Die Al-Mutanabbi-Straße liegt im Herzen des alten Bagdads am Tigris und ist ein Ort kulturellen und geistigen Lebens. Buchhandlungen und Verlage reihen sich an ihr an. Von dieser Buchkultur aus erschließt sich ein Blick auf weitere Themen der Stadt: Museen halten Aspekte von Alltagsleben und Geschichte fest, während historische Bauwerke Bagdads Bedeutung in der Abbasidenzeit sichtbar machen. Wenn Sie sich für Kulturgeschichte interessieren, treffen Sie hier auf verschiedene Formen, in denen das Erbe der Stadt Gestalt annimmt.
Buchkultur und kulturelle Bezugspunkte
Das Baghdadi Cultural Center und die Al-Mutanabbi-Straße werden als kulturelle Lebensadern Bagdads bezeichnet. Nahe der Straße liegt das Qishla-Gebäude, das als kultureller und zivilisatorischer Treffpunkt dient. So stehen Buchhandlungen und Verlage für den literarischen Charakter der Straße, während das Qishla eine Treffpunktrolle einnimmt. Das Kulturzentrum und die Straße wiederum tragen gemeinsam die Bezeichnung als kulturelle Lebensadern. Für Ihre thematische Orientierung lassen sich so verschiedene kulturelle Rollen in Bagdad unterscheiden.
Museen und Geschichte der Stadt
Das Baghdad Museum liegt an der Al-Mutanabbi-Straße und zeigt mehr als 70 Szenen und 500 Wachsfiguren. Dargestellt werden traditionelle Handwerke, gesellschaftliche Bräuche, religiöse Anlässe und geschäftige lokale Märkte. Das Spektrum reicht damit von handwerklicher Arbeit über öffentliche und religiöse Bräuche bis zum Marktleben. Hier stehen inszenierte Szenen im Mittelpunkt, während die Buchhandlungen und Verlage der Straße einen anderen kulturellen Akzent setzen.
Das Baghdadi Museum dokumentiert einen Abschnitt der Geschichte Bagdads, das Leben seiner Einwohner sowie das Erbe und die traditionelle Lebensweise der Stadt. Die beiden Museumsthemen setzen somit unterschiedliche Schwerpunkte: Beim Baghdad Museum begegnen Ihnen Szenen zu Handwerk, Bräuchen und Märkten; das Baghdadi Museum richtet den Blick auf Stadtgeschichte und überliefertes Leben. Die Mustansiriya-Schule ergänzt diese Perspektive. Sie zählt zu den ältesten islamischen Universitäten und zu den bedeutenden Bauwerken der Abbasidenzeit. Als Universität verweist sie auf die Geschichte islamischer Bildung, als Bauwerk auf die Architektur der Abbasiden.
Weitere historische Perspektiven im übergeordneten Reiseziel Irak
Hatra eröffnet im Irak einen anderen Blick auf archäologische Stadtgeschichte. Die antike befestigte Stadt wurde auf den Ruinen einer assyrischen Siedlung gegründet und liegt im Norden des Irak zwischen Tigris und Euphrat in offener Halbwüstenlandschaft. Ihre gut erhaltene doppelte Stadtmauer bezeugt die historische Bedeutung der Stadt und Einflüsse assyrisch-babylonischer, aramäischer, griechischer, parthischer, römischer und arabischer Kulturen. In Hatra treten so sowohl der historische Gründungszusammenhang als auch die vielfältigen kulturellen Einflüsse hervor.
Auch Samarra erweitert die historische Perspektive auf das übergeordnete Reiseziel Irak. Von 836 bis 892 war die Stadt Hauptstadt des Abbasidenkalifats. Sie gilt als einzige erhaltene islamische Hauptstadt, die ihren ursprünglichen Grundriss, ihre Architektur und ihre Kunst bewahrt hat, darunter Mosaike und Schnitzereien. Zur archäologischen Stadt gehören die Große Moschee aus dem 9. Jahrhundert und ihr spiralförmiges Minarett. Die Moscheen Al-Malwiya und Abu Dulaf zählen zu den größten Moscheen; zudem sind 80 Prozent des Areals noch nicht ausgegraben. Diese Merkmale gehören zu Samarra und ergänzen die Bagdader Perspektive um weitere historische und archäologische Themen im Irak.
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