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Wandern und Ortsgeschichte

Rottier lässt sich aus zwei Blickwinkeln erkunden: über eine gelb markierte PR-Wanderroute und über die Geschichte des alten Dorfs. Für Ihre Reiseplanung sind das unterschiedliche Schwerpunkte – Bewegung auf der einen, Kirchen, Kapelle und Siedlungsgeschichte auf der anderen Seite. So können Sie entscheiden, ob die Wanderung oder das historische Ortsbild den roten Faden Ihres Aufenthalts bildet.

Die Wanderroute

Die Wanderroute beginnt und endet in Rottier; gekennzeichnet ist sie mit der gelben PR-Markierung. Damit ist der Ort sowohl Ausgangs- als auch Endpunkt. Wenn Wandern den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bildet, können Sie die Route als eigenen Programmpunkt setzen. Die historischen Bauwerke und die Geschichte des alten Dorfs bieten einen anderen Zugang und lassen sich je nach Interesse ergänzend berücksichtigen.

Kapelle und Kirche

Die Chapelle Notre-Dame des Anges steht unterhalb des Dorfs auf einem felsigen Sporn und bestand bereits im 16. Jahrhundert. In ihr befindet sich ein Ex-voto-Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, das als geschütztes Objekt klassifiziert ist. Ein Ex-voto ist ein religiöses Votivbild, das als Dankgabe oder im Zusammenhang mit einem Gelübde gestiftet wird; so begegnen Ihnen in der Kapelle sowohl ein konkretes Kunstobjekt als auch ein religiöser Brauch. Mit der Kapelle ist ein Pilgerfest am Ende des Sommers verbunden. Wenn Sie Ihre Reise gerade an diesem Anlass ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die aktuellen Veranstaltungstermine. Die Lage unterhalb des Dorfs und auf dem felsigen Sporn verankert die Kapelle zugleich räumlich und in der Ortsgeschichte.

Auch die Église Sainte-Marie-Madeleine gehört zur Ortsgeschichte: Sie ist eine entweihte Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Im Vergleich zur Chapelle Notre-Dame des Anges, deren Ex-voto-Gemälde und Pilgerfest religiöse Bezüge markieren, steht hier der Status des Kirchenbaus im Vordergrund. Die beiden Orte eröffnen dadurch unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte.

Das alte Dorf

Im alten Dorf gab es 1832 insgesamt 30 Häuser; 1920 wurde es aufgegeben. Die Zahl von 30 gibt eine konkrete Vorstellung vom Umfang der Siedlung zu diesem Zeitpunkt, während das spätere Datum den Einschnitt der Aufgabe markiert. Die beiden Eckdaten beantworten damit verschiedene Fragen: Die erste beschreibt den Bestand, die zweite den späteren Wandel. Die Häuserzahl macht die Siedlung als Ganzes greifbar; der Turm und die sakralen Bauwerke erzählen dagegen von einzelnen Bauformen und religiösen Bezügen.

Der Turm des 13. Jahrhunderts im alten Dorf ist heute zu einem Wohnhaus umgebaut. Ordnen Sie ihn als historischen Baukörper ein, nicht als öffentliches Innenraumziel. Die steilen Hänge gaben dem alten Dorf eine Verteidigungsposition. Es war nach Süden ausgerichtet und vor der Bise geschützt. Diese Merkmale ergänzen die Siedlungsdaten um eine räumliche Perspektive: Die Hänge betreffen die Verteidigungslage, Südausrichtung und Schutz vor der Bise eine weitere Seite der Ortslage.

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