Millery liegt auf einem Plateau zwischen den Tälern der Rhône und des Garon. Moränenablagerungen über einem kristallinen Massiv prägen die Böden, die sich für Obst- und Weinbau eignen. Spazierwege führen entlang der Rhône-Ufer, durch Weinbergpfade und durch den Ortskern. So begegnen Ihnen bei einem Aufenthalt unterschiedliche Seiten des Ortes: Landschaft und Weinbau ebenso wie eine Geschichte, die sich rund um die Kirche entfaltet.
Spazierwege, Weinbau und Landschaft
Der Sentier viticole de Millery verbindet Weinbergwege mit Informationen zur Arbeit der Winzer. Auf den Tafeln geht es um die Pflege der Reben und die Herstellung von Wein. Die Rundroute ist 7,7 Kilometer lang, weist 111 Höhenmeter auf und dauert laut Zeitangabe ungefähr 90 Minuten. Sie gilt als lehrreicher und spielerischer Familienausflug. Für die Zeitplanung des Aufenthalts bieten Länge, Höhenmeter und ungefähre Dauer eine konkrete Orientierung.
Ein weiterer Weg, der Sentier découverte du patrimoine de Millery, ist drei Kilometer lang. Prüfen Sie vor dem Besuch die Routendetails. Die beiden Strecken setzen unterschiedliche Akzente: Der Sentier viticole widmet sich dem Weinbau, während der Name des kürzeren Weges den Schwerpunkt auf das Kulturerbe legt. Bei der Weinroute kommen außerdem Hinweise auf die Caveaux von Millery hinzu, wo Besucher lokale Weine und Fruchtsäfte verkosten können.
Millerys Rebfläche umfasst heute ungefähr 70 Hektar. Der dort erzeugte Wein trägt die Appellation d’Origine Contrôlée „Coteaux du Lyonnais“, die 1984 verliehen wurde. Das Domaine Régis Descotes bietet geführte Einzel- und Gruppenbesichtigungen an; klären Sie die Besuchsmodalitäten am besten vorab. Damit lässt sich der Weinbau sowohl auf den Wegen als auch bei einem geführten Besuch als Thema des Aufenthalts aufgreifen.
Außerhalb des Ortskerns, zwischen Grigny und Vernaison, führt ein Weg zur La Tour de Millery durch einen Auwald. Dort dienen Tümpel als Rückzugsorte für Amphibien. Dieser Naturraum ist ein eigener Ausflugspunkt im näheren Umfeld und sollte nicht mit den Spazierwegen im Ortskern oder entlang der Rhône-Ufer gleichgesetzt werden.
Kirche, Ortskern und historische Orte
Der historische Ortskern entwickelte sich seit dem Ende des Mittelalters rund um die Kirche; schmale Häuser reihten sich dort aneinander. Die Église Sainte-Croix wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Zu ihren erhaltenen gotischen Elementen zählen der Chor, Maßwerkfenster, die ersten vier Joche und Kreuzrippengewölbe. Die Kirche entstand an der Stelle eines früheren Oratoriums und eines Kreuzes. Damit verbindet sie die Baugeschichte des Ortes mit einem älteren religiösen Standort.
Auch die Geschichte der Familie Montagny ist mit Millery verknüpft. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Ort zum Wohnsitz der Familie, nachdem das befestigte Château de Montagny infolge der Religionskriege unbewohnbar geworden war. Unter der Herrschaft von Ludwig XIV. errichteten die Notare der Familie Chalamel die Maison Gonnard in einem neuen Viertel unterhalb der Kirche. Das Château de Montagny und die unter Ludwig XIV. errichtete Maison Gonnard stehen für unterschiedliche Phasen der Ortsentwicklung.
Le Saint Sépulcre ist als eingetragenes Denkmal ausgewiesen und befindet sich auf Privatgelände. Das Oratorium ist ungewisser Herkunft und stammt vermutlich aus dem späten 14. Jahrhundert. Eine Gruppe von sieben Heiligen stellt die Bestattung Christi dar. Bei diesem Ort gehören also sowohl die religiöse Darstellung als auch die unsichere Datierung zu seiner Geschichte; der Hinweis auf das Privatgelände ist für die Planung wichtig.
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