1932 am ursprünglichen Standort neu. Oben im Turm bietet eine Außengalerie Panoramablick; die Spitze des Belfrieds ist 55 Meter hoch. Der Zugang zur Galerie sollte vor dem Besuch überprüft werden. Die beiden Wiederaufbaugeschichten geben einen konkreten zeitlichen Vergleich: Die Arbeiten an der Kirche endeten 1929, die am Rathaus folgten 1931 und 1932.
Mittelalterliche Spuren und Erinnerungsorte
Der Donjon markiert den Standort des früheren Schlosses von Bapaume. Dort lässt sich die Lage der mittelalterlichen Festungsmauern und hohen Türme noch erahnen. Damit unterscheidet sich dieser Ort thematisch von Kirche und Rathaus, deren Wiederaufbau auf die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs folgte.
Zu den zwei heute noch besuchbaren Bastionen Bapaumes gehören die Bastion du Dauphin und die Bastion de la Reyne. Letztere liegt an der Route de Cambrai. Die praktischen Öffnungsregelungen können variieren; informieren Sie sich vorab über die Besuchsmöglichkeiten.
Der Australische Friedhof erinnert an Soldaten, die während des Ersten Weltkriegs in Bapaume und Umgebung fielen. Dort ruhen 18 australische und neuseeländische Soldaten, die nach der Explosion des Rathauses aus den Trümmern geborgen wurden. Der Friedhof setzt damit einen eigenen Schwerpunkt auf die Erinnerung an Menschen, die nach der Zerstörung des Gebäudes bestattet wurden.
Wandern, Radfahren und Schwimmen
Der Fernwanderweg GR145 Arras–Bapaume umfasst in Bapaume die Église Saint-Nicolas. Eine andere Tourform bietet die Radroute Les 4 Chemins: Sie beginnt in Bapaume, folgt den Spuren des Ersten Weltkriegs und ist eine 47 Kilometer lange VTC-Schleife. Eine am 23. Dezember 2024 aktualisierte Routenbeschreibung nennt vier Stunden Fahrtdauer und den Schwierigkeitsgrad leicht. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Routenbedingungen.
Wer statt einer Tour ein Schwimmangebot sucht, findet in Bapaume die Piscine Oxygène du Seuil de l’Artois. Sie bietet der Öffentlichkeit Freizeit- und Bahnschwimmen sowie Aquacycle- und Aquadynamik-Einheiten. Das Angebot kann sich saisonal ändern; prüfen Sie deshalb vorab das aktuelle Programm.
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