Der kulturhistorische Themenbogen rund um Strichen reicht vom wahrscheinlich in der frühen Bronzezeit errichteten Steinkreis bis zu Bauwerken des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Auch räumlich unterscheiden sich die Bezugspunkte: Der Strichen Stone Circle liegt südwestlich des Ortes, das Town-House dagegen im Zentrum des geplanten Dorfes.
Der Strichen Stone Circle
Der Strichen Stone Circle ist ein rekonstruierter liegender Steinkreis mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern. Zu seiner Anlage gehören ein liegender Stein, zwei flankierende Steine und sieben weitere Steine aus lokalem grauem Granit. Ausgrabungen deuten darauf hin, dass der Kreis wahrscheinlich in der frühen Bronzezeit errichtet wurde. Die Steinanordnung beschreibt seine Form; die archäologische Einordnung gibt einen wahrscheinlichen zeitlichen Rahmen.
Der Kreis liegt eine Dreiviertelmeile südwestlich von Strichen auf dem Gipfel eines niedrigen Hügels. Diese Lage bietet einen eigenen räumlichen Bezugspunkt neben den Bauwerken im Dorf. Wer den kulturhistorischen Schwerpunkt der Reise plant, kann so den Hügelstandort und die Zeugnisse im Ortszentrum getrennt einordnen.
Kirchengeschichte im Ort
Die ehemalige Pfarrkirche von Strichen wurde 1798 erbaut und ersetzte eine frühere Kirche von 1620. Damit stehen in der örtlichen Kirchengeschichte zwei Bauphasen gegenüber: die Vorgängerkirche von 1620 und ihr Ersatzbau von 1798. Die ehemalige Pfarrkirche liegt im Begräbnisgelände zwischen Newton Wood und dem North Ugie Water innerhalb des Ortes Strichen. Die Ortsangabe verankert die Kirchengeschichte im Dorf und benennt zugleich zwei geografische Bezugspunkte.
Town-House und Dorfplanung
Das Strichen Town-House liegt im Zentrum des im 18. Jahrhundert geplanten Dorfes. Es ist ein hervorragendes Beispiel für ein mit Zinnen versehenes Stadthaus aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurde vom renommierten Architekten John Smith aus Aberdeen entworfen. Bei der zeitlichen Einordnung lohnt sich der Blick auf den Unterschied: Die Planung des Dorfes stammt aus dem 18. Jahrhundert, das Town-House selbst gehört als Bauwerk ins frühe 19. Jahrhundert. So lassen sich Siedlungsplanung und Architekturgeschichte als zwei miteinander verbundene, aber unterschiedliche Themen betrachten.
Besonders aufschlussreich ist die Arkade im Erdgeschoss. Sie war ursprünglich offen und diente als überdachter Markt. Damit verbindet sich die Bauform mit einer konkreten früheren Nutzung: Die Arkade bot den Raum für den Markt und zugleich dessen Überdachung. Das historische Town-House lässt sich daher sowohl über seine Zinnen als auch über die frühere Funktion seines Erdgeschosses einordnen.
Ein weiteres Denkmal
Das Strichen War Memorial ist ein behauenes Denkmal aus grauem Granit in Form eines Kirchhofkreuzes. Seine Gestalt unterscheidet es von den historischen Gebäuden: Hier stehen die Kreuzform und das Material des Monuments im Vordergrund. Neben der ehemaligen Pfarrkirche, dem Town-House und dem vorgeschichtlichen Steinkreis ergänzt es den örtlichen Überblick um eine eigene Denkmalform.
Für die Wahl eines kulturhistorischen Schwerpunkts bietet sich ein klarer Vergleich an: Am Steinkreis stehen archäologische Form und wahrscheinliche Datierung im Mittelpunkt; das Town-House führt zu Dorfplanung, Architektur und früherer Marktnutzung. Die ehemalige Pfarrkirche ordnet zwei Bauphasen ein, während das War Memorial durch seine Kreuzform geprägt ist. So können Sie Strichen nach den Themen einordnen, die Sie besonders interessieren, statt die Zeugnisse auf eine einzige Epoche zu reduzieren. Wenn Sie eine Besichtigung planen, prüfen Sie die aktuelle Zugänglichkeit der einzelnen Orte vorab.
Weitere Reiseziele entdecken: Banff, Inverurie, Fraserburgh, New Aberdour, Pitmedden, Marykirk, Portlethen, Balmedie
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Aberdeenshire.