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Montroty liegt im Pays de Bray im Département Seine-Maritime und grenzt an die staatliche Forêt domaniale de Lyons. Für einen Aufenthalt verbinden sich hier zwei unterschiedliche Interessen: die Wanderung La Hêtraie und eine Ortsgeschichte, die in der Kirche, im Gut Le Temple, an der ehemaligen Glashütte La Haye und im Münzschatz greifbar wird. So lässt sich die Auswahl des Tagesprogramms an einer einfachen Frage ausrichten: Soll die Wanderung oder sollen Architektur und Geschichte im Mittelpunkt stehen? Die Themen gehören zu verschiedenen Zeiten und Schauplätzen; zusammen geben sie Montroty ein klar umrissenes Profil.

Wanderung und Landschaft im Pays de Bray

Die Wanderung La Hêtraie beginnt an der Kirche von Mont-Rôty und verläuft im Bois du Temple. Der Start an der Kirche verbindet die Route mit einem zweiten Thema des Ortes: der Baugeschichte und Ausstattung der Eglise Sainte Madeleine. Als Landschaftsrahmen grenzt Montroty an die Forêt domaniale de Lyons; der konkrete Verlauf der Wanderung liegt im Bois du Temple. So lassen sich der größere Ortsrahmen und der benannte Landschaftsraum der Route auseinanderhalten.

Die Eglise Sainte Madeleine

Die Eglise Sainte Madeleine stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ihr Vorbau besteht aus Backstein; das Kirchenschiff ist aus Backstein und Feuerstein gebaut. Im Inneren gehören bemerkenswerte Holzarbeiten zur Ausstattung: ein romanisches Gewölbe, Bänke, Chorgestühl und ein Retabel. Die Datierung ordnet die Kirche zeitlich ein, während Baumaterialien und Ausstattung weitere konkrete Aspekte ihrer Architektur bilden.

Beim Außenbau kommt Backstein sowohl am Vorbau als auch am Kirchenschiff vor; Feuerstein ist für das Schiff genannt. Im Inneren verschiebt sich der Schwerpunkt zu den Holzarbeiten und den einzelnen Ausstattungselementen. Baukörper und Innenraum bieten damit unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Kirche. Neben der Wanderung steht hier ein kulturelles Thema, das sich über Bauzeit, Material und Ausstattung beschreiben lässt.

Ortsgeschichte von Le Temple bis zum Münzschatz

Das Gut Le Temple fügt eine mittelalterliche Zeitschicht hinzu. Es ist ein privates Anwesen und wurde im 14. Jahrhundert nach dem Verschwinden der Templer an den Orden der Hospitaliter vom Heiligen Johannes zu Jerusalem übertragen, der auch als Malteserorden bekannt ist. Der Wechsel der Ordenszugehörigkeit bildet einen anderen historischen Bezug als die Baugeschichte der Eglise Sainte Madeleine.

Die Glashütte La Haye steht für ein weiteres Kapitel der Ortsgeschichte: Sie war bis 1805 in Betrieb. Ihr Gründer Philippe de Caqueray gilt als Erfinder des Flachglases für Türen und Fenster. Der Verwendungszweck des Flachglases und die Verbindung mit einem namentlich bekannten Gründer geben diesem Thema einen anderen Schwerpunkt als der Geschichte des Guts oder der Kirchenarchitektur.

Auch der Trésor de Mont-Rôty eröffnet eine eigene Perspektive. Insgesamt umfasst er etwa 872 antike Münzen. Am 26. Juli 1905 wurde der Schatz in die Sammlungen des Departementmuseums aufgenommen. Die ungefähre Zahl beschreibt den Umfang des Münzschatzes, das genaue Datum den Zugang zur Sammlung. Zusammen mit der bis 1805 betriebenen Glashütte ergibt sich ein Vergleich zweier sehr unterschiedlicher Zeitmarken: dem Ende der Glasproduktion und der Aufnahme des Schatzes in eine Museumssammlung. So reicht die Ortsgeschichte von mittelalterlichen Besitzverhältnissen über Handwerk bis zur archäologischen Überlieferung.

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