Solliès-Pont erschließt sich über mehrere konkrete Motive: historische Bauwerke, einen botanischen Garten und die Feige „violette de Solliès“ mit eigener AOP-Herkunftsbezeichnung. Wer sich für Baugeschichte interessiert, findet andere Anknüpfungspunkte als jemand, der Pflanzen, Wasserlandschaft oder regionale Erzeugnisse in den Blick nimmt. Diese Schwerpunkte geben Ihnen eine sachliche Grundlage, um den Ort passend zu Ihren Reiseinteressen auszuwählen.
Schlösser und Baugeschichte
Das Château Forbin wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von der Familie Forbin erbaut. Seine Mauern sind mit Ziegeln verkleidet, das Dach ist mit Schiefer gedeckt, und vier runde Türme prägen den Bau. Nach seiner Renovierung wurde das Château zu einem Kulturzentrum mit zwei Ausstellungsräumen, einem Ehrenhof, einem Vorplatz und einem Park. So treffen an diesem Bauwerk ältere Architektur und eine spätere kulturelle Nutzung aufeinander.
Beim Château de Solliès-Pont gelten klare Besichtigungsbedingungen: Grundsätzlich ist es nicht zu besichtigen; eine Besichtigung ist nur an den Tagen des offenen Denkmals möglich. Wenn Sie diesen Ort einplanen, prüfen Sie vor der Reise, ob ein entsprechender Besichtigungstag zu Ihrem Termin passt.
Kirchen, Kapellen und lokales Erbe
Die Geschichte der Église Saint Jean-Baptiste umfasst mehrere Bauphasen. Die frühere Kirche stürzte 1698 ein; ab 1729 wurde die Kirche nach Plänen von Pierre Sénès wiederaufgebaut. In ihr befindet sich eine 1845 von Joseph Callinet gebaute und installierte Orgel. Diese Orgel wurde 1984 als Monument historique eingestuft – die Einstufung bezieht sich auf das Instrument.
Auch die beiden Kapellen setzen unterschiedliche Akzente. In der Chapelle Saint Roch befinden sich zahlreiche Votivbilder des Malers H. Allègre, der aus Solliès-Pont stammt. Die Bilder entstanden zwischen 1840 und 1860. Die Chapelle Sainte-Christine stammt aus dem 11. Jahrhundert; von ihrem Vorplatz bietet sich ein weiter Blick über den Horizont. Bei Saint Roch stehen die Votivbilder im Mittelpunkt, bei Sainte-Christine verbinden sich die lange Baugeschichte und der Ausblick vom Vorplatz.
Das Lavoir de Solliès-Pont ergänzt diese Baugeschichte um ein lokales Gemeinschaftsprojekt: Es wurde 1951 auf Initiative von Georges Durando und dessen Gemeinderat errichtet. Sein Standort ist die Place du docteur Angot.
Botanischer Garten und See
Der Parc du Château ist ein botanischer Garten mit jahrhundertealten Bäumen, einer reichen Palmenanlage, einem See und zeitgenössischen Skulpturen. Zu den im 19. Jahrhundert gepflanzten Baumarten zählen Steineichen, Aleppo-Kiefern, Zürgelbäume, Chilenische Kokospalmen und Dattelpalmen der Kanarischen Inseln. Die Vielfalt verbindet unterschiedliche Baumformen und Herkunftsbezüge innerhalb des Gartens.
Auch der See hat eine genau beschriebene Anlage: Er wurde in Sandstein angelegt und wird über einen Zuleitungskanal gespeist. Dieser Kanal zweigt vom Canal de l’Enclos ab, der Wasser aus dem Gapeau führt. Pflanzen, Wasser und Skulpturen bilden damit die botanischen und gestalterischen Themen des Parks. Im Vergleich dazu richten die zwei Rundgänge durch die Gassen den Blick auf das Kulturerbe von Solliès-Pont und ermöglichen, es beim Bummeln zu entdecken. Sie können so zwischen einem Rundgang mit Schwerpunkt Ortsgeschichte und den botanischen Themen des Parks abwägen, ohne die unterschiedlichen Angebote miteinander gleichzusetzen.
Eine Feige mit eigener Herkunftsbezeichnung
Die für Solliès-Pont typische Feige „violette de Solliès“ besitzt eine eigene AOP-Herkunftsbezeichnung. Sie gibt der regionalen Esskultur einen klaren Bezug zum Ort. Für Ihre Auswahl kann das ein ebenso konkreter Interessenschwerpunkt sein wie die Baugeschichte oder der Parc du Château. Die beschriebenen Themen lassen sich einzeln gewichten: Die Rundgänge erschließen das Kulturerbe beim Bummeln, der Park steht für botanische Vielfalt und die Feige für ein regionales Produkt mit geschützter Herkunft.
Weitere Reiseziele entdecken: Nans-Les-Pins, Carnoules, Plan-De-La-Tour, Evenos, Forcalqueiret, Belgentier, Le Flayosquet, Entrecasteaux.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Var.