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Zwei Baugeschichten geben Lignières-en-Vimeu einen historischen Rahmen: Die Église Saint Valery entstand 1872 nach dem Einsturz der früheren Dorfkirche; das Château de Lignières geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Hinzu kommen die Bombardierung und Besetzung von 1944, der Wiederaufbau um 1946 sowie ein Bienenprojekt, das 2021 vorgeschlagen wurde. Wer eine Unterkunft in Lignières-en-Vimeu sucht, kann den Ort über mehrere Epochen und unterschiedliche Themen kennenlernen.

Kirche und Ortsgeschichte

Die Église Saint Valery wurde 1872 vom Grafen und der Gräfin Louis van der Cruisse de Waziers errichtet, nachdem die frühere Dorfkirche eingestürzt war. Ihr Baujahr und dieser Anlass gehören zusammen: Es handelt sich um einen Neubau nach dem Verlust des Vorgängerbaus. Beim Château ist die Abfolge anders. Dort stehen die Errichtung im späten 18. Jahrhundert, die Beschädigung im Krieg und der Wiederaufbau um 1946 im Mittelpunkt. Die beiden Gebäude markieren damit unterschiedliche Wendepunkte der Ortsgeschichte: einen Neubau nach einem Einsturz und eine spätere Wiederherstellung nach Kriegsschäden.

Das Château: Bau, Krieg und Wiederaufbau

Das Château de Lignières wurde Ende des 18. Jahrhunderts von der Familie Riencourt-Cassini als Hauptbau mit zwei Seitengebäuden errichtet. Bei der alliierten Bombardierung am 29. Juni 1944, die der Zerstörung der V-1-Startrampe in Bernapré dienen sollte, wurden in Lignières 746 Bombeneinschläge registriert; auch das Château wurde beschädigt. Von Ende Mai bis zum 19. Juli 1944 war es von General Gerhard Garf von Schwerin, dem Kommandeur der 116. Panzerdivision, besetzt. Der Bombentag liegt innerhalb dieses Besetzungszeitraums. Um 1946 wurde das Schloss nach demselben Grundriss wiederaufgebaut, jedoch mit schlichterer und weniger wuchtiger Architektur. Der Grundriss hielt damit die ursprüngliche Anordnung fest, während sich die Gestaltung veränderte.

Das Château ist Privateigentum und kann nicht besichtigt werden. Planen Sie seine Bau- und Kriegsgeschichte daher als Teil der Ortsgeschichte ein, nicht als Anlass für einen Schlossbesuch. Historisches Interesse an dem Gebäude und die Möglichkeit, es zu besichtigen, sind hier zwei verschiedene Dinge.

Die Ortsgeschichte bietet damit unterschiedliche Schwerpunkte: Bau- und Kriegsgeschichte einerseits, ein geplantes Umweltbildungsthema andererseits.

Jüngere Bezüge: Auszeichnung und Bienenprojekt

2024 erhielt Lignières-en-Vimeu eine Blume im französischen Label Villes et Villages Fleuris. Ein weiterer kommunaler Bezug war ein 2021 vorgeschlagenes Bürgerhaushaltsprojekt. Es sollte Kindern und Einwohnern die Lebensweise der Bienen und ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt vermitteln. Zugleich sollte das Vorhaben die Tätigkeit des Bienenstocks mit dem Ökosystem des Gemeindeteichs verbinden. Der Projektgedanke verknüpfte so das Wissen über Bienen mit ihrem Verhältnis zum Teichökosystem. Auszeichnung und Projekt haben unterschiedlichen Status: Die Blume wurde 2024 verliehen, während das Bienenprojekt als Vorschlag mit diesen Zielen eingeordnet ist.

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