Zum Inhalt

Ríp ist ein Bauernhof und Kirchenort in Hegranes. Die Rípurkirkja bildet den konkreten kulturhistorischen Bezugspunkt: Entwurfs- und Weihegeschichte, sakrale Kunst und Ausstattung verbinden mehrere Zeitebenen. Die Rípurkirkja vereint zwei Altarbilder mit geschnitzten Holzarbeiten und liturgischer Ausstattung. In Hegranes kommen hügelige Landschaft und die Geschichte der früheren Viertelversammlung zusammen.

Baugeschichte und Gestalt der Rípurkirkja

Der Architekt und Baumeister Rögnvaldur Ólafsson fertigte 1913 erste Entwürfe für die Rípurkirkja an. Geweiht wurde die Kirche am 14. Juni 1925. Die Jahreszahlen markieren verschiedene Stationen: erste Entwürfe und Weihe. Zwischen 1913 und 1925 liegen zwölf Jahre. Die Kirche besitzt außerdem einen recht hohen Turm.

Altarbilder und Ausstattung

Zwei Altarbilder lassen sich nach Entstehungszeit und Motiv unterscheiden. An der Westwand befindet sich ein Bild von 1777, das das Letzte Abendmahl zeigt. Das andere Altarbild malte Guðmund Einarsson frá Miðdal 1927; es stellt die Taufe Jesu Christi dar. Der zeitliche Abstand und die unterschiedlichen Motive bieten zwei konkrete Vergleichspunkte innerhalb der sakralen Bildkunst.

Zur Ausstattung gehören ein silberner Kelch und eine Patene. Sigurður Jónsson frá Hróarsdal schnitzte aus Birkenholz sowohl das Taufbecken als auch die Liednummerntafel und schenkte beide der Kirche. Beide Holzschnitzereien verbindet damit dasselbe Material, derselbe Schnitzer und dieselbe Schenkungsgeschichte. An den Glockenjochen hängen zwei Glocken. Zur Ausstattung zählen außerdem drei alte, bestickte Korporaltücher, drei vierarmige Leuchter und sechs Wandleuchten. Die Leuchter und Wandleuchten wurden im Ausland gekauft.

Religiöse Geschichte und frühe Einordnung

Die katholischen Kirchen in Ríp waren dem Apostel Andreas geweiht. Ríp dürfte in Islands Besiedlungszeit, etwa 870–930 n. Chr., gegründet worden sein; diese Deutung ist vorläufig. Die Weihe an den Apostel Andreas und die wahrscheinliche Gründung während der Besiedlungszeit gehören zu unterschiedlichen historischen Ebenen: religiöse Widmung und frühe Ortsgeschichte treten nebeneinander.

Hegranes: Landschaft und regionale Geschichte

Als regionaler Rahmen lohnt sich der Blick auf Hegranes. Das Gebiet ist etwa 15 km lang und 5 km breit – ungefähr dreimal so lang wie breit – und liegt zwischen den Armen der Héraðsvötn, bevor diese ins Meer münden. Hegranes ist hügelig und von Basaltrücken und steilen Felswänden geprägt; zwischen den Rücken liegen grasbewachsene Sümpfe mit kleinen Seen.

Auch historisch gehört mehr als die Kirchengeschichte zu diesem regionalen Rahmen: In Hegranes wurde einst die Viertelversammlung des Norðlendingafjórðungur abgehalten. Für die Zielwahl lassen sich zwei Maßstäbe verbinden: die Kirchenkunst und Ortsgeschichte Ríps sowie die Landschafts- und Versammlungsgeschichte Hegranes. Ríp bildet den konkreten kulturhistorischen Bezugspunkt, Hegranes den größeren regionalen Rahmen.

Weitere Reiseziele entdecken: Lækjamót, Varmahlíð, Hofsós, Laugarbakki, Hvammstangi, Vidhidalstunga, Skagaströnd, Blönduós.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Norðurland Vestra.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.