Colton lässt sich über unterschiedliche historische Bezüge einordnen: Straßenverläufe, kirchliche Baugeschichte und eine von einem Wassergraben umgebene Anlage setzen jeweils eigene Akzente. Zur Ortsgeschichte gehören eine Erwähnung im Domesday Book, eine für 1254 belegte Kapelle, Häuser und Kirchenbauten des 18. und 19. Jahrhunderts sowie eine mögliche frühe Siedlungsdeutung. Für die Einordnung des Ortes hilft es, räumliche Lage, Bauzeit und archäologische Interpretation auseinanderzuhalten.
Historische Straßen und frühe Ortsgeschichte
Eine Römerstraße von Tadcaster nach York verlief südlich durch Colton. Die Streete, die als Römerstraße von York nach Tadcaster bezeichnet wird, bildet die nördliche Grenze des Gemeindegebiets. Damit stehen zwei räumliche Angaben nebeneinander: ein historischer Straßenverlauf südlich durch Colton und eine nördliche Gemeindegrenze, die von der Streete gebildet wird. Der erste Bezug beschreibt einen Verlauf, der zweite die Funktion einer Gemeindegrenze.
Colton wird im Domesday Book erwähnt; eine Kapelle ist für 1254 belegt. Das Domesday Book nennt den Ort, während das Jahr 1254 einen konkreten zeitlichen Bezug für die Kapelle liefert. Ein möglicher romano-britischer Siedlungskomplex erstreckt sich über die Pfarrgrenze zwischen Colton und Copmanthorpe, an der Stelle, an der diese auf Appleton Roebuck trifft; seine Datierung ist unsicher. Damit steht neben dem für 1254 belegten Kapellenhinweis eine archäologische Deutung, deren Zeitstellung offenbleibt.
Kirche und Baugeschichte
Im Herzen des Dorfes steht St Paul's, Colton in einem eigenen kleinen Kirchhof. Die einschiffige Kirche aus rotem Backstein wurde am Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Einschiffig bezeichnet den Bau mit einem Kirchenschiff; der Begriff benennt also die Grundform, während der rote Backstein das Material beschreibt. Lage, Bauform und Bauzeit geben verschiedene Ansatzpunkte, um die Kirche in Coltons Ortsgeschichte einzuordnen.
Colton Lodge ergänzt die Baugeschichte um ein Haus aus dem frühen bis mittleren 18. Jahrhundert. Es ist in der National Heritage List for England eingetragen. Der Überlieferung nach soll es für die Familie Morritt aus Rokeby Park als Jagdschloss errichtet worden sein. Die Bauphase und die überlieferte Jagdschloss-Geschichte beantworten unterschiedliche Fragen: Wann ist das Haus einzuordnen, und welchem Zweck wird seine Errichtung zugeschrieben?
Eine Anlage in der Landschaft
Auch die von einem Wassergraben umgebene Anlage in Colton verbindet mehrere Zeitbezüge. Ihr Ursprung könnte im 11. oder 12. Jahrhundert liegen. Die Bolton-Percy-Gemeindekarte von 1596 zeigt sie mit Bäumen bedeckt. Umfangreiche Überreste der Anlage sind vorhanden; das Gelände wird heute dauerhaft als Weideland genutzt. So stehen eine mögliche frühe Entstehung, eine konkrete Darstellung aus dem 16. Jahrhundert und die heutige Weidenutzung nebeneinander.
Die zeitliche Gegenüberstellung hilft, die unterschiedlich sicheren Bezüge auseinanderzuhalten: St Paul's steht für das späte 19. Jahrhundert, Colton Lodge für das frühe bis mittlere 18. Jahrhundert; für die Wassergrabenanlage kommt ein Ursprung im 11. oder 12. Jahrhundert nur als Möglichkeit in Betracht. Damit stehen zeitlich eingeordnete Bauphasen neben einer vorsichtigen archäologischen Deutung.
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