Vendresse-Beaulne bietet mehrere Zugänge zur Ortsgeschichte: die Kirche Saint-Remi mit ihrer klar gegliederten Architektur, den britischen Soldatenfriedhof von Vendresse sowie Erinnerungsorte in Chivy und Überreste des Weilers Troyon. Ergänzt wird dieses Kulturerbe durch eine Wanderung zwischen weitläufigen Hochebenen und Wald. So finden Reisende, die sich für Geschichte und Landschaft interessieren, verschiedene Schwerpunkte für ihren Aufenthalt.
Saint-Remi: Bauform und Wiederaufbau
Die Kirche Saint-Remi besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes. Zu ihrer Gliederung gehören ein Narthex, ein dreijochiges Langhaus, ein wenig vorspringendes Querschiff und ein gerade schließender Chor. Der Narthex liegt am Eingang; das Langhaus bildet den längsgerichteten Hauptraum. Seine drei Joche gliedern diesen Raum in Abschnitte. Das Querschiff setzt einen Querarm, tritt aber nur wenig hervor. Der Chor endet gerade statt mit einem polygonalen Abschluss. Diese Bauteile machen den Grundriss auch für Besucher verständlich, die sich sonst nicht eingehend mit Kirchenarchitektur beschäftigen.
Zur Geschichte von Saint-Remi gehört ein deutlicher Einschnitt: Die ehemalige mittelalterliche Kirche in Vendresse wurde am Ende des Ersten Weltkriegs vollständig zerstört. Die Wiederaufbauarbeiten an der Kirche wurden im Mai 1938 wieder aufgenommen. Zerstörung und Wiederaufnahme der Arbeiten markieren unterschiedliche Abschnitte ihrer Geschichte; der bauliche Grundriss und die Kriegszerstörung lassen sich so als zwei eigene Themen betrachten.
Gedenkorte und frühere Weiler
Ein anderer Zugang zur Geschichte ist der britische Soldatenfriedhof von Vendresse. Dort sind die sterblichen Überreste von 728 britischen Soldaten beigesetzt. Wer eine genaue Zählung benötigt, sollte die Zahl mit aktuellen Friedhofsunterlagen abgleichen. Der Friedhof liegt an der D967 zwischen Vendresse-Beaulne und Cerny-en-Laonnois. Er ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang frei zugänglich. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Zugangs- und Lageangaben.
Chivy, ein von der Gemeinde Vendresse-Beaulne abhängiger Weiler, wurde nicht wiederaufgebaut. Die 1927 errichtete Kapelle Saint-Pierre wurde zum Gedenken an die Bewohner des ehemaligen Weilers gebaut. Am Gelände der Kapelle sind außerdem Spuren der Kämpfe erhalten, die den Sektor verwüsteten. Hier verbinden sich das Gedenken an die früheren Bewohner und sichtbare Spuren der Kämpfe an einem Ort.
Troyon wurde ebenfalls nicht wiederaufgebaut. Zu den Überresten des Weilers gehören ein Friedhof und ein Bauernhof. Im Vergleich zu Chivy tritt die Geschichte hier in einer anderen Form hervor: In Chivy steht die Gedenkkapelle im Mittelpunkt, in Troyon sind Friedhof und Bauernhof als Überreste des Weilers benannt. Auch das abgelegen im Tal gelegene Waschhaus trägt eine Gedenktafel.
Wandern zwischen Hochebenen und Wald
Wer sich stärker für die Landschaft interessiert, kann die Wanderung „Towards the creuttes of Moulins“ in den Blick nehmen. Sie beginnt bei La Malbatie in Vendresse-Beaulne, verläuft über jeweils einen Abschnitt der Fernwanderwege GR 142 und GR 12 und verbindet weitläufige Hochebenen mit Wald. Anders als bei den einzelnen Bauwerken und Gedenkorten steht hier der Wechsel zwischen offenen Höhenflächen und Wald im Mittelpunkt. Die Tourenangaben wurden am 18. Februar 2025 aktualisiert; prüfen Sie die Wegangaben vor dem Aufbruch erneut.
Weitere Reiseziele entdecken: Cuiry-Lès-Chaudardes, Jeantes, Neuville-Sur-Ailette, Samoussy, Chaourse, Villers-Cotterêts, Saint-Pierre-De-Franqueville, Autreppes.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Aisne.