Civitaquana verbindet einen dauerhaft angelegten Poesieparcours mit benediktinischer Baugeschichte und einer Hügellage über dem Tal des Flusses Nora. Vom erhöht gelegenen Ort ist auch das Massiv der Maiella sichtbar. Diese Verbindung aus Literatur, Architektur und Landschaft gibt der Ortswahl mehrere klare Schwerpunkte: Sie können den kulturellen Parcours, die historischen Bauwerke oder die landschaftlichen Bezüge in den Vordergrund stellen. Die Unterschiede sind für die Reiseplanung nützlich, weil sie nicht dasselbe erzählen: Der Viale della Poesia gehört zu einem fortlaufenden kulturellen Projekt, während Kirchen, Palazzo und Burg eigene historische Zeitbezüge besitzen.
Poesie entlang der Lindenallee
Der Viale della Poesia ist ein dauerhaft angelegter Freiluftparcours in Civitaquana und verläuft entlang der doppelten Lindenallee des Ortes. Jedes Jahr kommt eine Installation hinzu, die dem Werk eines mit dem Karrierepreis ausgezeichneten Dichters gewidmet ist. So treffen eine feste Linienführung und ein jährlich ergänztes literarisches Element aufeinander; der Parcours ist damit mehr als eine einzelne, an ein Datum gebundene Veranstaltung. Auch die Preisgeschichte gehört zur jüngeren Kulturseite Civitaquanas: Die erste Ausgabe des Nationalen Preises CivitaquanaPoesia wurde 2025 von der Fondazione Pescarabruzzo gemeinsam mit der Gemeinde Civitaquana gefördert. Wenn Sie sich für Literatur und die Art interessieren, wie ein Ort kulturelle Themen aufgreift, steht hier neben den älteren Bauwerken ein klar abgegrenzter Schwerpunkt.
Kirche, Palazzo und mittelalterliche Geschichte
Die Santa Maria delle Grazie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Benediktinern gegründet. Ihr Grundriss ist lombardisch geprägt und dreischiffig; in der Kirche ist außerdem ein Relief aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Die drei Schiffe geben der Architektur eine klare Gliederung, während die lombardische Prägung eine weitere stilistische Einordnung liefert. Für die zeitliche Einordnung lohnt sich die Unterscheidung zwischen Gründung und erhaltenem Relief: Beide verweisen auf das 12. Jahrhundert, beantworten aber unterschiedliche Fragen nach Entstehung und Ausstattung des Kirchenbaus. Der Palazzo Leognani Castriota ergänzt dieses Bild als Bauwerk des 18. Jahrhunderts. Bei der Burg führt ein konkretes historisches Jahr in die Geschichte: 1269 erhielt Sordello da Goito die Burg von Civitaquana von Karl I. von Anjou und übte die Herrschaft über sie aus. Kirche, Palazzo und Burg verweisen so auf unterschiedliche historische Ebenen.
Hügellage und archäologische Spuren
Civitaquana liegt auf einem Hügel über dem Tal des Flusses Nora; vom erhöhten Ort ist das Massiv der Maiella sichtbar. Die Hügellage und der Blick zur Maiella bilden zwei unterschiedliche Landschaftsbezüge, die Sie bei der thematischen Einordnung auseinanderhalten können. Auch archäologisch ist die Geografie zu beachten: Unter der Ebene von Colle Quinzio sind Spuren großer Zisternen zutage getreten. Alte unterirdische Aquädukte aus römischer Zeit wurden dagegen außerhalb des Gebiets von Civitaquana entdeckt. Die beiden Hinweise verweisen auf unterschiedliche Orte und sollten deshalb nicht als ein gemeinsamer Fundplatz verstanden werden.
Weitere Reiseziele entdecken: Brittoli, Cugnoli, Montesilvano, Cerratina, Serramonacesca, Rosciano, Citta' Sant'angelo, Picciano.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Pescara.