Aria verbindet einen weiten Landschaftsblick mit mehreren Zeitschichten sakraler Baugeschichte. Von hier reicht der Blick über fast die Hälfte der Ebene von Argolida. Im Ort zählen die zentrale Kirche Mariä Himmelfahrt und die Kirche des Schutzheiligen Saint Vasilios zu den markanten kulturellen Bezugspunkten; im Gebiet und näheren Umfeld kommen byzantinische und historische Bezüge hinzu.
Landschaft und Ortsbild
Der Blick über die Ebene gibt Aria einen großräumigen landschaftlichen Bezugspunkt. Er setzt einen anderen Maßstab als die einzelnen Kirchen: Während die Aussicht den Blick auf die Ebene von Argolida richtet, erzählen Bauform, Material und Datierung von konkreten Sakralbauten. Wer bei der Wahl eines Reiseziels sowohl Landschaft als auch Kultur berücksichtigen möchte, kann diese Perspektiven getrennt abwägen. So lässt sich Aria nicht nur über einzelne Bauwerke einordnen, sondern auch über die Ausdehnung des Blicks.
Kirchen und ihre Zeitschichten
Die zentrale Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1866 über einer älteren frühchristlich-byzantinischen Kirche errichtet. An demselben Kirchenstandort liegen damit zwei historische Ebenen: der ältere Vorgängerbau und die Errichtung von 1866. Ein weiteres Datum betrifft das Marmor-Templon, das 1893 errichtet wurde. Ein Templon ist eine Schranke im Kirchenraum; beim Bau in Mariä Himmelfahrt kommen damit Material und ein eigenes Entstehungsdatum zur Baugeschichte hinzu. Für Interessierte an Architektur lässt sich so zwischen der Geschichte des Standorts, dem Kirchenbau von 1866 und dem später errichteten Templon unterscheiden.
Die Kirche des Schutzheiligen von Aria, Saint Vasilios, steht auf dem Hügel Magoula nördlich des Dorfes und ist eine kleine Basilika mit Flachdach. Hier stehen Lage und Gestalt im Vordergrund; bei Mariä Himmelfahrt erschließt sich die Geschichte dagegen vor allem über die Bauabfolge und das Marmor-Templon. Im Gebiet von Aria liegt außerdem die Heilige Moni von Aria, ein gut erhaltenes Beispiel einer byzantinischen Kirche aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Sie gehört zum Umfeld, nicht zum Ort selbst. Ihre Datierung ergänzt den Vergleich um einen mittelalterlichen Bezugspunkt außerhalb des Dorfes.
Historische Bezüge im Umfeld
Ein weiterer historischer Bezug ist das Denkmal für den Artillerieleutnant Sp Diovouniotis. Es steht nahe dem Ort seines Todes und der alten Quelle. Anders als die Kirchen, deren Angaben Bauform oder Baugeschichte betreffen, verbindet das Denkmal eine Person mit konkreten Ortsbezügen. Die Quelle von Aria ist ihrerseits mit antiker Mythologie verknüpft: Viele Autoren bringen sie mit der antiken Quelle Kanathos in Verbindung, an der Hera der Mythologie nach badete und ihre Jungfräulichkeit zurückerlangte. So tritt neben die datierten Bauwerke eine überlieferte Deutung, die Aria mit der Hera-Erzählung verbindet.
Im näheren Umfeld ist auch Bourtzi ein Bezugspunkt: Von Aria aus ist es zu sehen, und es schützte den Hafen von Nafplio. Seine Sichtbarkeit verbindet den Landschaftsblick mit der Geschichte des Hafens, bleibt aber ein Umfeldbezug und keine Sehenswürdigkeit im Ort selbst.
Weitere Reiseziele entdecken: Porto Cheli, Akti Idras, Nea Kios, Thermisia, Aghios Emilianos, Vivari, Asini, Epidavros
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Argolis.