Liancourt-Saint-Pierre lässt sich über seine Bau- und Ortsgeschichte entdecken: Spuren reichen von der Gründung des Priorats im 11. Jahrhundert bis zur weitgehenden Zerstörung des Schlosses im 19. Jahrhundert. Kirchenkunst, wiederverwendete Ornamente und Landschaftsbezüge ergänzen diese Zeitlinie. Wenn Sie Kulturgeschichte mit konkreten Ortsmerkmalen verbinden möchten, bietet der Ort mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Kirchen und Kulturerbe
Das Priorat Saint-Pierre wurde 1055 von Gauthier III. gegründet. Die Überreste seiner Kirche bilden heute einen hohen, massiven Bau mit rechteckigem Grundriss. Die Notre-Dame-Kirche stammt größtenteils aus dem späten 12. Jahrhundert und hat den Grundriss eines lateinischen Kreuzes. So stehen die erhaltene Form der Prioratskirche und der Kreuzgrundriss von Notre-Dame für unterschiedliche architektonische Bezüge.
Die Chorfenster von Notre-Dame zeigen die Vermählung der Jungfrau Maria und ihre Krönung durch die Heilige Dreifaltigkeit. Außerdem beherbergt die Kirche eine seltene kleine Pfeifenorgel aus dem Jahr 1843, gefertigt vom Orgelbauer Lété aus Mirecourt. Ein weiterer Kirchenbezug ist die Statue „Saint Fiacre“ in der Kirche Saint-Pierre. Sie wurde am 11. Januar 2017 als bewegliches Kulturgut unter Schutz gestellt. Ein Überrest der ehemaligen Kirche Saint-Pierre ist in der Rue du Donjon noch sichtbar.
Schlossgeschichte und frühere Nutzungen
Nicolas de Pellevé ließ 1560 in Liancourt-Saint-Pierre ein Schloss errichten. Es wurde 1830 weitgehend zerstört; erhalten sind ein Hauptpavillon und einige Nebengebäude. An einem Haus in der Rue Saint-Pierre sind fein gearbeitete Ornamente sichtbar, die aus dem ehemaligen Schloss wiederverwendet wurden. Schlossgeschichte zeigt sich hier also sowohl an erhaltenen Gebäuden als auch an weiterverwendeten Bauteilen.
Im Weiler Vivray ließ Louis-Alexandre Commecy 1828 den Kalvarienberg „Saint-Louis“ zum Gedenken an seine Tochter errichten, die im Alter von 13 Jahren starb. Von der ehemaligen Mühle sind die Stallungen und das Wohnhaus des Müllers sichtbar. Auch die Gemeindemare hat ihre Nutzung gewechselt: Sie wurde 1848 zum Tränken der Pferde angelegt und ist heute ein Kinderspielplatz.
Landschaft, Wege und Anreise
Der Canal de Marquemont durchquert den unteren Teil von Liancourt-Saint-Pierre. Außerdem liegt der Ort an einem Hang, der sich vom Sumpf bis zum Vexin-Plateau erstreckt. Zur Ortsgeschichte gehört auch die ehemalige Römerstraße zwischen Beauvais und Mantes, die als Chaussée Brunehaut bekannt ist.
Die Promenade an der ehemaligen Kirche Saint-Pierre trägt den Namen „Sentier des amoureux“. Sie ist ein anderer Wegbezug als die Chaussée Brunehaut: Hier geht es um eine benannte Promenade, dort um die frühere Straße zwischen Beauvais und Mantes. So lassen sich eine lokale Spaziergangsbezeichnung und die weiter reichende historische Verbindung unterscheiden.
Für die Anreise besteht ein Bahnbezug: Liancourt-Saint-Pierre liegt am Abschnitt Éragny-Neuville–Gisors der Transilien-Linie J. Der Bahnhof Liancourt-Saint-Pierre ist als TER-Bahnhof mit Verbindung zum Bahnhof Paris Saint-Lazare ausgewiesen. Prüfen Sie vor Ihrer konkreten Fahrt den aktuellen Fahrplan.
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