Clonas-sur-Varèze verbindet archäologische Geschichte mit einer Lage am Hang zwischen dem Plateau de Louze und der Rhôneebene. Unter dem heutigen Ortskern wurde die Villa de Licinius durch Ausgrabungen lokalisiert. Ihre Funde, weitere Kunstwerke und ein Rundweg mit Start am Rathausplatz eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort: von der Entdeckungsgeschichte bis zur Landschaft.
Die Villa de Licinius und das Mosaik des Gottes Océan
Eine Wandmalerei und ein großes Mosaik werden in einem Gebäude ausgestellt, das die Gemeinde 2007 errichten ließ. Das Mosaik des Gottes Océan wurde im August 1996 entdeckt und stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Entdeckungsdatum und Entstehungszeit beschreiben verschiedene Abschnitte seiner Geschichte: Das Werk entstand in der Antike und wurde viele Jahrhunderte später ausgegraben.
Das sorgfältig von den Ateliers von Saint-Romain-en-Gal restaurierte Mosaik und die ausgegrabenen archäologischen Überreste werden heute im musealen Bereich der Villa de Licinius öffentlich präsentiert. So gehören die Fundgeschichte, die Restaurierung und die heutige Präsentation zu einem Besuchsthema, ohne dass Fundort und Ausstellung am selben Ort liegen müssen: Die Villa wurde unter dem heutigen Ortskern lokalisiert, während die Kunstwerke in dem von der Gemeinde errichteten Gebäude gezeigt werden.
Besichtigungen und Kulturprogramm
Für die Villa de Licinius sind Besichtigungen in eigener Regie ebenso vorgesehen wie geführte Besuche. Zum Angebot gehören außerdem Konzerte im Rahmen von „Allées chantent“ und pädagogische Workshops für Grundschule, collège und lycée. Damit können Reisende den Schwerpunkt auf die archäologische Präsentation oder auf das Kultur- und Bildungsprogramm legen. Das konkrete Programm kann variieren; wenn ein Konzert oder Workshop für die Planung wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Termine.
Ein historisches Ereignis knüpft ebenfalls an die Fundgeschichte an: Zum 30. Jahrestag der Entdeckung des Mosaiks begingen die Gemeinde, die Association Janus und Vereine des Dorfes das Jubiläum mit einer gallorömischen Feier. Die Feier zeigt, wie der archäologische Fund auch außerhalb der Ausstellung zum Anlass für ein gemeinsames Kulturereignis wurde; sie ist hier als vergangenes Ereignis zu verstehen.
Gemälde und kirchliche Ausstattung
Ein weiterer Kunstakzent ist das Gemälde „Sainte Marguerite“. Es zeigt die stehende Heilige vor einer felsigen Landschaft, mit einem Drachen zu ihren Füßen. Seit dem 14. Juni 2007 ist das Gemälde als bewegliches Kulturobjekt eingetragen. Ebenfalls seit diesem Datum ist das Ziborium in der Sakristei der Église Sainte-Marguerite als bewegliches Kulturobjekt eingetragen.
Die beiden Werke setzen unterschiedliche Akzente: Beim Gemälde steht eine dargestellte Szene im Mittelpunkt, beim Ziborium ist der Bezug zur Sakristei der Église Sainte-Marguerite Teil der Ortsangabe. Zusammen erweitern sie den Blick über die archäologischen Funde hinaus. Wer sich für Kunst interessiert, findet so neben dem Mosaik ein Bildmotiv und ein Objekt aus der kirchlichen Ausstattung, die jeweils auf eigene Weise mit Clonas-sur-Varèze verbunden sind.
Hanglage und Rundweg
Clonas-sur-Varèze liegt an einem nach Westen ausgerichteten Hang. Im Osten verbindet dieser das 250 Meter hohe Plateau de Louze mit der Schwemmlandebene am linken Rhône-Ufer auf 160 Metern. Die Höhenangaben unterscheiden die beiden Landschaftsräume und machen den Übergang von der Hochfläche zur Ebene deutlich; zwischen den genannten Höhen liegen 90 Meter.
Für einen Spaziergang ist der Rundweg Le Plateau de Louze ein weiterer konkreter Bezugspunkt: Er beginnt am Rathausplatz von Clonas-sur-Varèze. Landschaftslage und Wegangabe beantworten unterschiedliche Planungsfragen. Die Höhen beschreiben, wie Plateau und Rhôneebene zueinander liegen; der Startpunkt benennt, wo der Rundweg beginnt.
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