Vaugines liegt an den Ausläufern des Südhangs des Luberon. Der alte Ortskern, seine Baugeschichte und der Pilgerweg Cucuron–Vaugines bieten unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt. Wenn Sie überlegen, Vaugines als Reiseziel zu wählen, können Sie abwägen, ob Sie sich vor allem für die Geschichte einzelner Gebäude interessieren oder eine Wanderung einplanen möchten.
Kirche und ehemaliger Friedhof
Die Geschichte der Église paroissiale Saint-Barthélémy reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück: Der ursprüngliche Bau war Saint-Sauveur geweiht. Das Kirchenschiff wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Seit dem 20. Januar 2000 ist die Kirche als Monument historique klassifiziert. Der Erlass bezieht auch den angrenzenden ehemaligen Friedhof und seine Einfriedung ein. Der Friedhof ist stillgelegt und bewahrt mehrere Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. So gehören neben den Bauphasen der Kirche auch die Grabsteine und die frühere Friedhofsanlage zur Ortsgeschichte.
Bauliche Zeitschichten im Ort
Die Maison dite la Commanderie lässt sich ebenfalls nicht auf ein einzelnes Baujahr reduzieren. Sie ging aus einem Haus des 13. oder 14. Jahrhunderts hervor; erhaltene Öffnungen stammen aus dem späten 15. Jahrhundert, dem frühen 16. Jahrhundert und der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Datierung verteilt sich damit auf mehrere Jahrhunderte und macht unterschiedliche Bauphasen zum Thema. Auch die Capitainerie hat einen konkreten Zeitbezug: Sie wurde um 1550 errichtet.
Mit der Chapelle Saint-Joseph verbindet sich eine andere Geschichte. Zwischen 1873 und 1875 vermachte eine Privatperson ein Haus, damit es als Kapelle genutzt werden konnte. An der Südseite der Chapelle befindet sich eine dreifache Sonnenuhr, die Sonnenzeit sowie Winter- und Sommerzeit anzeigt. Die ehemalige Chapelle Saint-Joseph wurde 1988 zur Gemeindebibliothek von Vaugines umgestaltet. Die Kapelle, ihre Sonnenuhr und die dokumentierte spätere Nutzung bieten also verschiedene Anknüpfungspunkte, wenn Sie sich für Baugeschichte und lokale Geschichte interessieren.
Fossiliengassen und Filmgeschichte
Auch der alte Ortskern hält eine Besonderheit bereit: Seine Gassen weisen zahlreiche Fossilien auf, darunter die Rue des Coquillages. Dazu kommt eine Verbindung zum Film. Der Kirchplatz und die Fontaine in Vaugines dienten 1986 als Drehorte für Claude Berris Filme Jean de Florette und Manon des Sources. Wenn Sie die Filme kennen, verbinden diese beiden Motive den Ort mit einer konkreten Station seiner Filmgeschichte; zugleich bilden Fossilien in den Gassen einen ganz anderen Entdeckungsschwerpunkt.
Wandern, Wein und praktische Planung
Der Pilgerweg Cucuron–Vaugines ist eine leichte Rundwanderung: Die Strecke ist 7,9 Kilometer lang und dauert zu Fuß etwa drei Stunden. Das Routenblatt vom 3. November 2023 nennt diese Angaben; prüfen Sie vor dem Gehen die örtlichen Bedingungen. Die Länge und Gehzeit geben Ihnen eine konkrete Orientierung für den Wanderanteil Ihrer Reise. Damit lässt sich die Runde als eigener Schwerpunkt in die Aufenthaltsplanung einordnen, statt sie nur als kurze Ergänzung zur Ortsgeschichte mitzudenken.
Für Weininteressierte ist das Domaine Michel Isouard in Vaugines eine weitere lokale Adresse. Eine im Februar 2025 aktualisierte Beschreibung führt es als biologischen Erzeuger. Das Domaine erzeugt AOC-Côtes-du-Luberon-Weine in Rot, Weiß und Rosé sowie Vin de Pays; die Vinifikation erfolgt auf natürliche Weise. Falls Sie einen Besuch einplanen, prüfen Sie vorher Zugang und Verfügbarkeit.
Für die Anreise führt ein Fahrplan vom Juli 2020 die Haltestellen Les Vaisses (RD56) und Centre in Vaugines für die ZOU-Linie 19 auf. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Zusammen mit der rund dreistündigen Wanderung hilft diese Information, die möglichen Schwerpunkte Ihres Aufenthalts abzuwägen: Ortsgeschichte, die Runde zu Fuß oder eine Beschäftigung mit dem lokalen Weinbau.
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