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Ein markanter historischer Schwerpunkt im Département de l’Ouest ist der Parc National Historique des Matheux in Arcahaie. Er ist Haitis größter Nationaler Geschichtspark; sein Eintrag auf der vorläufigen UNESCO-Liste wurde 2024 eingereicht. Das Spektrum reicht von Ruinen ehemaliger Kaffeeplantagen bis zu Befestigungen und kulturell bedeutsamen Naturmerkmalen. In anderen Orten des Départements treten Museen, Märkte und Kunststätten in den Vordergrund.

Matheux: Kaffeeplantagen und Befestigungen

Zum Parc National Historique des Matheux gehören etwa 40 Ruinen ehemaliger Kaffeeplantagen aus der Kolonialzeit Saint-Domingues, außerdem die Ruine eines englischen Kolonialforts und zwei haitianische Militärbefestigungen aus dem Jahr 1804. Die Kaffeeplantagenreste bilden ein einzigartiges Netzwerk von Zeugnissen, das mit Sklaverei und Kaffeeanbau verbunden ist. Die Plantagen wurden ab 1770 errichtet und 1798 zerstört. Ihre Ruinen stehen im Zusammenhang mit der Kaffeerevolution in Saint-Domingue im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts und dem massiven Zustrom gefangener Afrikaner. Von den damals versklavten Menschen waren zwei Drittel in Afrika frei geboren und hatten dort frei gelebt.

Die Festungen Drouet und Delpêche wurden unter Jean-Jacques Dessalines auf französischen Kaffeeplantagen errichtet, um die neu errungene Freiheit zu verteidigen. Fort Drouet ist eine der am besten erhaltenen haitianischen Festungen. Felsen, Dolinen, Quellen und Bäume im Parc National Historique des Matheux erlangten heilige Bedeutung und wurden zu Orten der Verehrung und des Kultes.

Der Parc National Historique des Matheux ist 223,4 km² groß. Seine virtuell festgelegten Grenzen sollen möglichst viele historische Überreste bewahren, die empfindliche Ökologie schützen und große Wassereinzugsgebiete erhalten, die die Départements du Centre, de l’Artibonite und de l’Ouest versorgen. Die Weite des Gebiets und die Vielzahl seiner Zeugnisse unterscheiden diesen Geschichtsort von einer einzelnen Festung oder einer Museumssammlung.

Alle historischen Überreste im Park sind durch das Gründungsdekret in das nationale Kulturerbe eingetragen. Das Institut de Sauvegarde du Patrimoine National (ISPAN) ist für ihre Inventarisierung und Erhaltung zuständig.

Museen und Marktgeschichte in Port-au-Prince

Im Stadtzentrum von Port-au-Prince, am Champ-de-Mars, liegt das Museum of the Haitian National Pantheon, MUPANAH. Seine Dauerausstellung umfasst Artefakte von der vorkolumbianischen bis zur zeitgenössischen Epoche und setzt einen Schwerpunkt auf die Revolutionszeit. Das Museum zeigt zudem Artefakte zur Geschichte Haitis sowie zu den politischen und kulturellen Wegbereitern des Landes. Auf dem Champ de Mars stehen Statuen haitianischer Gründerväter, darunter Alexander Pétion, Henri Christophe, Jean-Jacques Dessalines und Toussaint Louverture. Die Statue Marron Inconnu stellt einen unbekannten versklavten Menschen mit einer Muscheltrompete dar.

Der Iron Market verbindet eine andere Art von Geschichte mit dem Marktgeschehen. Er wurde als Bahnhof mit zwei hohen Eisenhallen erbaut; seine viktorianische Architektur weist einen karibischen Einschlag auf. Landesweit ist er als historisches Kulturerbe ausgewiesen und verfügt über einen eigenen Bereich für haitianischen Vodou. Angeboten werden Gewürze, Stoffe, Kleidung, Kosmetikprodukte und haitianisches Kunsthandwerk. Viele Kunst- und Handwerksstände werden von den Kunstschaffenden selbst betrieben; Besucher können ihnen bei der Arbeit zusehen, während sie Souvenirs betrachten. Das Centre d’Art ergänzt den künstlerischen Kontext: Es war zugleich eine Kunstschule und die erste Galerie Haitis.

Kunst, Metallhandwerk und Zuckerrohrgeschichte

In Pétion-Ville ist Villa Kalewès ein Gingerbread-Herrenhaus, das in eine Galerie für zeitgenössische Kunst umgewandelt wurde. In der Vergangenheit war die Villa Veranstaltungsort für Künstler-Workshops und Kunstkurse für Kinder. Eine andere Kunsttradition steht im Künstlerdorf Noailles in Croix-des-Bouquets im Mittelpunkt: Es gilt als Geburtsort der Metallkunst, wie sie heute in Haiti bekannt ist.

Auch Zuckerrohrgeschichte gehört zum kulturellen Bild von Ouest. Der Parc Historique de la Canne à Sucre liegt in Port-au-Prince auf dem ehemaligen Zuckeranwesen Chateaublond und zeichnet die Entwicklung des Zuckerrohrs in Haiti nach. Sein Museum zeigt Objekte der Zuckerindustrie: darunter Glocken, Mühlen, Kessel, Fässer, Darren, Schornsteine, Aquädukte, Fabrikanlagen und eine Lokomotive. So lässt sich der thematische Unterschied zum Matheux-Schwerpunkt erkennen: Dort stehen Kaffeeplantagenruinen und Befestigungen im Vordergrund, hier die Geschichte des Zuckerrohrs und seiner Industrie.

Den Schwerpunkt für die Unterkunftswahl setzen

Für die Suche nach einem Hotel in Ouest hilft es, zuerst die Orte zu bestimmen, die Ihre Reise prägen sollen: Matheux für die Geschichte von Kaffeeplantagen und Befestigungen, Port-au-Prince für Museen und Marktgeschichte oder Pétion-Ville und Croix-des-Bouquets für Kunst und Metallhandwerk. Vergleichen Sie anschließend die Lage der konkreten Unterkunft mit den Orten, die Sie einbeziehen möchten.

Weitere Reiseziele entdecken: Pétionville, Port-Au-Prince, Petit Goave, Montrouis, Grand Goave, Kenscoff, Croix-des-Bouquets, Fond Douze, Carriès, Marin.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haiti.

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