Saint-Jeannet liegt am Fuß des Baou de Saint-Jeannet, einer Felsmasse, die bis auf 800 m aufragt. Der Baou prägt die Aussicht und gibt Wanderungen und Klettern einen markanten Rahmen. Zugleich laden das älteste Viertel und mehrere Kapellen dazu ein, den Ort über seine Geschichte und Architektur kennenzulernen.
Baous und Aussichtspunkte
Auf dem Gipfel des Baou de Saint-Jeannet informiert eine Orientierungstafel Spaziergänger. Der Panoramablick reicht über die Alpengipfel des Mercantour und die Hügel von Nizza bis nach Antibes, zu den Lérins-Inseln und zum Estérel-Massiv. Unterhalb ist das Dorf zu sehen. Ein anderer Aussichtspunkt liegt am Baou de la Gaude, ebenfalls auf der Gemeinde Saint-Jeannet: Von dort reicht der Blick über die Mittelmeerküste, die Weinberge von Bellet sowie bewaldete und hügelige Gebiete oberhalb von Cagnes-sur-Mer. So unterscheiden sich auch die genannten Blickziele: am Baou de Saint-Jeannet stehen Mercantour, Nizza, Antibes und die Inseln im Panorama, am Baou de la Gaude Küste, Weinberge und Hügelland.
Gassen und Kapellen
Das Quartier de Queirard ist das älteste Viertel von Saint-Jeannet. Seine Calades, typisch für Bergdörfer, werden von Stufen unterbrochen. Die Chapelle Saint-Jean-Baptiste wurde 1753 erbaut und wird heute für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt. In der Chapelle Notre-Dame des Baous, die Ende des 15. Jahrhunderts errichtet wurde, befinden sich zahlreiche Ex-votos: Sie erinnern an in den Bergen verstorbene Bergsteiger und an Padre Pio.
Die Promenade de Sainte-Pétronille führt zur Chapelle Sainte-Pétronille. Die Kapelle soll aus dem 12. Jahrhundert stammen und wurde 1973 vom belgischen Maler Delporte ausgestaltet. Der 2023 beschriebene Circuit des Chapelles ist ein kurzer Familienrundgang von Sainte-Pétronille bis Notre-Dame-des-Baous. Da sich örtliche Zugangsbedingungen ändern können, prüfen Sie diese vor dem Besuch.
Wanderungen mit unterschiedlichen Zeitbudgets
Der Grand Parcours des Baous ist eine 97 km lange Etappenroute durch neun Dörfer, die sich in fünf Tagen bewältigen lässt: Vence, Tourrettes-sur-Loup, Coursegoules, Bouyon, Le Broc, Carros, Gattières, Saint-Jeannet und Gilette. Der Abschnitt Sentier 4 von Bouyon nach Saint-Jeannet ist eine 22,5 km lange Wanderung mit etwa acht Stunden Dauer und hohem Schwierigkeitsgrad. Der Circuit du Castellet ist eine mittelschwere Rundwanderung mit etwa vier Stunden Dauer und rund 450 m Höhenunterschied. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 nennt diese Routendetails; prüfen Sie die Wegverhältnisse vor Ort.
Die Zeitangaben machen die Unterschiede zwischen den Möglichkeiten deutlich: Der Circuit des Chapelles ist als kurzer Rundgang beschrieben, der Circuit du Castellet beansprucht etwa vier Stunden und der Sentier 4 rund acht. Der Grand Parcours wiederum ist als mehrtägige Etappenroute angelegt. So können Sie Ihre Planung daran ausrichten, ob Sie einen kurzen Ausflug oder eine längere Wanderung vorsehen.
Klettern, Radfahren und Wein
Die Felswand des Baou de Saint-Jeannet eignet sich zum Klettern. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 nennt etwa 650 eingerichtete Routen, darunter 48 Mehrseillängenrouten. Da sich der Routenbestand durch Wartung oder Neueinrichtung verändern kann, prüfen Sie die Angaben vor einer Klettertour.
Die Radroute Sur la Route des Peintres führt nach einem kurzen Anstieg durch Vence und über die grüne Fahrradroute Balcons d’Azur nach Saint-Jeannet; unterwegs bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf den Baou. Eine Weinverkostung im Vignoble Rasse umfasste acht Weine in Weiß, Rot und Rosé, darunter die Cuvées La Fontaine, Principium, Tuilé de Saint-Jeannet und Baussum. Dazu wurden Teller mit regionalen Produkten wie Tapenade, Käse, Wurstwaren und Schokolade gereicht. Diese einzelne Verkostung verbindet Wein und regionale Erzeugnisse; Wanderungen, Radfahren und Kulturerbe setzen dagegen jeweils andere Schwerpunkte für Ihren Aufenthalt.
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