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Pas-de-Jeu verbindet eine genau datierbare Kirchengeschichte mit der Geschichte eines kanalisierten Flusses. An der Église Saint-Hilaire stehen Bau, Beinhaus und Weihe für drei unterschiedliche Stationen des späten 19. Jahrhunderts. Der ehemalige Treidelweg an der Dive und die historische Barke am Hafen von Saint-Laon führen zu einem anderen Themenkreis: dem Fluss und der Pflege von Wasserwegen. So ergeben sich zwei konkrete Perspektiven auf den Ort: die Geschichte eines Kirchenbaus und die Arbeit an einem kanalisierten Gewässer.

Église Saint-Hilaire: Bau und Weihe

Die Église Saint-Hilaire wurde ab 1874 gegenüber der ehemaligen Kirche errichtet. Das Beinhaus der Kirche wurde 1877 im quadratischen Bereich des Querschiffs eingerichtet. Am Sonntag, dem 28. April 1878, weihte Monseigneur Pie, Bischof von Poitiers, die Kirche. Die drei Daten markieren unterschiedliche Stationen: den Beginn der Errichtung, die Einrichtung des Beinhauses und den Weiheakt. Diese Reihenfolge hilft, Baugeschichte und kirchliche Weihe voneinander zu unterscheiden. Auch die Gegenüberlage zur ehemaligen Kirche gehört zu den konkreten Eckpunkten der Ortsgeschichte.

Die Dive: Kanal und Uferweg

Die Dive, ein Nebenfluss des Thouet, ist flussabwärts von Pas-de-Jeu kanalisiert. Die Dive du Nord wurde auf 28 km von Pas-de-Jeu bis Saint-Just-sur-Dive kanalisiert. Ein ehemaliger Treidelweg folgt den Ufern der Dive und ermöglicht einen einfachen Spaziergang am Fluss. Hier stehen zwei unterschiedliche Perspektiven nebeneinander: Die 28 Kilometer benennen die Ausdehnung der Kanalisierung, während der Weg einen Spaziergang am Ufer ermöglicht. Wer sich für den Wasserlauf interessiert, kann so geografischen Zusammenhang und eine konkrete Geh-Möglichkeit auseinanderhalten, statt sie als dieselbe Art von Orientierung zu betrachten.

Eine Barke mit Arbeitsfunktion

Am Hafen von Saint-Laon in Pas-de-Jeu ist eine historische Barke ausgestellt. Sie diente dazu, Pflanzen im Kanal und an dessen Ufern zu mähen. Damit steht das Boot nicht nur als Ausstellungsstück im Blick, sondern auch für eine konkrete Aufgabe der Wasserpflege. Die Barke ist das einzige bekannte Exemplar im Westen Frankreichs. Im Vergleich zum Treidelweg zeigt sie eine andere Seite der Wasserwege: Der frühere Weg ermöglicht einen einfachen Spaziergang, die Barke erzählt von der Arbeit, die zur Pflege des Kanals und seiner Ufer gehörte.

Eselwanderung und Einblicke in die Tierwelt

Eine andere Aktivität ist die Eselwanderung von Les Ânes de la Dive. Für 2025 war eine 1,5-stündige Wanderung angeboten, bei der Teilnehmende erfahren konnten, was Esel sind, was sie fressen und wie sie leben. Damit liegt der Schwerpunkt auf den Tieren und ihrer Lebensweise, anders als beim Spaziergang am Fluss oder dem Blick auf die Baugeschichte der Kirche. Am Ende des Besuchs können außerdem Seifen entdeckt werden, die Gaëlle aus Eselsmilch herstellt. Wenn Sie die Wanderung für eine spätere Reise einplanen, erkundigen Sie sich vorab nach den aktuellen Terminen.

Weitere Reiseziele entdecken: La Mothe-Saint-Héray, Cersay, Chantecorps, Usseau, Nueil-Les-Aubiers, Melle, Beaulieu-sous-Parthenay, Saint-Maixent-Lʼécole.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Deux-Sèvres.

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